Die romantische Vorstellung, sich einfach so mit Angelschnur und Haken an ein x-beliebiges Gewässer zu setzen, abzuschalten, die Natur zu genießen und möglichst auch noch dicke Fische zu fangen, kennen viele. Dass das an deutschen Gewässern nicht einfach so erlaubt ist, wissen vermutlich wenige. Nicht so eingefleischte Angelsportler. Sie wissen genau, was sie tun dürfen und was sie lassen müssen. Schließlich hat jeder einmal die Fischereiprüfung abgelegt.

In Langenhain-Ziegenberg gründete sich vor 50 Jahren ein Angelsportverein. Ihr goldenes Jubiläum begingen die aktuell 44 Mitglieder, Familien, Freunde, Vertreter aus Ortsvereinen und Ehrengäste aus Kommune und Verband am vergangenen Wochenende im Dorfgemeinschaftshaus (DGH). Bei Kaffee und Kuchen kam man ins Gespräch, bestaunte Fotos aus 50 Jahren Vereinsgeschichte und ließ die Zeit Revue passieren. Eine Hüpfburg und Leckereien aus der Vereinsküche rundeten den Nachmittag ab.

Im Zeitraffer blickte Laudator Manfred Seipelbeim beim abendlichen Festakt auf die Geschichte zurück, bevor sich zur Musik der »Nightbirds« um Volker Busch aus Pohl-Göns die Tanzpaare auf den Dielen im DGH wiegten. Den feierlichen Anlass nutzte der ASV-Vorsitzende Dietmar Kopp, um fünf Vereinskameraden für 50-jährige Mitgliedschaft zu ehren. Urkunden überreichte er an die Gründungsmitglieder Walter Scholl und Erich Möckel, außerdem an Herbert Fritzel, Leo Keller sowie Josef Jaksch, den er auch zum Ehrenmitglied ernannte.

Usawasser wieder sauber

Als sich vor 50 Jahren in Langenhain-Ziegenberg acht junge Männer am frühen Abend in der Gastwirtschaft Müller trafen - man schrieb Dienstag, den 18. März 1969 -, waren sie von eben jenem Wunsch beseelt, in aller Seelenruhe ihrer Leidenschaft, dem Fischen, nachgehen zu dürfen. Aus dem ursprünglichen Plan, zusammen mit dem Angelverein Ober-Mörlen ein Fischgewässer zu pachten, wurde nach kurzer Debatte zwar nichts. Aber noch am selben Abend beschlossen Initiator Walter Scholl, Adolf Jung, Rudolf Koch, Walter Kurschus, Erich Möckel, Manfred Röhrig, Werner Scholl und Richard Wernicke, einen eigenen Verein zu gründen. Wenige Tage später traten Edgar Koch und Herbert Fritzel dem frisch gegründeten »Angelverein Langenhain-Ziegenberg« bei. Über 30 Jahre war Walter Scholl der Vorsitzende.

Der Verein pachtete ab Oktober 1969 eine noch heute zum Fischen genutzte Usastrecke und begann im selben Jahr mit dem Ausbau einer Teichanlage auf eigens erworbenem Gelände. Tatkräftig gingen die Kameraden ans Werk, verdienten sich mit Holzmachen etwas Geld, um den Kredit abzahlen zu können, und richteten manches große Dorffest aus. Die Teiche ließen sie 1971 ausbaggern, organisierten ein ehemaliges Behelfsheim aus der Nachkriegszeit als Vereinshütte und richteten 1972 das erste Vatertagsfest im Vogeltal aus - ein Publikumsmagnet bis heute.

Nach dem großen Fischsterben in der Usa 1987 trat der Verein mit allen weiteren Pächtern der Notgemeinschaft Usa bei. Inzwischen fühlen sich im sauberen Usawasser wieder alle Fische wohl. Seit sieben Jahren bietet der Verein auf seinem Gelände immer im Frühjahr ein Seminar zur Vorbereitung auf die staatliche Fischereiprüfung an.

Überhaupt gibt es für die derzeit 17 aktiven Vereinsmitglieder rund ums Jahr alle Hände voll zu tun an Hütte und Fischteichen. Teich 1 wurde vor fünf Jahren saniert, derzeit ist man um die Reparatur von Teich 2 bemüht, den ein umgestürzter Baum schwer beschädigte. Im Aufzuchtteich tummeln sich derzeit 500 Forellen, im Forellenteich schwimmen rund 150 Fangfische. (Fotos: hau)

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