Wetterau

Albert Hammond: Ein Weltstar zum Anfassen

Albert Hammond hat am Freitagabend ein umjubeltes Konzert am Wölfersheimer See gegeben. Ex-Sweet-Frontmann Pete Lincoln hatte dem Publikum zuvor eingeheizt.
19. August 2019, 14:00 Uhr
Inge Mueller
Am Ende dirigiert er den spontanen Chor zu »One moment in time«.

Am Ende kamen sich Star und Publikum hautnah, feierte man gemeinsam »It never rains in southern California«, die »Free Electric Band« und das unsterbliche »The air that I breathe«: So grandios endete das Konzert mit Albert Hammond und Band am Freitagabend in der Arena am See. Erkennbar zelebrierte das Publikum dabei auch die eigene Jugend und viele schöne Erinnerungen, vor allem aber befand man sich in der Gegenwart und feierte zweieinhalb Stunden lang mit einem bodenständigen, begeisternden Weltstar, der sich aktuell auf seiner internationalen »Songbook Tour« befindet.

Mit 69 Jahren habe er beschlossen, nach 30 Jahren Bühnenabstinenz noch einmal zurückzukommen, verriet der nahezu alterslos wirkende 75-jährige Hammond. »Wenn ich die Bühne betrete und Euch vor mir sehe, stelle ich einfach fest: Das ist mein Leben, Ihr gebt mir Leben!« Derartige Ansagen honorierte das Publikum mit begeistertem Beifall, wahlweise Klatschen und Mitsingen oder geschwenkten Feuerzeugen.

»Seid dankbar - das verändert alles!«

Bestens gelaunt, zu Tanzeinlagen und zum Bad in der Menge aufgelegt, absolvierte Hammond ein Konzert, das von Welthit zu Welthit eilte, von den frühen Werken wie »Everything I want to« und dem umweltkritischen »Down by the river« (»dem ersten grünen Song aller Zeiten«, wie Hammond sagte) über »Freedom come, freedom go«, »Gimme that thing« und »The peacemaker«.

So wurde selbst weniger eingefleischten Fans klar, dass Albert Hammond sie musikalisch durch ihr ganzes Leben begleitet hat - auch durch seine Songs für Joe Cocker (»Don’t you love me anymore«), Tina Turner (»I don’t wanna lose you«), Whitney Houston (»One moment in time«) und Diana Ross (»When you tell me that you love me«), darüber hinaus für Chicago, Tom Jones, Johnny Cash, Celine Dion, Chris de Burgh, Roy Orbison, die Carpenters und Art Garfunkel.

»Brand new day« sei das Lieblingslied seiner inzwischen 99-jährigen Mutter, verriet der Star - sie habe ihm nicht nur die guten Gene vererbt, sondern ihn auch die Dankbarkeit für jeden Tag gelehrt. »Macht das so: Bedankt Euch jeden Morgen, noch bevor Ihr Euch die Zähne putzt - das verändert alles!«

Ein Lied, bei dem alle mitsingen

Hammond blieb mitreißend bis zum grandiosen Finale, ging bei »To all the girls I loved before« auf direkten Kuschelkurs mit den Damen im Publikum und dirigierte zum Schluss einen großen, spontanen »One moment in time«-Chor, der jedes Wort mitsang.

Den Auftakt des Abends hatte der sympathische Ex-Sweet-Frontmann Pete Lincoln bestritten. Auch er ein vielseitiger Musiker, der neben den Hits der Glam-Rock-Band in Akustik-Version zahlreiche Balladen von seinen Solo-Alben und der Scheibe »All for one« im Gepäck hatte. Letztere nahm er mit Peter Howarth von den Hollies und Mick Wilson von »10cc« auf - als Trio sind die Altmeister unter dem Bandnamen »Frontm3n« auch in der Region aktiv.

Den Übergang zwischen beiden Konzertteilen gestalteten der Wölfersheimer Kultmusiker Bernd Heinisch und zahlreiche seiner Mitstreiter von »Wölfersheim Live« mit »Imagine« von John Lennon in englischer und deutscher Sprache. »Dies wäre ein Song, den Albert Hammond gern selbst komponiert hätte«, verriet Heinisch, der den Kontakt zwischen der Kommune und dem Weltstar hergestellt hatte.

Für Heinisch und seine musikalische Truppe war der kurze Auftritt am Freitag auch eine besondere Art des Aufwärmens: Der Samstagabend am See gehörte ausschließlich »Wölfersheim Live« (Bericht folgt).

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