27. Mai 2019, 21:51 Uhr

Alber rechnet mit Magistrat ab

27. Mai 2019, 21:51 Uhr
Thomas Alber

Wer dachte, die Zeiten, in denen sich Thomas Alber und die Rosbacher Lokalpolitiker in den Haaren liegen, sind mit dem Abgang des früheren Bürgermeisters vorbei, hat sich getäuscht. Nach der auf Grünen-Anfrage geäußerten Kritik des Magistrats an den Kosten für seine Verabschiedung (WZ vom Samstag) hat Alber nun zurückgeschossen: In einem Brief an den Magistrat und die Fraktionsvorsitzenden wirft er der Stadtregierung (hier wohl speziell dem Ersten Stadtrat Heinz Sill) vor, Informationen unterschlagen zu haben und undifferenzierte Diskussionen zu führen.

Wie berichtet, hatte der Magistrat auf Anfrage der Grünen geantwortet, er halte die Kosten für die Erstellung des Films, der bei der als Kinoabend inszenierten Verabschiedung gezeigt worden war, für nicht angemessen. Insgesamt hatte die Verabschiedung, zu der der Magistrat auch die Feierlichkeiten zum Gedenken an Adolf Reichwein sowie die Abschlussfeier für die Gäste aus den Partnerstädten zählt, laut Sills Antwort 10 683,39 Euro gekostet.

Alber kontert nun, man dürfe die drei Veranstaltungen rechnerisch nicht einfach in einen Topf werfen. Er habe seine Verabschiedung lediglich auf Bitten des Magistrats selbst organisiert. Die Kosten für die reine Verabschiedungsfeier - Alber nennt 3000 bis 4000 Euro - entsprächen den Vorgaben. Der Magistrat habe eine Verabschiedung mit Catering für die geladenen Gäste gewünscht. »Selbst bei nur 250 Gästen und einem niedrig anzusetzenden Preis für ein Buffet von 20 Euro mit Getränken entspricht dies einem deutlich höheren Budget als verbraucht wurde.« Alber fragt in seinem Brief nach: »Warum steht der Magistrat nicht zu seiner eigenen Entscheidung, sondern versteckt sich hinter einem ausgeschiedenen Bürgermeister?« Der Ex-Bürgermeister weist darauf hin, dass die Medienerstellung für die Dokumentation des 120. Reichwein-Geburtstages bereits im Oktober 2018 beauftragt worden sei. Ohnehin habe man für diese Veranstaltungsreihe insgesamt 11 000 Euro Sponsorengelder sowie Sachleistungen und ehrenamtliche Leistungen eingeworben.

Der Film zu seiner Verabschiedung, eine Zusammenstellung von Bildern aus sechs Jahren Stadtgeschichte, sei das zentrale Element seiner »Dankeschönfeier« gewesen. Er könne Kritik an den Kosten der Mediener-stellung nicht nachvollziehen. Sie bedeuteten lediglich ein Fünftel des Gesamtaufwandes. Die Auswahl aus 78 000 Bildern habe er unentgeltlich in seiner Freizeit (Alber spricht von 80 bis 100 Stunden) getroffen. Auch seien einige Leistungen an diesem Abend, etwa die Moderation, unentgeltlich erbracht worden. Er frage sich, warum der Magistrat dies in seiner Antwort unterschlage. Sein Fazit: »Es erstaunt, dass der Magistrat sowohl die Dokumentation der Reichwein-Wochen als auch die Darstellung der sechsjährigen Stadtgeschichte am Abend im Rahmen der Feier für sachlich unangemessen hält.«

Verzicht auf Unterstützung

Eine kurze Nachfrage bei ihm hätte vieles schnell aufgeklärt, schreibt Alber an die Rosbacher Politiker. Das Thema sei für ihn mit seiner Antwort erledigt. Bei der bevorstehenden Fahrt in die sächsische Partnerstadt Netzschkau, deren Organisation er auf Bitten der Verwaltung übernommen habe, will Alber jedoch auf die Inanspruchnahme städtischer Leistungen wie den Bustransfer verzichten - auch, um »weitere Anfragen entbehrlich zu machen«.

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