31. Mai 2019, 19:57 Uhr

Alte Hits zum Mitsingen

31. Mai 2019, 19:57 Uhr
Fühlen sich auch bei ihrem vierten Besuch in Bad Nauheim wohl: »Die Prinzen« in der Dankeskirche. (Foto: Weigelt)

Der Altarraum, der zur großen Showbühne wird, bunte Scheinwerfer, die die Dankeskirche erleuchten: Erneut gastierte eine der wohl erfolgreichsten deutschen Popbands am Mittwochabend in Bad Nauheim. Auf ihrer diesjährigen Kirchentour machten »Die Prinzen« Halt in Bad Nauheim und begeisterten aufs Neue das Publikum, das sich mitreißen ließ. Am Ende hielt es so gut wie niemanden auf dem Sitzplatz.

Wenn die »Prinzen« auf Tour gehen, sind ihre Konzerte meistens nach kurzer Zeit ausverkauft. Anders sah es auch nicht in Bad Nauheim aus. Auf der Warteliste standen am Ende noch 100 Namen. Mit 650 verkauften Tickets wurde die mögliche Platzkapazität der Kirche voll ausgeschöpft. Auch bildete sich vor dem Einlass eine lange Schlange bis zur Parkstraße. Was nicht verwunderlich war, begeisterten die »Prinzen« seit 1991 schon über fünf Millionen Menschen mit ihren Konzerten. Über sechs Millionen verkaufte Tonträger, 16 Gold- und sechs Platinplatten sowie zwei Echo-Music-Awards unterstreichen ebenso ihren Erfolg.

»Da seid ihr ja wieder!«, sagte Sänger Sebastian Krumbiegel zur Begrüßung des Publikums. Dieses empfing seine »Prinzen« gleich zu Beginn mit großen Beifall. »Alta Trinita Beata« - mit dem Hymnus aus dem 15. Jahrhundert, der die Dreieinigkeit von Gott »Vater«, »Sohn« und dem »Heiligen Geist« lobt, zollten die Sänger zur Konzerteröffnung den kirchlichen Räumlichkeiten Respekt. Zugleich erinnerten sie mit ihrem A-cappella-Gesang auch an ihre eigenen musikalischen Wurzeln.

Viele Erinnerungen

In einem Gotteshaus fing für sie schließlich alles in den 70er Jahren an. In ihrer Jugend waren Tobias Künzel, Sebastian Krumbiegel, Wolfgang Lenk sowie Henri Schmidt bis in die erste Hälfte der 1980er Jahre Mitglieder des Leipziger Thomanerchors, Jens Sembdner sang im Dresdner Kreuzchor. 2010 entdeckten die »Prinzen« die Kirche dann auch als Konzertort. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich auch am Mittwoch bestätigte. Gleich nach dem Hymnus verwandelte sich die Dankeskirche wieder in einen »Rock-’n’-Roll-Club« wie vor zwei Jahren, als die »Prinzen« hier gastierten. Schnell wurde deutlich, warum sie in ihrer Branche zu den Großen gehören und Fans aller Altersklassen ihnen die Treue halten. Auch nach über 25 Jahren bleiben die Melodien und Texte, die den Nagel auf den Kopf treffen, den Menschen im Gedächtnis. Hits wie »Deutschland« oder »Schwein sein« und »Gabi und Klaus« sangen die Zuschauer gekonnt mit. Bei Liedern wie »Fahrrad«, »Bombe«, »Millionär« und nicht zu vergessen »Mann im Mond« wurden zahlreiche Erinnerungen wach, schnell war die Stimmung auf dem Höhepunkt. »Heute schreiben wir aber andere Songs«, sagte Krumbiegel. Schließlich seien die Jungs auch älter geworden. Recht hatte er, auch mit ihren neueren Songs sorgten sie für wundervolle Konzertmomente. Ein weiterer Höhepunkt: der musikalische Chef der Truppe, Wolfgang Lenk, der mit seinem Lied »Backstagepass« das Publikum beeindruckte. Immer wieder griffen die fünf Sänger auch selbst zu den Instrumenten oder nahmen am Piano Platz. Ergänzt wurde der Sound von Mathias Dietrich an der Bass-Gitarre und Ali Zieme am Schlagzeug. Nach dem letzten Lied »Alles nur geklaut« wollten sich die Zuschauer aber nicht verabschieden lassen. Wie erwartet folgten gleich drei Zugaben, darunter auch »Küssen verboten«. Noch einmal wurden die »Prinzen« zurück auf die Bühne applaudiert. Dort verabschiedeten sie sich dann mit dem Choral »Verleih uns Frieden«. Auch dies hätte nicht treffender gewählt werden können.

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