17. Oktober 2018, 20:21 Uhr

Am Puls der Bücherwelt

17. Oktober 2018, 20:21 Uhr
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Von Frauke Ahlers

Auf der Buchmesse Frankfurt mit einem Stand vertreten zu sein, das ist wohl der Traum vieler Kleinverleger. Meist scheitert dieser Traum nicht zuletzt an den hohen Kosten. In diesem Jahr freilich bot sich an einem Stand eine Chance, nach den Buchsternen zu greifen.

Das Tor zur großen Bücherwelt – die Frankfurter Buchmesse. Kleinen Verlagen bleibt dieses Tor, zumeist aus Kostengründen, überwiegend verschlossen, doch in diesem Jahr tat sich für hessische Kleinverleger erstmals eine neue Chance auf, für vergleichsweise kleines Geld auf der pulsierenden Bücherplattform präsent zu sein: Das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst gestaltete gemeinsam mit dem Börsenverein Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie dem Hessischen Literaturrat einen Stand, der Kleinverlegern und literarischen Vereinen ein Plätzchen bot. Und nicht nur das, auch Lesungen und Podiumsgespräche waren hier geplant, eine Möglichkeit, die eine ganze Reihe literarisch Schaffender nur zu gern wahrnahmen.

So war denn der Trubel in Halle 4.1 am Stand G71 beachtlich am vergangenen Mittwoch. Ein freundlicher, locker plaudernder und wirklich nicht kontaktscheuer Kulturminister Boris Rhein, Barbara Jost, Vorsitzende des Börsenvereins des Deutschen buchhandels – Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, und Hartmurt Holzapfel, Staatsminister a. D. und Vorsitzender des Hessischen Literaturrats, übernahmen die offizielle Standeröffnung, freuten sich gemeinsam mit allen Beteiligten an der gelungenen Präsentation.

Bei Getränken und Häppchen ließ es sich prima netzwerken und den ein oder anderen Blick in die Publikationen werfen. »Eine einmalige Gelegenheit, endlich bei der Buchmesse Frankfurt präsent zu sein«, freute sich Verlegerin Frauke Ahlers, die seit fünf Jahren den Bad Nauheimer Lotte-Verlag betreibt. »Es geht um das Marketing, die Gespräche, die Inspiration«, sagt sie strahlend. »Als Autor oder Verleger am Puls der Bücherwelt zu sein, ist einfach faszinierend.« Karina Lotz, Verlegerin der Edition Federleicht, zeigte sich ebenfalls überglücklich über die Präsenz in Frankfurt. Mit dieser Meinung waren die beiden nicht allein. Als Minister Rhein versprach, diesen Stand zu einer Institution werden zu lassen, erhielt er kräftigen Beifall. Barbara Jost verhieß sogar, langfristig an eine Präsenz in Leipzig zu denken.

Die Veranstaltungsreihe am Stand Literatur in Hessen fand zahlreiche Besucher. Madelyn Rittner und Elisabeth Volck-Duffy, die guten Feen am Stand, was Organisation und Ablauf betraf, freuten sich über die große Resonanz auf die Veranstaltungen. »Eine Lesung hier auf der Buchmesse zu gestalten, ist ein überwältigendes Erlebnis«, sagte Frauke Ahlers.

Die Verlegerin und Macherin der Ernst-Ludwig-Buchmesse in Bad Nauheim, Beatrix van Ooyen, war ebenfalls auf dem Frankfurter Schauplatz unterwegs, um Anregungen für das im nächsten Frühjahr zum erneut anstehendes Event in Bad Nauheim zu sammeln. Sie sagte: »Die Vielfalt der Veranstaltungen und die Größe der Frankfurter Buchmesse erzeugen eine einzigartige Atmosphäre, inspirieren und schulen mein Wissen und meine Intuition.« Die Ernst-Ludwig-Buchmesse in Bad Nauheim empfinde sie wie ein Kind der Frankfurter Buchmesse. Trotz der Größe sei auf der Frankfurter Buchmesse überall Liebe zum Detail zu finden. Ein kleines Zitat von Johann Wolfgang von Goethe auf einer Wand drücke aus, worum es gehe: »Wer Bücher liest, schaut in die Welt und nicht nur bis zum Zaune.«

Und nach den Messetagen? Die Tipps auswerten, die man hier erhalten hat, nachrecherchieren im Internet, die neuen Kontakte pflegen, ist der Tenor – damit der Traum vom eigenen Stand auf der Frankfurter Buchmesse vielleicht eines Tages wahr wird.



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