20. August 2019, 18:23 Uhr

Angsträume und »echte« Kriminalität

20. August 2019, 18:23 Uhr
Bei der Konferenz in der Trinkkuranlage geht es um die rückläufige Zahl der Strafdelikte, aber auch um das subjektive Sicherheitsgefühl, das eine andere Sprache spricht. (Foto: pm)

Zur ersten Bad Nauheimer Sicherheitskonferenz hatte die Stadt gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Mittelhessen und dem Landeskriminalamt kürzlich in die Trinkkuranlage eingeladen. Erster Stadtrat Peter Krank und Polizeivizepräsident Peter Kreuter begrüßten etwa 50 Vertreter der Bad Nauheimer Schulen, Kirchengemeinden, Fraktionen, Ortsbeiräte, des Jugend-, Familien- und Seniorenbeirats, des Ausländerbeirats, des Kreispräventionsrates, von »Erlebnis Bad Nauheim«, »Wirtschaft für Bad Nauheim« und viele weitere Teilnehmer aus Bürgerschaft und Politik.

»Bad Nauheim ist eine liebens- und lebenswerte Stadt mit einer Kriminalitätsrate in einem überschaubaren Rahmen. Damit dies so bleibt beziehungsweise verbessert wird, wollen wir präventiv mit Maßnahmen entgegenwirken. Dazu ist es wichtig, die zahlreichen Bad Nauheimer Präventionsprojekte nachhaltig miteinander zu vernetzen. Die Sicherheitskonferenz ist dabei ein wichtiger Bestandteil«, sagte Krank. Kreuter erläuterte, dass zwar die Zahlen der Strafdelikte rückläufig seien, das subjektive Sicherheitsgefühl aber eine andere Sprache spreche. »Wir wollen mit ›KOMPASS‹ auf die Sorgen der Bürger eingehen. Dafür brauchen wir Sie, die Vertreter aus Bürgerschaft und Politik, als Multiplikatoren. Gemeinsam können wir Maßnahmen erarbeiten, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten«, erläuterte Kreuter.

3800 Bürger werden befragt

Kriminalhauptkommissar Jörg Schormann stellte die »KOMPASS«-Initiative vor. Die beteiligten Sicherheitspartner - Stadt, Polizei, Bürger und weitere gesellschaftliche Akteure - erarbeiten ein Sicherheitskonzept. Ein Schwerpunkt liegt auf Präventionsangeboten. »Die Auswertung von beispielsweise Bußgeldverfahren, Ordnungsverstößen, Gewalt- oder Diebstahldelikten soll Aufschluss über die objektive Kriminalität geben.« Um das subjektive Sicherheitsempfinden zu ermitteln und zu erfahren, wo Angsträume in der Stadt seien und es Situationen gebe, die als nicht sicher empfunden werden, solle in den nächsten Monaten eine Sicherheitsbefragung unter 3800 Bad Nauheimern laufen. Diese Bürger seien durch das Zufallsprinzip ermittelt worden. Außerdem werde es zwei Vor-Ort-Befragungen auf dem Wochenmarkt geben.

Der städtische Fachbereichsleiter für Soziales, Jochen Mörler, präsentierte die wichtigsten städtischen Präventionsprojekte. »E.v.A«, »KIKS UP«, »Klasse Klasse«, die Angebote des Kinder- und Jugendhauses und einiges mehr seien aufeinander aufgebaut und begleiteten das Kind von der Geburt bis ins junge Erwachsenenalter.

Polizeioberkommissar Bernd Büthe, Schutzmann vor Ort, informierte über seine Tätigkeit in der Gesundheitsstadt, über die Videoüberwachung am Marktplatz, den freiwilligen Polizeidienst und die Aktion »BOB«. Kriminalhauptkommissarin Antje Suppmann referierte über die Präventionsprogramme »Wachsamer Nachbar« und »Kinderkommissar Leon«.

Die Teilnehmer der Konferenz teilten mit, wie sie die Sicherheitslage einschätzten. Kritische Bereiche vor Schulen, auf Parkdecks oder in den Parks, die unter anderem von Vandalismus betroffen sind, kamen zur Sprache. Ebenso in den Stadtteilen. Jüngstes Beispiel ist die mutwillige Beschädigung des Gestänges am Großen Rad in Schwalheim.

Nach der Auswertung der Befragungen wird es eine Gegenüberstellung des subjektiven Sicherheitsgefühls und der objektiven Kriminalitätslage geben. Geplant sind Treffen in kleinen Arbeitsgruppen betroffener Institutionen und Bürger, die Erarbeitung von Maßnahmen und eine zweite Sicherheitskonferenz mit der Vorstellung der Ergebnisse.

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