23. Januar 2017, 18:41 Uhr

»Alle meine Entchen« auf Plastik

Wasserrauschen empfing die Besucher am Sonntagabend in der Burgkirche. Das Geräusch kam allerdings vom Band. Es war die passende Einstimmung auf das Flötenkonzert »Wassermusik von Händel bis Joplin« der »Flute-Connection«.
23. Januar 2017, 18:41 Uhr
Klassisch und modern: So spielen Flute-Connection. Michael Sturm singt »Im tiefen Keller sitz ich hier«. (Fotos: lod)

Wasserrauschen empfing die Besucher am Sonntagabend in der Burgkirche. Das Geräusch kam allerdings vom Band. Es war die passende Einstimmung auf das Flötenkonzert »Wassermusik von Händel bis Joplin« der »Flute-Connection«.

Das »Wasserkonzert« mit Musik aus einem halben Jahrtausend war zugleich der Abschluss eines dreitägigen Workshops unter der Leitung von Sabine Dreier, der Fachbereichsleiterin für Blasinstrumente an der kreisstädtischen Musikschule. »Mit dem Thema Wasser in der Musik hätten wir mehrere Konzerte bestreiten können«, sagte Dreier, nachdem sich Kantor Ulrich Seeger in seiner Begrüßung über den absoluten Rekordbesuch in der proppenvollen Kirche gefreut hatte.

Passend zum Konzerttitel eröffnete das 15-köpfige Ensemble den Abend mit einem Satz aus Händels Wassermusik. In wechselnder Besetzung folgte ein musikalischer Ausflug in das 16. Jahrhundert mit Kompositionen von John Dowland und Balthasar Arthopius sowie dem fröhlichen Trinklied »Tourdin«, das Pierre Attaingnant 1530 geschrieben hat. Die Gruppe spielte diese Lieder auf Renaissance-Traversflöten.

40 Flöten im Einsatz

Zum Einsatz kamen im Laufe des Konzerts an die 40 Flöten, von der kleinen Piccolo-Flöte hin zur zwei Meter hohen Kontrabassflöte. Dem Ausflug ins 18. Jahrhundert mit »Reigen seliger Geister« von Christoph Willibald Gluck folgten bekannte Melodien aus dem 19. Jahrhundert, wie die »Regentropfen-Prélude« von Frédéric Chopin sowie Auszüge aus Smetanas »Die Moldau« oder der Strauß-Walzer »An der schönen blauen Donau«.

Auch als Begleitorchester überzeugte das hervorragende Ensemble. Mit tiefer Stimme sang Michael Sturm mit einer Flasche Wein in der Hand »Im tiefen Keller sitz ich hier« und später »Der Wasserträger« aus dem Film »Wolga, Wolga«. Das Ensemble-Mitglied war kurzfristig für den erkrankten Bassisten Karl Lauer-Schmatz eingesprungen. Die Besucher dankten ihm mit langem Beifall.

Nach der Pause stand Musik aus Irland, Schottland, Russland und den USA im Mittelpunkt. Bei den Folksongs kamen Low Whistles zum Einsatz. Dem »Tanz der Schwäne« aus Tschaikowskys »Schwanensee« folgte Musik aus dem letzten Jahrhundert, darunter Paul Simons »Bridge over troubled water« und »Moonriver« aus dem Film »Frühstück bei Tiffany«.

Aufgelockert wurde das hochkarätige Konzert durch mehrere Ensemblemitglieder, die kurze Gedichte und Texten von Luther, Goethe oder Morgenstern vortrugen. Lars Friedrich spielte in einem lustigen »Wasser-Sketch« auf einer Plastikwasserflasche »Alle meine Entchen«.

Mit Scott Joplins Ragtime »Cascades« beendete die »Flute-Connection« ihr Konzert, das keine Wünsche offenließ. Nicht enden wollte der Beifall der begeisterten Besucherschar, die sich zwei Zugaben erklatschten und dann fleißig Scheine in die Körbchen am Ausgang warfen. Der Erlös dient dem Erhalt der Burgkirche.

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