20. März 2019, 19:59 Uhr

Alte Schätze aus der Wetterau

Der Arbeitskreis Geologie und Mineralogie des Vereins für Geschichte und Heimatkunde Oberursel hat die neue Sonderausstellung vorbereitet, die aktuell im Vortaunusmuseum zu sehen ist. Sie zeigt Fundstücke wie Mineralien und Fossilien aus der Wetterau. Unter den Ausstellungsstücken ist auch ein Alltagsprodukt.
20. März 2019, 19:59 Uhr
Auch die in Ober-Rosbach gefundenen Eisenröhren sind im Vortaunusmuseum zu sehen. Jürgen Sukop (vorne) und Karlheinz Heidelberger haben die Ausstellung vorbereitet.

Wer sich mit Mineralien und Fossilien beschäftigt, hat ein anderes Zeitgefühl als die meisten seiner Mitbürger. »Nicht ganz so alt«, sagt Jürgen Sukop beim Blick auf die Sandrosen in einer Vitrine – »etwa acht bis zwölf Millionen Jahre.«

Jürgen Sukop vom Arbeitskreis Geologie und Mineralogie des Vereins für Geschichte und Heimatkunde Oberursel hat mit seinem Kollegen Karlheinz Heidelberger die neue Sonderausstellung im Vortaunusmuseum vorbereitet, die dort aktuell für jedermann zu sehen ist. »Die Geologie der Wetterau und angrenzender Gebiete«, ist die Schau überschrieben, mit deren Organisation sich der Arbeitskreis etwa zwei Jahre befasst hat.

Sandrosen aus Rockenberg

Museumsleiterin Renate Messer bindet die Arbeitskreise des Geschichtsvereins in die Museumsarbeit ein. Die Geologie des Taunus war vor einigen Jahren schon mal Thema; da habe sich schon abgezeichnet, dass auch die Wetterau ein interessantes Gebiet sei, sagen Messer und die beiden Männer. »Wir haben den Anspruch, etwas Heimatkundliches zu machen«, erklärt Sukop.

In der Sonderausstellung sind zum einen Fotos zu sehen – zum Beispiel vom Quarzit-Steinbruch im Köpperner Tal bei Friedrichsdorf. Sukop erinnert sich an Ausflüge, bei denen er bei Minustemperaturen unterwegs war und Bilder machte. Zum anderen werden Mineralien und Fossilien ausgestellt. »Fossilien sind Fenster in die Vergangenheit«, meint Heidelberger.

Dass das Thema der Schau zu wissenschaftlich, zu sperrig sein könnte, glauben die Männer nicht. Interesse an Mineralien und Fossilien sei da, auch Kinder schauten sich die Exponate gern an.

Zu diesen gehören die genannten Sandrosen aus Rockenberg. Sie bestehen laut Sukop aus Baryt und Sand. Sukop und seine Mitstreiter sind selbst unterwegs, um solche Schätze zu finden – mit Handschuhen, Hammer und Eimer. »Wir geben uns aber Mühe, keine Schäden anzurichten«, betont er.

Ein Hingucker sind auch sogenannte Eisenröhren – Eisen-Mangan-Ablagerungen –, die die Hobby-Geologen in Ober-Rosbach gefunden haben. Ebenso, und da sind wir bei richtig alten Stücken, sind 200 bis 250 Millionen Jahre alte Kieselhölzer zu sehen, darunter ein bearbeitetes Stück Konifere. »Unter dem Mikroskop kann man die Zellstrukturen sehen«, sagt Heidelberger.

Wer aufmerksam durch die Ausstellung geht, wird etwas entdecken, das er auch von daheim kennt: Mineralwasserflaschen. Mineralien kommen schließlich auch im Wasser vor. (Foto: Jochen Reichwein)

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