30. Juli 2017, 20:18 Uhr

Hickhack um Park

Am Goldstein: Falkner haben wieder gute Chancen

Seit Jahren dauert der Hickhack an: Kommen im Goldsteinpark Bad Nauheim Skater oder Greifvögel zum Zug? Derzeit befinden sich die Falkner im Aufwind, unterstützt vom künftigen Bürgermeister Kreß.
30. Juli 2017, 20:18 Uhr
Zuversichtliche Falkner: Stefan Zwätz (l., mit Uhu Felix) und Ernst Marscheck (mit Wüstenbussard Sida) haben den designierten Bürgermeister Klaus Kreß auf ihrer Seite. Die Entscheidung der Parlamentsgremien steht allerdings noch aus. (Archivfoto: Nici Merz)

Rückblick aufs Jahr 2010: Nach dem Ende der Landesgartenschau wollen die Falkner Ernst Marscheck aus Wisselsheim und Stefan Zwätz aus der Kernstadt möglichst bald loslegen mit ihrem Greifvogelpark. Schließlich haben sie eine Zusage von Bürgermeister Bernd Witzel. Wenig später ist Witzel allerdings nicht mehr im Amt, der neue hauptamtliche Magistrat sieht die Pläne der Falkner für den Goldsteinpark kritischer. Zunächst kommt ein Nein aus dem Rathaus, erst auf Initiative des Parlaments wird eingelenkt. Bussard, Falke, Uhu & Co dürfen nun doch fliegen, gleichzeitig sollen aber Jugendbeirat und Lions Club mit ihrem Konzept einer attraktiven Skateranlage im Park zum Zug kommen. Jahre sind verstrichen, als sich die parlamentarischen Gremien für einen entsprechenden Bebauungsplanentwurf aussprechen.

Dabei haben sie allerdings die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Sowohl das für Tierschutz zuständige Veterinäramt des Wetteraukreises als auch die Untere Naturschutzbehörde legen ihr Veto ein. Beide Projekte können zusammen an diesem Standort nicht verwirklicht werden. Bürgermeister Armin Häuser legt dem Bauausschuss deshalb Anfang 2017 folgende Beschlussvorlage auf den Tisch: Im Goldsteinpark wird die Skateranlage gebaut, für die Greifvögel soll nach einem anderen Standort gesucht werden. Der Ausschuss beschließt stattdessen, die Entscheidung zu vertagen. Die Verwaltung soll nach Alternativen für beide Projekte suchen.

Inzwischen ist die Bürgermeisterwahl gelaufen. Der designierte Rathauschef Klaus Kreß will nach der Sommerpause darangehen, eines seiner im Wahlkampf proklamierten Ziele zu realisieren. Er möchte im Gegensatz zu Noch-Bürgermeister Häuser in der Beschlussvorlage für die parlamentarischen Gremien den Falknern den Vorrang einräumen. Zu hohe Folgekosten, Vandalismus- und Müll-Probleme, hoher Betreuungsaufwand – diese Argumente sprechen nach Ansicht von Kreß gegen die Skateranlage. »Wir würden, wie beim Eisstadion, eine überregional sehr attraktive Einrichtung schaffen, die Kosten müsste aber wieder allein die Stadt tragen.« Die Suche nach Alternativstandorten sei bislang ergebnislos verlaufen. Kreß ist sich aber bewusst, dass für Jugendliche mehr Freizeitangebote geschaffen werden müssen: »Da haben wir in Bad Nauheim eine Lücke.« Ihm schwebt eine interkommunale Zusammenarbeit mit Friedberg vor. Vielleicht könne die Skateranlage auf dem Burgfeld erweitert werden. Auf jeden Fall, so Kreß, müsse die Politik jetzt einen Beschluss in Sachen Goldsteinpark fassen. Ob dabei wirklich die Falkner den Vorrang erhalten, wird sich im Bauausschuss zeigen. Die UWG steht hinter der Auffassung des künftigen Bürgermeisters, entscheidend dürfte die Haltung der CDU sein.

Die Falkner stehen Gewehr bei Fuß, möchten möglichst schon im Herbst loslegen. Nach Auskunft von Stefan Zwätz haben sieben Personen kürzlich einen Verein gegründet, um die Kontinuität der Arbeit sicherzustellen. »Das Thema Greifvogelpark ist seit sieben Jahre in der Schwebe, jetzt muss endlich eine Entscheidung fallen«, sagt Zwätz. Sollten die Falkner doch nicht den Zuschlag erhalten, wollen sie in eine andere Wetterauer Gemeinde abwandern.

»Wir wären sehr verwundert, wenn das Prestigeprojekt Skateranlage scheitern würde«, betont dagegen der Vorsitzende des Bad Nauheimer Jugendbeirats, Tim Böttger. Damit würde eine große Chance für Bad Nauheim verspielt, zumal die Stadt die Anschaffungskosten nicht zahlen müsse. Jugendbeirat und Lions Club hätten für ihre Pläne seit Jahren positive Resonanz erhalten, jetzt gehe die Tendenz aber wohl in Richtung Greifvogelpark. Die von Kreß skizzierten Probleme sieht der 18-jährige Vorsitzende in dieser Form nicht. Mit einer Skateranlage könnte der Vandalismus im Goldsteinpark eher zurückgedrängt werden, weil mehr soziale Kontrolle herrsche. Von den Anwohnern des Goldsteinviertels – Böttger wohnt selbst dort – erwartet der Jugendbeirat ein hohe Akzeptanz der Skateranlage, weil dort viele Familien mit jüngeren Kindern lebten. Die attraktive Bahn würde viele Skater weit über die Wetterau hinaus anziehen. Für Böttger ein Gewinn: »Das täte dem Image der Stadt gut, und die Folgekosten sind nicht allzu hoch.«

Finanziert werden sollte die Skateranlage mithilfe des Lions Clubs Hessischer Löwe Bad Nauheim, der Sponsoren gewinnen wollte. Ob der Club auch bereit wäre, sich an einem anderen Standort für ein solches Vorhaben zu engagieren, etwa auf dem Burgfeld, wollte Past-Präsident und Projektleiter Gordon Kirstein nicht beantworten. Der Vorstand habe sich damit noch nicht befasst.

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