16. Oktober 2018, 20:27 Uhr

»Andere Meinung tolerieren«

16. Oktober 2018, 20:27 Uhr

In einem WZ-Artikel über ein Jahr Ehe für alle hatte der Büdinger SPD-Vorsitzende Manfred Scheid-Varisco behauptet, durch die Präsenz der AfD und deren Einzug in den Bundestag, würden Homosexuelle vermehrte Hetze und Diskriminierung zu spüren bekommen. »Wir wehren uns entschieden gegen solche unqualifizierten Unterstellungen«, kommentiert Cornelia Marel, Sprecherin des Landesfachausschusses Familie und Demografie für Hessen in der AfD. Die AfD lehne die Ehe für alle aus verschiedenen Gründen ab, ebenso den Zwang zur Akzeptanz der Vielfalt. »Dies bedeutet aber nicht zwingend, die Lebensform homosexueller Paare nicht zu tolerieren, wie es pauschal behauptet wird«, schreibt die Wetterauer AfD-Vertreterin.

Auch wehre man sich gegen den Vorwurf, die AfD versuche die Gesellschaft zu spalten, wie es Scheid-Varisco auf seiner Homepage behaupte. Er schreibt: »Sie zeigt ihr hässliches Gesicht und will uns in die Zeiten zurückversetzen, in der die Liebe zwischen zwei Frauen oder zwei Männern gesetzlich diskriminiert wurde.« Für Marel ist das »Unsinn«. Laut ihr hat sich der heterosexuelle SPD-Politiker nicht mit den Argumenten auseinandersetzt. »In der natürlichen Familie gehen aus der Liebe zwischen Mann und Frau Kinder hervor. Es ist daher Aufgabe des Staates – es kommt ja nicht von ungefähr –, dass gerade diese Form einen besonderen Schutz braucht«, schreibt sie. Dies habe nichts damit zu tun, dass jeder Mensch »die Freiheit hat, so zu leben, wie er möchte«. Die Ehe für alle sei kein klares Zeichen für Gleichberechtigung, »denn es kann nur gleich sein, was wirklich gleich ist«.

Scheid-Varisco gehöre zu einer »kleine Lobbygruppe« (43 000 eingetragene Lebenspartnerschaften im Jahr 2016), die den Wert der »natürlichen Familie« aufzubrechen versuche. Die AfD lehne die Akzeptanz der sexuellen Vielfalt ab, weil sie weit über Toleranz hinausgehe und die Freiheit des Einzelnen beschneide. Marel: »Kein Mensch darf gezwungen werden, etwas gutzuheißen, was er persönlich anders sieht – und das hat rein gar nichts damit zu tun, dass jeder Respekt vor dem anderen haben muss und sich tolerant zu verhalten hat. Leider sind es gerade die Personen, die Akzeptanz von anderen fordern, die aber selbst nicht einmal so tolerant sind, andere Lebenseinstellungen oder Meinungen zu tolerieren.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Alternative für Deutschland
  • Deutscher Bundestag
  • Ehe für alle
  • Homosexuelle
  • Wetteraukreis
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos