28. Oktober 2018, 23:54 Uhr

AfD im Ostkreis drittstärkste Kraft

28. Oktober 2018, 23:54 Uhr

Wetteraukreis (dab). Ein erhebliches Plus machten zwar auch die Grünen, doch im Osten der Wetterau hat die AfD am Ende mehr Stimmen geholt als die Ökopartei und ist somit drittstärkste Kraft. CDU und SPD mussten sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen deutliche Verluste hinnehmen.

Das Duell der Kreisvorsitzenden von CDU und SPD hat Lucia Puttrich für sich entschieden: Die Christdemokratin hat das Direktmandat im Wahlkreis 26 (Wetterau II) geholt – nach Auszählung von 87 von 112 Wahlbezirken mit 29,6 Prozent der Erststimmen; die Ergebnisse aus Nidda und Büdingen lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Doch auch Gnadl wird in den Landtag einziehen. Auf die Sozialdemokratin entfielen zwar nur 23,5 Prozent (Stand: 23.30 Uhr); aber auf Platz acht der SPD-Landesliste behält auch sie ihren Job in Wiesbaden.

Über die Liste seiner Partei ist auch Andreas Lichert (AfD) ein Sitz im Landtag sicher: Er steht dort auf Platz fünf; als Direktkandidat erreichte er voraussichtlich über 17 Prozent. Die anderen vier Kandidaten werden nicht im Landtag vertreten sein. Der Grüne Thomas Zebunke kam auf 13 bis 14 Prozent. »Der Ostkreis ist der härteste Wahlkreis für uns Grüne«, sagte er. »Es ist schwer, dort Menschen zu mobilisieren. Umso mehr freue ich mich, das Ergebnis im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren verdoppelt zu haben.«

Traditionelle Ausnahme: Florstadt

Weit abgeschlagen sind die drei anderen Kandidaten: Wolfgang Patzak (FDP) erzielte um die 6 Prozent, Ulrich Majunke (Freie Wähler) kam auf 5 bis 6 Prozent, Gabi Faulhaber (Linke) erreichte rund 4 Prozent. Sie war vor zwei Jahren über die Landesliste in den Landtag nachgerückt, nimmt nun aber ihren Abschied aus Wiesbaden: Die 65-Jährige steht nicht mehr auf der Landesliste; sie sagt, sie wolle für Jüngere Platz machen.

Bislang ist Klaus Dietz (CDU) der Abgeordnete für den Wahlkreis Wetterau II. Er erzielte bei der Landtagswahl 2013 einen Erststimmenanteil von 41,9 Prozent – deutlich mehr als jetzt seine Parteikollegin Puttrich; sie ist in der derzeitigen Landesregierung Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten. Auch das Ergebnis für Gnadl fällt deutlich schlechter aus als 2013: Damals hatte sie 36,4 Prozent der Stimmen geholt.

Doch vor fünf Jahren war die AfD noch nicht mit einem Kandidaten angetreten, und die Grünen schnitten jetzt mit ihrem Bewerber wesentlich besser ab als 2013. Auch bei den Zweitstimmen konnten beide Parteien zulegen: die Grünen von 7,7 auf wohl 15 Prozent, die AfD von 4,6 auf über 17 Prozent.

In Hirzenhain wurde die AfD mit 23,3 Prozent sogar stärkste Partei; hier kamen CDU und SPD jeweils nur auf rund 20 Prozent. In Kefenrod liegt die AfD mit 18,3 Prozent nahezu gleichauf mit der SPD (18,4). In den anderen Kommunen erreichte die Partei konstant 15 bis 18 Prozent. In Nidda-Schwickartshausen oder Kefenrod-Helfersdorf holte Lichert die meisten Erststimmen. Puttrich: »Das gute Abschneiden der AfD im Wahlkreis II überrascht, da Andreas Lichert sich nie hat blicken lassen.« Zebunke: »Es ist schockierend, wie groß der Zulauf für die AfD in einigen Ortschaften ist. Dabei haben sie die richtigen und wichtigen Fragen für den ländlichen Raum gar nicht gestellt.«

Altenstadt, Büdingen, Gedern, Glauburg, Hirzenhain, Kefenrod, Limeshain, Nidda, Ortenberg und Ranstadt – eine Ausnahme im Wahlkreis 26 bildet traditionell die SPD-Hochburg Florstadt. Hier kam Gnadl auf 29,6 Prozent, Puttrich auf 24,2. Keine Ausnahme bildet Florstadt bei der Zustimmung zur AfD: 17,8 Prozent der Erststimmen entfielen auf die Partei; Direktkandidat Lichert holte 18,1 Prozent. Ähnlich wie in den anderen Kommunen sah es in Florstadt mit dem NPD-Ergebnis aus: Die Partei verlor von 2,8 auf 0,9 Prozent.

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