23. Juli 2018, 19:23 Uhr

Auf den Spuren der Komponisten

23. Juli 2018, 19:23 Uhr
Die Reisegruppe vor dem Smetana-Denkmal in Pilsen. (Foto: pv)

Nach den großen Verdi- und Pucchini-Reisen des evangelischen Kirchenchors war es nun der Wunsch einiger Teilnehmer, Erinnerungsorte bedeutender tschechischer Musikschöpfer aufzusuchen. Nach Planung dieses inhaltsreichen Unternehmens durch Dieter Stengel und der engagierten Durchführung durch Chorleiterin Hannelore Hartenstein wurden Wohn- und Wirkungsstätten von Friedrich Smetana, Anton Dvorak, Leo Janacek und des Österreichers Gustav Mahler aufgesucht.

Die ersten Tage galten dem Romantiker Smetana und Dvorak, dem Schöpfer der tschechischen Kunstmusik. Man besuchte in Prag die nach ihnen benannten Museen, ihre Grabstätten auf dem Nationalfriedhof sowie auch die Geburtsorte Leitomischl und das Dörfchen Mühlhausen bei Kralupy. Smetana (1824–1884) wird als bedeutendster Nationalkomponist angesehen. Seine Oper »Die verkaufte Braut« und »Die Moldau« aus den Dichtungen »Mein Vaterland« gelten als Meisterwerke. Dvorjak (1841–1904) schöpft ebenfalls aus der Volksmusik. Bekannt wurde er durch seine Sinfonien, Orchester- und Vokalwerke sowie durch umfangreiche Klavier- und Orgelmusik.

Ein voller Tag war dem berühmten Sinfoniker Gustav Mahler (1860–1911) gewidmet. Die Reisegruppe besuchte zuerst sein Geburtshaus im Dörfchen Kalischt. Seine zehn Sinfonien und andere Werke sind heute noch in den Konzerthäusern der Welt zu hören. In Iglau wurde die Mahler-Gedenkstätte besucht. Hier ist man stolz auf den österreichischen Komponisten, dem man daher auch das Heimatrecht in der Stadt auf Lebenszeit zugesprochen hatte.

Schließlich erreichte die Reisegruppe auch die mährische Hauptstadt Brünn, in der Janacek (1854–1928) viele Jahre seines Lebens wirkte und die sich mit ihm und seinem Werk daher eng verbunden fühlt. Hier war er Chorleiter, Dirigent, Pädagoge und Gründer einer Orgelschule. Bekannt wurde er durch seine neun Opern, u. a. »In einem Totenhaus«, »Zur Sache Makropulos«, »Das schlaue Füchslein«, »Jenufa« und »Katja Kabanowa«, die auch in letzter Zeit in Opernhäusern des Rhein-Main-Gebietes aufgeführt wurden. Die Inhalte seiner Opern sind in Wesentlichen dem mährischen musikalischen Volksgut entnommen.

Märchenstadt als Höhepunkt

Informationen für die täglichen Programmpunkte wurden auch während der Fahrten im Bus durch Vorträge und Musikbeispiele vermittelt. Der Reiseverlauf enthielt auch touristische Elemente: So gab es Stadtführungen in Pilsen, Prag, Brünn und Budweis. In Budweis besuchte man eine katholische Messe mit mittelalterlicher lateinischer Liturgie. Ein Erlebnis war auch die Fahrt durch das böhmisch-mährische Bergland mit Besuch der malerischen Städte Trebitsch, Neuhaus und Wintingau. In Pilsen genossen die Reisenden Bier und böhmische Speisen, in Brünn kostete man mährischen Wein. Ein Glanzlicht war in Prag auch eine nächtliche musikalische Schifffahrt mit Abendessen auf der Moldau.

Als Höhepunkt empfand die Reisegruppe den letzten Abend mit dem Besuch der südwestböhmischen Märchenstadt Krumau mit ihrem Freilichttheater. Bis tief in die Nacht erlebte man die lyrische Oper »Rusalka« von Dvorak. Sie gehört zu den Meisterwerken tschechischer Volksopern, denn sie wurzelt in heimatlichem Boden und in der Emotionalität der Bevölkerung.

Jürgen Schäfer, Inhaber der Firma Launhardt, chauffierte die Gruppe durch die tschechischen Lande. Auch ihm sprachen die Reisenden Anerkennung und Dank aus.

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