01. November 2018, 20:51 Uhr

Altersarmut ein Gesicht geben

01. November 2018, 20:51 Uhr
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Aus der Redaktion
Zahlen, Bilder und Biografien zur Altersarmut: Jan Weckler (l.) und Richard Kunkel wollen auf ein großes Problem aufmerksam machen, das weiter zunimmt. (Foto: prw)

Das Thema Altersarmut betrifft in Deutschland etwa eine Million Rentner – mit steigender Tendenz. Gründe dafür sind der wachsende Niedriglohnsektor und das sinkende Rentenniveau. Die jetzt von Landrat Jan Weckler eröffnete Ausstellung zeigt anhand des Beispiels von 13 Menschen im Alter zwischen 20 und 77 Jahren, warum Altersarmut für sie ein Thema ist oder in Zukunft sein wird.

Die Wanderausstellung wurde vom Verein Fototeam Hessen in Kooperation mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und Gewerkschaften in der Region Südosthessen erstellt und vom Bündnis für Soziale Gerechtigkeit in die Wetterau geholt.

»Die Wanderausstellung zeigt deutlich, dass nicht individuelles Fehlverhalten allein, sondern zum Teil auch politische Entscheidungen Menschen im Alter arm machen können. Altersarmut ist ein Thema, das die Politik in unserem Land noch lange beschäftigen wird. Ziel muss es sein, allen Menschen ein würdiges Auskommen zu ermöglichen, erst recht, wenn sie ein Leben lang gearbeitet haben. Deshalb müssen wir die strukturellen Bedingungen verbessern, um Menschen aus prekärer Arbeit herauszuführen«, erläutert Weckler. Das Bündnis will für ein gutes Leben für alle, für Teilhabe, Gerechtigkeit und sozialen Frieden eintreten. Die Ausstellung sei ein wichtiger Schritt, der Realität von Altersarmut ins Gesicht zu sehen.

Richard Kunkel von der katholischen Betriebsseelsorge und einer der Sprecher des Bündnisses erläutert dazu: »Obwohl Zahlen und Fakten schwarz auf weiß vorliegen, entsteht bisweilen der Eindruck, dass das Thema noch immer nicht als besorgniserregendes gesellschaftliches Problem ausreichend im Bewusstsein der Gesellschaft angekommen ist.«

Mehr als eine Million Rentner müssen schon heute ihre Rente aufstocken. Ihre Zahl nimmt ständig zu, da der Niedriglohnsektor wächst und gleichzeitig das Rentenniveau sinkt. Ein Problem, das auch Menschen im Wetteraukreis betrifft

Die einzelnen Ausstellungstafeln konfrontieren die Besucher mit Menschen, die von Armut bedroht und betroffen sind. Sie konfrontieren mit Biografien, die die Verarmungsstrukturen in Deutschland dokumentieren. Damit wolle man zu kritischen Diskussionen anregen und zur Umkehr einer Gesellschaft, die sich um der Würde der Menschen willen Altersarmut nicht leisten dürfe.

Die Ausstellung »Altersarmut« ist noch bis zum 16. November im Foyer des Kreishauses am Friedberger Europaplatz (Gebäude B) während der Öffnungszeiten montags bis mittwochs von 7.30 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 12.30 Uhr zu sehen.



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