30. Januar 2019, 19:08 Uhr

Auf Umwegen in den Himmel

30. Januar 2019, 19:08 Uhr
Haben Spaß an Musik – und nichts gegen lustige Fotos: Ohne Chorleiter ist der Posaunenchor Södel/Melbach völlig führungslos. Sebastian Witzel (r.) schafft Abhilfe. (Foto: Stephan)

Sein Ziel hat er erreicht, wenn man ihn nicht mehr braucht – so sieht Sebastian Witzel seine Aufgabe als Dirigent. Bei manchen Stücken erreicht er sein Ziel rasch, dann kann er sich mit seiner Tuba dazusetzen und mitspielen. Musik machen und in anderen dasselbe Interesse und denselben Spaß daran wecken, darauf will er hinarbeiten.

Als sich 2017 abzeichnete, dass Uwe Schäfer die Leitung des Posaunenchors Södel/Melbach aus beruflichen Gründen würde aufgeben müssen, erhielt Witzel einen Anruf, mit dem er zu einer Probe eingeladen wurde. Nachdem er sich »die Substanz« des Chors angeschaut hatte und auch die Musiker ihn kennenlernen durften, übernahm er schließlich 2018 den Posaunenchor. Viele Musiker bezeichnen es als Glücksfall, den studierten und begeisterten Musiker als Chorleiter gewonnen zu haben.

Damit der Dirigent entbehrlich wird

In Melbach aufgewachsen, zog es ihn nach seiner Schulzeit nach Mannheim und Frankfurt, um dort im Hauptfach Tuba und ergänzend Klavier zu studieren, ebenso wie Blechbläsermethodik. Letzteres erlaubt ihm, fast jedes Blechblasinstrument zu spielen, sodass er bei einem Engpass im vergangenen Jahr im Posaunenchor von Tuba kurzfristig auf erste Trompete umsteigen konnte.

An sein Erststudium in Orchestermusik und künstlerische Instrumentalausbildung schloss sich ein Zweitstudium in Schulmusik und evangelischer Theologie auf Lehramt an. Das klingt nun alles sehr theoretisch, Witzel fasst es aber selbst passend zusammen: »Ich möchte Menschen für Musik begeistern und selbst möglichst viel musizieren.«

Das eine führte zum anderen, so war es die Musik, die sein Interesse an der Theologie weckte, sodass er über die Musik zu einer wunderbaren Facette seines Glaubens finden konnte, wie er sagt. Als Lehrer hofft er, beide Lebensbereiche verknüpfen zu können. Natürlich passt diese Einstellung auch zum Posaunenchor, der dem Psalm 150 folgt: »Lobet den Herren mit Posaunen!« Gerade die kirchliche Musik sei so voller Sehnsüchte, Wünsche und Hoffnungen, dass es sich lohne, sich damit zu beschäftigen und dafür zu brennen. Davon abgesehen, haben es ihm die Choräle von J. S. Bach angetan, was auch die beiden weltlichen Ensembles spüren, die Witzel leitet: das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Nieder-Mörlen und der Gesangverein Frohsinn Nieder-Mörlen.

»Vor der Musik sind alle Menschen gleich«, sagt Witzel und ist sich sicher, dass jeder Musiker, egal, welchen Ausbildungsstand er hat, das Ensemble auf seine eigene Weise »wunderbar bereichern« kann. Jeder einzelne Musiker soll motiviert werden, auf sich selbst und die Nachbarn zu hören, die Musik zu fühlen und so letztlich den Dirigenten entbehrlich zu machen.

Unter dem Motto »Himmelwärts« steht nun das erste Konzert des Posaunenchors unter Witzel an. Mit Pfarrerin Julia Marburger wurde ein Programm erarbeitet, das Impulse für das neue Jahr geben soll und das musikalisch auf Umwegen in den Himmel führt.

Letztlich ist der Spaß an der Musik und den Proben das Wichtigste, und so waren die Musiker des Posaunenchors auch sofort dabei, ein nicht ganz ernst gemeintes Bild aufzunehmen, das ein planloses Ensemble darstellt, dem Witzel zeigt, wo es langgeht. Das Konzert in der ev. Kirche Södel am Sonntag, 3. Februar, um 18 Uhr wird dagegen alles andere als planlos werden. Der Eintritt ist frei.

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