23. November 2018, 18:57 Uhr

Adventlich und lebenswichtig

23. November 2018, 18:57 Uhr
Beim Weihnachtsmarkt am 8. Dezember auf dem südlichen Stadtkirchenplatz in Friedberg dürfen nur soziale und karitative Gruppen etwas anbieten. So wie der Verein »Atemzeit« aus Wohnbach, für den (v. l.) Karolin Falk, Nina Jäger und Karin Portz Weihnachtskrippen im Glas und vieles mehr basteln. (Foto: lod)

Krippen im Glas mit Maria, Josef und dem Jesuskind auf echtem Stroh sowie Weihnachtsbäume aus dreieckigen Stoffkissen, Ästen und Baumrinde entstehen derzeit im Gemeinschaftsraum des Hauses »Atemzeit« im Kuhweg in Wohnbach. Die adventlichen Deko-Artikel können auf dem 38. Weihnachtsmarkt der evangelischen Kirchengemeinde Friedberg am Samstag, 8. Dezember, auf dem südlichen Stadtkirchenplatz erworben werden. Zum zweiten Mal beteiligt sich der vor drei Jahren von der Gießener Krankenschwester Anett Wiese initiierte Verein an dem Markt, an dem nur im sozialen oder karitativen Bereich tätige Gruppen teilnehmen dürfen.

Eltern können im Haus übernachten

»Wir wollen bekannter werden und über unsere Arbeit informieren«, sagt Vorsitzende und Einrichtungsleiterin Nina Jäger aus Reiskirchen, die ebenso zu den Gründungsmitgliedern gehört wie die Bad Nauheimerin Karolin Falk.

Die meisten Gründerinnen sind Krankenschwestern, in der Regel mit Zusatzausbildung für Intensivpflege. »Irgendwann bin ich bei den Kindern gelandet«, sagt Jäger. »Wir haben immer wieder hautnah erlebt, dass Eltern mit schwer kranken und schwerstpflegebedürftigen Kindern nach der Entlassung aus der Kinderklinik heillos überfordert sind. Diese Lücke schließen wir hier in unserem Haus ›Atemzeit‹.« Das im Februar vergangenen Jahres eröffnete Haus bietet Platz für maximal neun Kinder und Jugendliche – vom Baby bis ins Teenageralter. In jedem Zimmer befindet sich eine Schlafcouch für die Eltern oder ein Elternteil, die so rund um die Uhr dabei sein können. So lernen sie, wie sie ihr Kind zu Hause richtig pflegen und versorgen können. »Das ist in Deutschland bisher einmalig«, ergänzt Martin Brumpreiksz. Der gelernte Soziologe ist seit Kurzem Geschäftsführer des Vereins. Das »Rundum-Angebot« in einer familiären Atmosphäre hat sich inzwischen herumgesprochen. »Anfragen kommen aus ganz Hessen, aber auch aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland«, sagt Katrin Falk, die schon bei der Betreuung des ersten kleinen Patienten dabei gewesen ist. Meist müssen diese beatmet werden, oder es besteht die Gefahr, dass sie künftig darauf angewiesen sein werden.

Der Intensivpflegedienst »Pflegenest« übernimmt die Pflege. Die Kosten für die Intensivpflege sowie für das medizinische Zubehör wird von den Krankenkassen übernommen, den Rest finanziert der Verein aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. »Demnächst erhalten wir das lang ersehnte eigene Auto«, freut sich Jäger. Die Verweildauer der Kinder und Jugendlichen samt ihrer Eltern oder einem Elternteil im Haus »Atemzeit« richtet sich nach der Krankheit und der familiären Situation. Alle pädagogischen, organisatorischen sowie strukturellen Aufgaben werden in dieser Zeit übernommen. Dazugehört auch die Organisation der nötigen Anschaffungen, die für eine häusliche intensivmedizinische Versorgung benötigt wird. »Wir hatten Familien, die konnten schon nach vier Wochen nach Hause. Aber es kann auch mal ein halbes Jahr dauern, bis alle Voraussetzungen für die häusliche Pflege erfüllt sind«, erklärt Nina Jäger.

Auf den Markt an der Stadtkirche freut sie sich: »Wir sind letztes Jahr so toll aufgenommen worden. Die Atmosphäre auf dem Platz ist toll, auch wenn es kalt und sehr windig war. Es hat viel Spaß gemacht.«

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