02. Mai 2019, 20:18 Uhr

»Arbeit muss Spaß machen«

02. Mai 2019, 20:18 Uhr
Die SPD-Maikundgebung mit dem DGB-Kreisvorsitzenden Karl-Otto-Waas (4. v. r.) nutzt SPD-Vorsitzender Stefan Lux (6. v. l.) für Ehrungen von Mitgliedern, die der SPD seit Jahrzehnten die Treue halten. Auch Bürgermeister Herbert Unger (8. v. r.) gratuliert. (Foto: sl)

Die Maikundgebung der Florstädter SPD auf dem Festplatz an der Willy-Brandt-Straße stand in diesem Jahr im Zeichen der bevorstehenden Europawahl. Eine Wahl, so SPD-Ortsvereinsvorsitzender Stefan Lux, die von vielen Menschen belächelt oder vernachlässigt werde. Eine Wahl, die jedoch entscheidend für Europas Zukunft sei. Ins gleiche Horn stieß DGB-Kreisvorsitzender Karl-Otto Waas, der wegen der DGB-Kundgebung in Wölfersheim etwas verspätet nach Florstadt gekommen war.

Kritik: Politik für Minderheiten

Die Zeit bis dahin überbrückte man mit Ehrungen für langjährige Mitglieder: Karola Stelz und Ulrike Stelz (10 Jahre), Peter Fuhr, Otmar Gömmer, Edwin Heutzenröder, Ewald Heutzenröder, Richard Menzel, Ernst Grimm, Rudolf Setulla und Wolfgang Zeuner (50 Jahre) sowie Hans Buchholz und Alt-Bürgermeister Heinz Trupp (60 Jahre).

Heinz Trupp erinnerte mit einigen Anekdoten an die Maikundgebungen früherer Jahre. Nach dem Krieg sei er Fähnchen schwenkend (»ein Heiligtum für uns«) und singend hinter der roten Fahne hermarschiert. Von der Gaststätte von Anton Lux ging’s zum Marktplatz zur Kundgebung und danach wieder zurück. Später habe er selbst die Fahne getragen. Keinen 1. Mai habe er versäumt und gerne den Erzählungen der Älteren gelauscht, wie es vor 1933 gewesen war.

Waas machte deutlich, dass Arbeitnehmerrechte nicht vom Himmel fielen, dass die Stimme der Gewerkschaften weiter gehört werden müsse. Gewerkschaften und demokratische Parteien müssten zusammenstehen und das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen. Die Wirtschaft boome, aber die Löhne seien im Keller. Er prangerte Einschüchterungen der Mitarbeiter an. Arbeit müsse Spaß machen, Familie und Beruf müssten vereinbar sein, und später müsse man von seiner Rente leben können.

Besonders wichtig sei Solidarität und Demokratie im Europaparlament, sagte Waas. Bei immer mehr rechten Parteien in den europäischen Ländern gelte es aufzupassen. Man müsse mehr tun als all die Jahre zuvor. Der Frieden müsse erhalten werden, denn nur ein vereintes Europa könne weiter nach vorne gebracht werden. Er rief dazu auf, Flagge zu zeigen und zur Wahl zu gehen.

Lux erinnerte daran, dass die SPD 1976, als er ihr beigetreten war, noch eine Volkspartei gewesen sei, weil sie damals für alle etwas im Programm hatte. Heute kümmere sie sich nur noch um Minderheiten – und sei selbst zur Minderheit geworden. »Hat man wieder Angebote für alle, wird die SPD auch wieder auf Werte um die 30 Prozent kommen.« Der Mindestlohn sei wichtig gewesen, aber der Mittelstand habe berechtigte Zukunftsängste. »Nur mit Mehrheiten kann man auch etwas für Minderheiten bewegen.«

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