18. Februar 2017, 18:00 Uhr

Breitband

Ausbau erst in zweiter Jahreshälfte

Ganz so schnell wie versprochen kommt das schnelle Internet nun doch nicht nach Reichelsheim. Einige Bereiche bleiben sogar nach wie vor außen vor.
18. Februar 2017, 18:00 Uhr
14 Kilometer Glasfaserkabel verlegt die Telekom, damit das Reichelsheimer Stadtgebiet ans schnelle Internet angeschlossen wird – mit Ausnahmen. (Symbolfoto: dpa)

Hieß es Ende November noch, dass die Telekom bis Mai/Juni 2017 in allen Orten des Vorwahlbereichs 0 60 35 schnelles Internet anbieten will, ist für Reichelsheim nun von der zweiten Jahreshälfte die Rede.

Hartmut Müller, Regio-Manager der Deutschen Telekom, eröffnete am Donnerstagabend die Bürgerversammlung im Weckesheimer Bürgerhaus mit einem Vortrag über den geplanten und teilweise schon begonnenen Breitbandausbau im Stadtgebiet. »Schnelles Internet ist so wichtig wie Strom«, sagte er. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 MBit pro Sekunde sollen die Reichelsheimer künftig durchs Netz surfen, im Home-Office arbeiten oder Filme schauen können. Bilder und andere große Dateien sollen mit bis zu 40 MBit pro Sekunde hochgeladen werden können, in die Cloud zum Beispiel. Künftig werde man aber noch viel mehr Bandbreite brauchen, sagte Müller.

In den Genuss des schnellen Internets kommen allerdings nicht alle Bürger, zumindest nicht automatisch, wie sich bei Nachfragen herausstellte. Der außerhalb liegende Flugplatz zum Beispiel ist über zwei Kilometer Kupferkabel an einen Verteilerkasten angeschlossen: Auf dem Weg dorthin geht ein Großteil der höheren Geschwindigkeit verloren. »Dort wird es keine merkliche Verbesserung geben«, musste Müller eingestehen. Für Gewerbetreibende gebe es aber andere Möglichkeiten – gegen Aufpreis, versteht sich.

Die meisten Aussiedlerhöfe zumindest werden schnelles Netz bekommen, weil sie an der Bahnstrecke liegen, die entsprechend ausgebaut wird. Für den »Pappelhof« reicht es aber nicht mehr: In Beienheim ist Schluss. Außenliegende Gebäude anzuschließen, sei für die Telekom »wirtschaftlich nicht abbildbar«, sagte Müller und schob hinterher: »Es gibt ja noch die BIGO.« Die Breitbandinfrastrukturgesellschaft Oberhessen wollte den Wetterau- und den Vogelsbergkreis mit schnellem Internet versorgen – bis die Telekom sich entschloss, das doch selbst übernehmen zu wollen. Auf eigene Kosten, wie Müller nicht müde wurde, zu betonen. Aber offenbar nur dort, wo es sich rechnet. Den Rest überlässt die Telekom der BIGO. Es gebe auch Fördermittel, sagte Müller.

Mögliche Tarife wurden nur kurz angeschnitten; teurer werde die Monatsgebühr in der Regel nicht, sagte Müller und nannte 40 Euro als groben Richtwert für eine 50-MBit-Leitung. Bei den angekündigten Bürgerveranstaltungen des Unternehmens wird es dazu sicher mehr Informationen geben. Wobei Müller darauf hinwies, dass die Reichelsheimer das schnelle Netz, das die Telekom durch den Bau von insgesamt 14 Kilometern Glasfaser in der Stadt bereitstellt, auch über die Mitbewerber buchen können.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Dateien
  • Deutsche Telekom AG
  • Flughäfen
  • Internet
  • Reichelsheim
  • Reichelsheim
  • Dagmar Bertram
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos