27. Juni 2017, 20:27 Uhr

Aus der Not wird eine Chance

27. Juni 2017, 20:27 Uhr
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Von Corinna Weigelt
Die Intensivklasse begrüßt die Gäste mit einem Lied. (Foto: cor)

Ein buntes Programm zum Sommerfest, dazu ein besonderes Jubiläum – in der Gemeinsamen Musterschule Friedberg gab es am Freitag gleich zwei Gründe zum Feiern. Seit 50 Jahren ist die Ortsgruppe Friedberg/Bad Nauheim und Umgebung des Deutschen Kinderschutzbundes aktiv. Zusammen mit der Gemeinsamen Musterschule werden seit Jahren Projekte gestemmt. So wird die Pädagogische Mittagsbetreuung von den Mitarbeiterinnen des Kinderschutzbundes (Titiwu und Hausaufgabenbetreuung) und von den Lehrern (AGs und Hausaufgabenbetreuung) angeboten

Unter den Gratulanten waren auch viele politische Vertreter des Kreises und der Städte Friedberg und Bad Nauheim. Der bunte Nachmittag begann mit einem Festakt in der Sporthalle.

Karl Neuwirth, seit 30 Jahren Vorsitzender der Kinderschutzbund-Ortsgruppe, erinnerte an die Anfänge der Gruppe. In den 60er Jahren gab es viele sozial benachteiligte Familien, die in engen Verhältnissen lebten. Ihre Kinder benötigten dringend Lernhilfen. Eine erste Gruppe freiwilliger Helfer gründete sich. »Die Situation musste ja dringend geändert werden«, sagte Neuwirth. 20 Kinder wurden anfangs betreut.

Unter dem Dach des Deutschen Kinderschutzbundes wurde schließlich im Januar 1967 die Ortsgruppe Friedberg/Bad Nauheim und Umgebung gegründet. Heute betreut der Verein rund 350 Kinder in fünf Einrichtungen in Friedberg und Bad Nauheim – unter anderem im Projekt »Starke Eltern- starke Kinder«.

Konsequenzen aus Pisa-Studie

»Die Situation hat sich deutlich verändert«, sagte Neuwirth. Nachdem bei der Pisa-Studie vor gut 15 Jahren deutsche Schüler nur mittelmäßig abgeschnitten hätten, seien Maßnahmen erforderlich gewesen. Der Förderunterricht wurde nochmals verbessert, das Hausaufgabenangebot ausgebaut. Doch die Umsetzung bringe auch Probleme mit sich. »Es gibt hierfür zu wenig Mittel«, erklärte Karl Neuwirth, »Für das Bildungssystem sind mehr Fördermittel erforderlich.«

Im Rahmen der Feierstunde ehrte Neuwirth gemeinsam mit der stellvertretenden Vorsitzenden Christa Cole auch zwei Damen der ersten Stunde: Antje Kroh und Christa Eckhard. Gewürdigt wurde zudem das Engagement von Gründungsdame Ilse Dittrich.

Auch Schulleiterin Anette Schmidt nutzt die Gelegenheit, um den Mitarbeitern ihren Dank auszusprechen, allen voran Hausmeister Dieter Immerheiser, der nach 21 Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde. »Unsere gute Seele der Schule«, sagte Schmidt. »Der heimliche Chef, ohne ihn geht hier nichts.« Auch der Förderverein hielt zur Verabschiedung Immerheisers ein Präsent bereit.

Gleich mehrere Schulklassen hatten für den Festakt ein musikalisches Unterhaltungsprogramm vorbereitet. Viele weitere Angebote, darunter eine Ausstellung, erwarteten die Gäste auf dem Schulhof und im Schulgebäude.

»Ein Schulfest im richtig großen Stil«, lobte Schuldezernent Jan Weckler, der gemeinsam mit Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch auch das Jubiläum des Kinderschutzbund-Ortsvereins würdigte.

Die Friedberger Stadträtin Ruth Mühlenbeck sagte: »Sie haben hingesehen, nicht weggesehen. Dafür gesorgt, dass die Kinder versorgt werden.«



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