17. März 2018, 18:00 Uhr

Hempler-Baugebiet

Aufschub des Straßenendausbaus kostet viel Geld

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Diese Weisheit gilt auch fürs Hempler-Baugebiet in Nieder-Mörlen. Weil der Straßenendausbau verschoben wurde, wird es deutlich teurer als gedacht.
17. März 2018, 18:00 Uhr
Etliche Grundstücke liegen noch brach, gleichwohl beginnt im Hempler-Baugebiet jetzt der Straßenendausbau. (Foto: Nici Merz)

Zur Jahreswende 2013/14 wurden im Neubaugebiet »Auf dem Hempler« erste Häuser errichtet. Eigentlich rechnete die Stadt mit einer zügigen Bebauung aller 183 Grundstücke und wollte den Straßenendausbau deshalb 2017 erledigen. Diese Annahme erwies sich allerdings als falsch. Etwa ein Drittel der Parzellen befand sich von Anfang an in Privatbesitz, die anderen 120 wurden von der Stadt veräußert – mit der Auflage, spätestens zwei Jahre nach dem Kauf zu bauen.

Weil sich viele Alteigentümer Zeit lassen, sind nach Angaben von Fachbereichsleiter Jürgen Patscha erst 75 Prozent aller Grundstücke bebaut oder beplant. Aufgrund des schleppenden Fortschritts wollte Ex-Bürgermeister Armin Häuser den Straßenendausbau auf 2020 verschieben. Proteste vieler Bauherren ließen die Verwaltung umdenken. Nachdem der Finanzausschuss am Donnerstag die Auftragsvergabe beschlossen hat, können die Bagger im April anrücken.

Bauboom treibt Preise

Unter finanziellen Gesichtspunkten ist die Stadt gleichwohl zu spät dran. »Der Straßenendausbau wurde geschoben, die Anwohner warten. Ein Wermutstropfen sind die steigenden Kosten«, sagte Bürgermeister Klaus Kreß. Wie Fachdienstleiter Manfred Gründer erläuterte, sei das Bauprojekt 2016 kalkuliert worden. Auf dieser Basis wurden knapp 1,6 Millionen Euro etatisiert.

Tatsächlich liegt das günstigste Angebot jetzt bei fast 2 Millionen Euro. »Die Preiserhöhungen aufgrund des Baubooms treffen jetzt bei uns ein.« Die Stadt kann die Mehrausgaben verkraften, denn sie macht laut Patscha beim Verkauf der Grundstücke trotzdem einen Gewinn im zweistelligen Millionenbereich.

»Hempler II« noch nicht aktuell

Die Käufer der städtischen Parzellen können sich beruhigt zurücklehnen. Sie haben ein erschlossenes Grundstück erworben. Wie Patscha versicherte, kommen auf diese Bauherren keine Zusatzkosten zu. Anders sieht das bei Alteigentümern aus, die noch nicht gebaut haben. »Sie werden von den Steigerungen tangiert«, kündigte der Fachbereichsleiter an. Entstünden beim Bau der restlichen Häuser Schäden an den neuen Straßen, müsse der Verursacher dafür zahlen.

Im 14 Hektar großen Hempler-Gebiet werden rund 700 Menschen leben. Aufgrund des Verkaufserfolgs hat die Stadt längst über »Hempler II« nachgedacht. Dafür kommt die angrenzende, vier Hektar große Friedhof-Erweiterungsfläche in Frage, die für den vorgesehenen Zweck nicht mehr benötigt wird. »Konkrete Überlegungen gibt es noch nicht«, sagte Kreß am Freitag. Vermutlich wird dieses Areal im Flächennutzungsplan auftauchen, der 2020 beschlossen werden soll.

 

Infokasten

Endausbau in zwei Abschnitten

Der Endausbau im Hempler erfolgt in zwei Abschnitten. In diesem Jahr kommt der östliche Teil (Richtung Friedhofstraße) dran, im ersten Halbjahr 2019 werden die restlichen Straßen gestaltet. In den fünf Hauptverbindungsstraßen werden die Gehwege mit grauem Betonstein gepflastert, die Fahrbahnen asphaltiert. Die Stellplätze zwischen den 83 Bäumen werden anthrazitfarben. Farblich abgesetzt werden auch die neun verkehrsberuhigten Stichstraßen in den nördlichen Teil des Wohngebiets. Dort werden rotbraune Steine verlegt. Die Straßenbeleuchtung wird ergänzt, es gibt zwei Grünzüge und Spielflächen. (bk)

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