10. April 2019, 19:27 Uhr

Auf der Spur des Laubfroschs

10. April 2019, 19:27 Uhr
Wo ist der Laubfrosch? Einige Teilnehmer der Wanderung sind noch auf der Suche, andere haben ihn schon entdeckt. (Foto: NABU Friedberg)

Ehemalige militärische Übungsgelände dienen häufig als Rückzugsgebiet für seltene und bedrohte Arten. Auf diese Weise hat sich auch am Winterstein eine bemerkenswerte Natur erhalten. Ausgedehnte Waldgebiete wechseln ab mit offenen Wiesenflächen und ermöglichen auf vergleichsweise kleiner Fläche Raum für verschiedene Lebensgemeinschaften. Unterschiedliche Wander- und Themenwege erschließen das Gelände. Neben dem schon länger existierenden Wildkatzenweg wurde vor rund zwei Jahren auch ein Amphibienpfad angelegt.

Die vom NABU Friedberg angebotene Amphibienexkursion führte entlang eines Teils dieses Pfades. Knapp 20 Teilnehmer konnten Ruth Müller und Klaus Heinold, beide vom NABU Friedberg, begrüßen. Zunächst ging es entlang der alten Panzerstraße durch ein Waldgebiet. Hier waren vielfach Spuren der Schwarzkittel zu sehen. Auch einige kleinere Feuchtbiotope befinden sich auf beiden Seiten des Weges, die als Lebensraum für den Feuersalamander dienen. Obwohl schon Beobachtungen des Lurches gemacht wurden, ließ sich an diesem Abend keiner blicken.

Dürresommer zeigt Spuren

Weiter ging es auf eine kleine Anhöhe westlich vom Winterstein. Hier bot sich ein wunderschöner Ausblick über die Hügel des Taunus. In der jetzt offenen mageren Wiesenlandschaft mit Gebüsch- und Baumgruppen liegen kleinere Tümpel, das eigentliche Ziel dieses Abends. Hier fiel zunächst auf, dass trotz des Regens der vergangenen Tage wenig Wasser in den Tümpeln stand – Folge des Dürresommers 2018.

Es gelang schließlich, neben verschiedenen, im Wasser lebenden Insekten, die ersten Molche zu sichten. Waren es zunächst Bergmolche, die zu beobachten waren, fanden sich an anderen Stellen auch die größeren Kammmolche. Schließlich gelang es dann, noch einen Laubfrosch, eine nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Art, an einem der Tümpel aufzustöbern. Wie viele andere Arten treffen ihn vor allem die Zerstörung seines Lebensraumes, Umweltgifte und der Straßenverkehr. Anders als bei der letztjährigen Wanderung konnte dieses Mal keine Gelbbauchunke, die hier ebenfalls noch vorkommt, gesichtet werden.

Ein besonderes Augenmerk legten die Ehrenamtler vom NABU Friedberg auf den Zustand der offenen Grasflächen. Leider fanden sich größere Flächen, die gemulcht wurden. So blieben viele Abschnitte liegen und bilden eine dichte Decke, die Leben darunter erstickt. »Würden die Abschnitte entfernt, könnte sich ein reges Insektenleben entwickeln, das einen weiteren kleinen Beitrag gegen das Insektensterben liefern und so auch den Amphibien helfen würde«, sagte Ruth Müller.

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