04. Dezember 2018, 20:26 Uhr

Arien, Duette und Geschichten

04. Dezember 2018, 20:26 Uhr
Das Ensemble Vox Humana zeigt sein Können mit vielen Advents- und Weihnachtsliedern. Monika Keichel (l.) rezitiert passende Gedichte. (Fotos: udo)

In der katholischen Pfarrkirche Sankt Nikolaus (1707) von Wickstadt hat Vox Humana, das »anspruchsvolle Ensemble für ein anspruchsvolles Publikum«, unter der Leitung von Beate Doliwa ein Adventskonzert gestaltet. Gerhard Schaubach saß am E-Piano. »Arien, Duette und Geschichten – Ensembles und Terzette« war das Motto des in idyllischer Umgebung stattfindenden Konzerts.

Wickstadt ist so abgelegen, dass die dem Heiligen Nikolaus geweihte Kirche zwar bereits 1707 fertig war, aber erst 1714 ein Würdenträger aus Mainz hinfand, um sie zu weihen. Monika Keichel rezitierte beim Adventskonzert Geschichten und Gedichte. Nadine Seipel, Patricia Moll, Lisa Sander, Maren Richter, Johanna Leja und Diana Franz, die zum Teil seit Jahrzehnten dem Ensemble angehören, teils aber auch ganz neu sind, sangen solistisch und in wechselnden Gruppierungen.

In Liedern um die Welt

Von der gut aufeinander eingespielten Formation wurden lateinische, italienische, französische, spanische, portugiesische, deutsche, schottische, englische und nordamerikanische Advents- und Weihnachtslieder von Purcell, Händel, Bach, Mozart, Schubert, Mendelssohn-Bartholdy und anderen Komponisten dargeboten. Aus dem Rahmen fiel das halb säkulare Weihnachtslied aus der DDR »Tausend Sterne sind ein Dom«.

Die Stücke »Sandmann« und »Abendsegen« aus Humperdincks Kinderweihnachtsoper »Hänsel und Gretel« entwickelten sich erst nachträglich zu Weihnachtsliedern. Traditionelle Weisen aus Portugal (Adeste Fidelis), Frankreich (Le marche de roi), Amerika (White christmas), Spanien (A la nanita nana) und Schottland (Auld long Syne) bildeten einen eigenen Block. In wechselnden Formationen interpretierten die Ensemblemitglieder ihre Stücke.

Schaubach eröffnete mit einem Weihnachtspastorale den zu diesem Zeitpunkt draußen noch adventlich trockenen Nachmittag und Keichel fand ausdrucksstarke Worte zum Lob des Herren. Mit »Lobt und preist den Herrn« von Henry Purcell begann das Ensemble sein Konzert. Keichel setzte ihr Programm lobpreisender Texte fort, doch stellten sich im Verlauf des Nachmittags immer mehr ironische Brechungen ein.

Mit Händels »Joy to the world« kam eins der am meisten verbreiteten und bearbeiteten Weihnachtslieder zur Aufführung. Die Besucher erfreuten sich an der Abfolge alter und neuer Lieder in verschiedenen Sprachen sowie besinnlicher und amüsanter, oft ironisch gebrochener Geschichten und Gedichte. Eichendorffs Weihnachtsgedicht dürfte den lyrischen Höhepunkt des Nachmittags gebildet haben.

Ein amüsantes Zusammenwirken gelang, als das Vox-Humana-Ensemble das Kinderlied »Morgen kommt der Weihnachtsmann« interpretierte und Schaubach die entsprechenden Klaviervariationen Mozarts anschloss. Zwischenapplaus und Heiterkeit bewirkte Erich Kästners gereimte Einsicht, das Jahr kenne wohl seinen letzten Tag, der Mensch den seinen aber meistens nicht. Späße von Ringelnatz folgten. René Kollos »Weihnachtsfrieden« dürfte das jüngste Lied im Programm gewesen sein. Auf die guten Wünsche der Akteure für ein frohes Fest und ein gutes Jahr sowie auf die Schlusslieder »Ave Maria« und »O holy night« folgte langer Applaus.

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