03. August 2018, 20:31 Uhr

Suchthilfe

Alkohol, Drogen, Glücksspiel: 870 Personen holen sich Hilfe

03. August 2018, 20:31 Uhr

Alkohol, Drogen, Glücksspiel: Sucht hat viele Gesichter. Wer mit seiner Sucht kämpft, wer Beratung und Hilfe sucht, für den ist das Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe für den Wetteraukreis, kurz ZJS, eine wichtige Anlaufstelle. Träger ist der Verein Jugendberatung und Jugendhilfe. Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch hat nun den Jahresbericht 2017 vorgestellt.

870 Personen nutzten das Beratungsangebot im vergangenen Jahr, 3815 Beratungs- und Behandlungstermine wurden durchgeführt. 31 Prozent brachten das Thema Alkohol mit. Doch mehr als 60 Prozent kamen wegen des Konsums illegaler Drogen in die Beratung: 37 Prozent Cannabis, 15 Prozent Opiate, 8 Prozent Amphetamine und Ecstasy, 5 Prozent Kokain und Crack.

Sucht scheint eher ein männliches Problem: 634 Männer und 236 Frauen kamen in die Beratung. 105 Personen wurden in eine stationäre Einrichtung vermittelt. Bei Beratungsende waren laut dem Bericht gut 40 Prozent der Personen abstinent, für 38 Prozent hatte sich der Konsumstatus verbessert, bei 19 Prozent blieb er unverändert und nur bei 3 Prozent hatte er sich verschlechtert.

Lediglich 2 Prozent der Beratungen im ZJS drehen sich um Spielsucht. Fast alle hatten Probleme mit Glücksspiel, das in Spielhallen und Gaststätten angeboten wird. 2017 wurden auch vermehrt Online-Casinos als Hauptspielort genannt. 82 Prozent der Personen, die in die hessischen Fachberatungen für Glücksspielsucht kommen, seien von Geldspielautomaten abhängig, heißt es im Bericht. Bundesweit hätten 16 Prozent der pathologischen Glücksspielenden Schulden von über 25 000 Euro.

Mehr Beratung an Schulen

Das ZJS bietet Projekte zur Sucht- und Gewaltprävention in Schulen und Institutionen an, die von Jugendlichen genutzt werden (zum Beispiel Jugendzentren, Konfirmandengruppen, Flüchtlingsunterkünfte, Bildungseinrichtungen). Bei 191 Terminen in Schulen wurden 7000 Personen erreicht. Durch das Projekt »Über Sucht und Drogen reden« konnten 2349 Personen in 89 Klassen direkt angesprochen werden. 17 Schulen nahmen am Aktionstag zum Thema Sucht und Drogen im Straßenverkehr teil, drei mittelständische Unternehmen schulten ihre Azubis zum Thema. Auch wurden angehende Beratungslehrer und Referendare informiert. »Wir erleben einen deutlichen Zuwachs an Beratungsgesprächen mit Schülern, hauptsächlich ging es dabei um Cannabis. Und wir freuen uns, dass unser Angebot eine stabile Nachfrage von allen Schulformen erlebt«, sagt Hans Peter Krämer, Leiter des ZJS.

Das ZJS in Friedberg hat eine Außenstelle in Büdingen, bietet Suchthilfe und Suchtprävention für Bad Vilbel/Karben an (auf Initiative der Städte eingerichtet und dem ZJS angegliedert) und Außensprechzeiten in Nidda und Butzbach.

Kontakt: Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe für den Wetteraukreis ZJS, Bismarckstraße 2, Friedberg, Telefon 0 60 31/72 10-0, E-Mail zjswk@jj-ev.de.

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