29. November 2018, 21:08 Uhr

Auf der grünen Wiese

29. November 2018, 21:08 Uhr
Arlena Homola und Jannick Scheibner von Green Ox erklären Jörg-Uwe Hahn (r.), was hinter dem Start-up steckt. (Foto: pv)

Der Kreis- und Landtagsabgeordnete der FDP, Jörg-Uwe Hahn, hat sich in Ober-Mörlen mit den Gründern des Wetterauer Food-Start-ups Green Ox getroffen. Arlena Homola und Jannick Scheibner zeigten im Gespräch auf der eigenen Schafsweide ihr Erfolgsrezept eines Online-Handels für hochwertiges, tierfreundlich gewonnenes Fleisch.

»Nach der Schule waren wir für einen Auslandsaufenthalt in Australien, wo wir unser Geld in den landestypischen Rinderzuchtbetrieben verdient haben«, sagte der 26-jährige Scheibner. Von der artgerechten Haltung der Ochsen dort seien die Gründer schon damals beeindruckt gewesen. Den Stein für Green Ox ins Rollen gebracht habe dann aber eine spätere Erfahrung in Deutschland: »Ich habe in verschiedenen Küchen gearbeitet und die Beobachtung gemacht, dass das gute Steakfleisch immer aus dem Ausland kam«, sagte Scheibner weiter. In Deutschland habe es eine Qualitätsproduktion wie beispielsweise die argentinische nicht gegeben.

Von der Marktlücke inspiriert, gründeten Scheibner und die studierte Agrarwissenschaftlerin Homola, beide Bad Nauheimer, im Mai 2016 schließlich Green Ox. Auf der Suche nach geeigneten Partnerbetrieben wurden die Jungunternehmer vor allem außerhalb des Wetteraukreises fündig: »Wir arbeiten mit mehreren Landwirten in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein zusammen, weil die dortigen Böden sich besser als Weideflächen eignen«, sagte Homola. Der Wetterauer Grund hingegen ist überregional für seinen fruchtbaren Ackerbau bekannt.

Beim Vertrieb setzt Green Ox hauptsächlich auf den eigenen Onlineshop, über den die Kunden die verschiedenen Fleischsorten bequem nach Hause bestellen können. Aufgrund der über mehrere Bundesländer verteilten Zuchtbetriebe sei intelligentes Logistik-Management gefragt, bei dem die hohe Fleischqualität erhalten bleibe. Homola berichtete, wie die Gründer das Problem lösten: »Wir haben den Lebendtransport minimiert, um die Tiere so wenig Stress wie möglich auszusetzen. Sie werden zwar im Betrieb vor Ort geschlachtet, aber noch vor der Weiterverarbeitung per Kühltransport zu uns nach Echzell geliefert. Erst hier erfolgen dann, gekühlt, die übrigen Schritte.« Durch ein auf Stroh basierendes Verpackungsmaterial falle zudem weniger Belastung für die Umwelt an. In Zukunft wolle man neben dem Versand verstärkt auch klassische Vertriebswege nutzen, kündigte Homola an: »Wir kooperieren mit einer steigenden Anzahl von Filialen im Einzelhandel.«

Internet als Chance

Hahn lobte den Erfindergeist und Gründermut der jungen Wetterauer: »Unsere Wirtschaft verändert sich. Das Internet ermöglicht neue Geschäftsideen wie Green Ox, indem Produzenten sich geografisch ungebunden vernetzen können. Spätestens bei der Auslieferung gilt dann aber wieder: Eine funktionierende Infrastruktur ist die Grundlage für wirtschaftlichen Fortschritt.«

Hahn sprach sich für strukturelle Investitionen in die hessischen Straßen- und Schienennetze aus. Aus seiner Sicht müsse man auch in den ländlicheren Teilen der Wetterau den Breitbandausbau politisch forcieren: »Wenn Green Ox weiterwächst, steigt auch die zu verarbeitende Datenmenge an. Um ein attraktiver Standort für digitale Zukunftsunternehmen zu sein, benötigen wir eine Glasfaserabdeckung bis in die letzte Meile.«

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