23. Oktober 2019, 19:53 Uhr

Alter Friedhof: Fink legt mit Kritik nach

23. Oktober 2019, 19:53 Uhr
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Aus der Redaktion
Die Kerb hat auf dem Alten Friedhof Spuren hinterlassen. (Archivfoto: Fink/pv)

Das Thema »Bad Nauheimer Kerb auf dem Alten Friedhof« bewegt. Die WZ berichtete von der Kritik seitens des Vorsitzenden des Fördervereins Alter Friedhof - Historischer Bürgerpark in Bad Nauheim, Martin Fink. Er hatte einen alternativen Kerb-Standort gefordert und Schäden durch das Aufstellen von Fahrgeschäften beklagt. Bürgermeister Klaus Kreß reagierte und sprach sich klar dafür aus, am bisherigen Standort festzuhalten. Nun legt Fink mit einem offenen Brief an Kreß nach.

Darin wirft er dem Bürgermeister vor, zu suggerieren, die Kerb sei überwiegend eine Straßenkerb. »Das Gegenteil ist der Fall: Ihre Attraktivität ist überwiegend durch den Platz ›Alter Friedhof‹ mit der Unterbringung der großen Fahrgeschäfte begründet. Es ist paradox: Für diese stellt die Stadt einen ›schwammigen‹ Boden als Stellfläche zur Verfügung, für die anderen den asphaltierten.«

Der damalige Bürgermeister Bernd Witzel habe für den Erhalt des Alten Friedhofs als Grünfläche gekämpft, auch wenn er im Setzen von Grasgittersteinen in Teilen wohl einen Kompromiss gesucht habe, schreibt Fink. »Die langjährige Beobachtung des Nutzens dieser Fundamente zeigt, sie führen zu einer ganzjährigen Verödung der Gesamtfläche (bei nur fünf Tagen Kerb im Jahr!) und befinden sich dann meist dort, wo sie nicht gebraucht werden. Die Schwertransporter benutzen die Fläche, mangels klarer Regeln, eben auch zum Rangieren, was die Fläche in ihrer Struktur und größenmäßig nicht hergibt.« Wie die WZ berichtete, denkt die Verwaltung über mehr Gittersteine nach.

Wenn Kreß als Bürgermeister die Atmosphäre »der vor allem abends schaurigen Vergnügungsangebote« auf einer alten Friedhofsfläche aufgrund ihres alten Baumbestandes, den teils beschaulichen Sitzgruppen, den Gedenk-Stelen mit den Blumen-Rabatten am Rande, brauche, um sich damit im Alleinstellungsmerkmal von anderen Gemeinden abzugrenzen, dann ist das laut Fink nicht »mehr Flair« und auch kein »ansprechendes Ambiente«. Es sei beispiellos, weil auf auswärtige Besucher geschielt werde, die oft nicht wüssten, dass auf dem Kerbplatz über 4000 Tote bestattet seien, kritisiert Fink. »Die noch immer verästelte Verwandtschaft noch Lebender mit den Toten dort scheint Sie als Bürgermeister weniger zu interessieren. Die Marktplatz-Kerb hat Tradition - nicht die Kerb auf dem Alten Friedhof! Warum sollte man nicht im Sinne einer tatsächlichen Straßenkerb vom Marktplatz über die Friedrichstraße in östlicher Richtung die Parkstraße entlang mit ihren Parkplatzausbuchtungen für die großen Fahrgeschäfte, bis hinunter zur Kurstraße mit Platz am Kurparkplaza gehen - die Innenstadt nutzend mit ihrer Nähe zu Geschäften und Gaststätten?«, fragt Fink.

Kreß’ Behauptung, es werde kein Alternativstandort gesucht, »wir halten an dem erfolgreichen Konzept dieser Traditionsveranstaltung fest«, sei unerträglich. Fink dazu weiter: »Warum unterbinden Sie freien Meinungsaustausch? Bürgerengagement steht wieder mal zur Disposition.«

Verweis auf die Kosten

Es sei anzuerkennen, dass der Bürgermeister die Überlegungen zur Aufwertung der Grünfläche als Historischer Bürgerpark zur Angelegenheit der Stadt gemacht habe. Es sei aber ein Widerspruch, wenn tiefe Spurrinnen im Eingangsbereich an der Wilhelmskirche als Folge der Kerb-Ausrichtung zurückblieben und dann Steuergelder für die Instandsetzung ein weiteres Mal zur Verfügung gestellt würden, obwohl sie kurz davor zur »Aufwertung« ausgegeben worden seien. »Ein widersprüchlicher Vorgang, der sich Jahr für Jahr wiederholt und fiskalischer Offenlegung bedarf.«



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