29. August 2017, 19:18 Uhr

Auf der Spur von Salz und Sole

29. August 2017, 19:18 Uhr
Das große Wasserrad aus der Mitte des 18. Jahrhunderts hat das solehaltige Wasser auf die Gradierwerke gepumpt. (Foto: prw)

Neben mehreren Wanderungen rund um Bad Nauheim hat die Stadt auch drei historische Rundgänge konzipiert, von denen zwei barrierefrei sind. Einer davon, der Rundweg »Sole und Salz«, ist 2,2 Kilometer lang, man kann gemütlich schlendern und benötigt etwa eine Stunde. Höhenunterschiede gibt es kaum.

Salz hat in der Geschichte der Wetterau eine große Bedeutung. Schon vor fast 2500 Jahren haben die Kelten aus natürlichen Solequellen Salz gewonnen. Im ausgehenden 15. Jahrhundert besaß das Dorf Nauheim 13 kleine, »Soden« genannte Siedehäuser. Der Rundgang beginnt und endet an den Kolonnaden. Neun Tafeln informieren am Weg über die Geschichte der Salzgewinnung bis zur aktuellen Nutzung in der Badestadt.

Von den Kolonnaden aus überqueren die Spaziergänger die Parkstraße und gehen weiter durch den Südpark, vorbei an den Blumenrabatten, passieren die Dankeskirche und kommen zur Trinkkuranlage. Sie werfen einen Blick in die Anlage mit der Konzertmuschel und dem Teich davor. Der Weg führt geradeaus. Dort sind allerdings einige Treppenstufen zu bewältigen. Wer das nicht möchte, geht vor der Anlage nach rechts und an der Kurstraße nach links. Der Ernst-Ludwig-Ring wird überquert, und es geht weiter geradeaus. Auf der linken Seite sieht man die Häuser Kurstraße 27 und 29, die letzten erhaltenen Salinengebäude aus dem 18. Jahrhundert.

Wassertest am Ludwigsbrunnen

Rechterhand liegt bald die Kurpark-Klinik, ehe es nach links in den Südpark hinein und auf den Gradierbau III zugeht. Der Rundweg verläuft auf Asphalt. Wer Stufen steigen will, kann direkt neben dem Gradierbau gehen und »Seeluft« einatmen. Am Ende des Gradierbaus hat man einen schönen Blick auf das Wasserrad aus dem Jahre 1740. Im 18. Jahrhundert lieferten die Wasserräder die Energie, um die Sole auf die Gradierwerke und in die Siedehäuser zu pumpen. Nach dem Wasserrad hat man noch Gelegenheit, die Qualität des Bad Nauheimer Wassers am Ludwigsbrunnen zu testen. Man überquert Usa und Zanderstraße und wirft einen kurzen Blick auf den Gradierbau IV. Jetzt wandert man nach links entlang des Solgrabens, sieht das imposante Solebecken aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Eleonorenring wird wieder überquert und es geht weiter auf dem Spazierweg neben der Goethestraße. Bald kommt das Gradierwerk Nummer 1 in den Blick, ein ganz besonderes Gradierwerk, sozusagen ein doppeltes, in dessen Mitte man besonders intensiv die salzhaltige Luft atmen kann.

Der Eintritt für das Luft- und Kneipp-Bad »Meeresbrise« kostet als Tageskarte 3,30 Euro. Im anschließenden Keltenpavillon kann man viel über die Salzgewinnung seit der Zeit der Kelten erfahren. Dort endet der offizielle Rundgang »Sole und Salz«. Der Weg zum Ausgangspunkt ist nicht mehr weit. An der Zanderstraße geht man nach rechts, nach 100 Metern hat man die Parkstraße und die Kolonnaden erreicht.

Wer diese Wanderung gerne mit anderen und mit fachkundiger Führung machen möchte, den lädt Landrat Joachim Arnold für Mittwoch, 6. September, um 14 Uhr ein. Start ist an den Kolonnaden in der Parkstraße. Im Anschluss an die Tour laden Arnold und Bürgermeister Armin Häuser zu Kaffee und Kuchen ein.

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