26. Dezember 2018, 20:17 Uhr

Aufruf zum friedlichen Miteinander

26. Dezember 2018, 20:17 Uhr
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Von Ottwin Storck

30 Mal fand im Wohnbacher Wald bislang am Vormittag des Heiligen Abends die Waldweihnacht statt, die sich einer zunehmenden Beliebtheit bei der Bevölkerung erfreute und maßgeblich von dem Jagdpächter Norbert Körber aus Münzenberg organisiert wurde. Die Pacht wechselte im vergangenen Frühjahr an den Wohnbacher Werner Wolf. Dieser betonte am Montag an der Waldhütte, dass es für ihn eine Selbstverständlichkeit gewesen sei, die hiesige Waldweihnacht fortzusetzen.

Dabei ging er auf seine Vergangenheit ein: »Schon als kleiner Junge habe ich vor 60 Jahren auf den Hochsitzen neben meinen beiden Großvätern gesessen, die Jäger waren. Die Liebe zu der Jägerei und zur Natur in beider Vielfalt habe ich im Laufe meines Lebens beibehalten. Deshalb war es für mich auch klar, die Tradition der Wohnbacher Waldweihnachten aufrecht zu erhalten. Zu dieser Veranstaltung habe ich mit Rat und Tat die Unterstützung vieler Bekannter sowie speziell von Norbert Körber bekommen.«

Glühwein-Erlös für ASB

Wolf führte noch aus, dass der Erlös des von den Jägern gespendeten Glühweins der Kindergarten Pusteblume Wohnbach erhalte. Die Kollekte des Tages ist laut Pfarrer Wolfgang Kaiser für ein Sanitätsfahrzeug des ASB, mit dem schwerkranken Menschen eine Wunschfahrt ermöglicht werde.

Zur hiesigen 31. Waldweihnacht kamen an Heiligabend wieder viele zum Gottesdienst in der freien Natur,. Es dürften an die 700 Personen gewesen sein. Als feste Größe der 31 Jahre währenden Zusammenkunft im Gedenken der Geburt Christi stimmte ein Quartett der Dorn-Assenheimer Musikanten mit dem Lied »Tochter Zion« festlich auf den Tag ein. Den Gottesdienst hielten der evangelische Pfarrer von Münzenberg und Trais-Münzenberg, Uwe Wagner-Schwalbe, sowie der katholische Geistliche von Wölfersheim und Echzell, Wolfgang Kaiser.

Bescheidenheit angemahnt

Pfarrer Schwalbe hatte Psalm 96, »Singet dem Herrn ein neues Lied; singet dem Herrn alle Welt!« ausgewählt. In seiner Predigt ging Pfarrer Kaiser auf die historischen Gegebenheiten in Palästina zur Zeit der Geburt Jesus in Bethlehem ein. Das Land war von einer anderen Macht, von Rom, besetzt. Und es brodelte im ganzen Land. In diesem gewaltbereiten Umfeld sei Jesus geboren worden und habe für Gottes Botschaft der Liebe und Friedfertigkeit unter den Menschen gestanden. Dazu stehe auch die Mahnung zur Bescheidenheit, wie es zur Geburt das Lager der heiligen Familie in einem Stall und das Bett des Neugeborenen in einer Krippe für Tiere ausdrückten.

Pfarrer Kaiser mahnte in diesem Zusammenhang Bescheidenheit und Toleranz in unserer Gesellschaft an. Dies beginne in der Familie, wo gerade in den Tagen um Weihnachten nicht alles – wie etwa das Essen oder der Weihnachtsbaum – perfekt sein müsse. Man solle die Fünf auch einmal gerade sein lassen, das ruhige Miteinander friedvoll und entspannt genießen sowie in seinem größeren Umfeld tolerant sein.

Den Fürbitten der beiden Pfarrer schloss sich noch eine Weihnachtsgeschichte des Jägers Theo Bauer an, die nicht in den Annalen steht: Nach der Geburt wollte der Erzengel Gabriel nochmals im Stall nach dem Rechten sehen und jegliche Belästigungen des Christuskindes vermeiden. Alles Kleingetier musste den Stall verlassen. Das gesamte Geschehen hatte ein Floh verschlafen, der später aufwachte und in Panik sich im Ohr von Jesus verkroch. Mit dessen Einverständnis gelang dem Floh von dort mit Sprung über Josefs Stirn der Weg aus dem Stall heraus. Dabei kitzelte er das himmlische Kind etwas, das daraufhin lachte. Maria weckte Josef und sprach: »Sieh doch, es lacht schon.«

Nach dem festlichen Lied »O du fröhliche, o du selige« machten sich die Besucherinnen und Besucher zu Klängen des Dorn-Assenheimer Quartetts froh gestimmt auf den Nachhauseweg.



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