20. Dezember 2017, 20:11 Uhr

»Advent, Advent, des Kränzi brennt«

20. Dezember 2017, 20:11 Uhr
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Aus der Redaktion
»Rudolf, schwing die Hufe«. Dazu haben (v. l.) Martin Schnur, Harald Schuchardt und Petra Schwarzhaupt einen vorweihnachtlichen Abend gestaltet. (Foto: lod)

Muss es in der Vorweihnachtszeit immer nur besinnlich zugehen? Sicher nicht, dachten sich »Neu-Autorin« Petra Schwarzhaupt, Liedermacher und Literat Martin Schnur sowie WZ-Mitarbeiter Harald Schuchardt. Schon der Titel ihres vorweihnachtlichen Abends »Advent, Advent, des Kränzi brennt« in der seit Monaten ausverkauften Kulturscheune der Apfelweinstraußwirtschaft »Zum Gerippte« deutete einen fröhlichen, unterhaltsamen, aber auch satirig-bissigen Abend mit eine gehörigen Portion Lokalkolorit an.

»Wer heute ›Stille Nacht‹ singen und die übliche Weihnachtsgeschichte hören will, der sollte noch schnell gehen«, meinte Schuchardt in seiner Begrüßung. Gegangen ist niemand. Vielmehr sangen die Besucher schon beim ersten Lied von Martin Schnur »Schinkenspeck, Schinkenspeck« – ganz frei nach »Jingle Bells« – kräftig mit. Zwischen den literarischen Blöcken schaffte es der Wetterauer Kulturpreisträger mit seinen etwas anderen Weihnachtsliedern, die Besucher zum lautstarken Mitsingen zu animieren, zumal der Text oft der Gleiche war.

»Schneeflöckchen – Weißröckchen« sang Schnur mal in einer russischen, mal in einer irischen Version sowie auf Melodien von Beat- und Popklassikern und die Besucher bildeten einen einzigen großen Chor. Das galt auch für weitere von Schnur umgetextete Klassiker, wie »Mein Vater war ein Weihnachtsmann« oder dem Rock’n’Roll »Rudolf, schwing die Hufe«.

Ein Höhepunkt war der gemeinsame Auftritt Schnurs mit Ehefrau Rosi und deren Weihnachtsversion des 50er-Jahre-Hits »Spiel mit mir eine kleine Melodie«. Und dann standen die Besucher beim Schnur-Klassiker »Margarine« spontan auf, um den zweistimmigen Refrain noch etwas inbrünstiger zu intonieren.

»Was seit ihr denn für ein Publikum?« schwärmte Schnur, der ebenso gefeiert wurde, wie die beiden anderen Akteure am Freitagabend. Petra Schwarzhaupt weckte mit ihren beiden Geschichten aus ihrem gerade erschienen Buch »E schie Weihnoachte« so manche Erinnerung bei den älteren Besuchern.

Für den satrischen Teil war Harald Schuchardt zuständig. Mit kurzen oft mit schwarzem Humor gespickten Weihnachtsgedichten des Dresdener Kabarettisten Matthias Machwerk brachte er die Besucher immer wieder zum Lachen, ebenso mit dem »aktuellen« Zeitungsartikel über die Geburt Jesu mit der Schlagzeile »Säugling im Stall gefunden – Polizei und Jugendamt ermitteln – unmündige Mutter vorläufig festgenommen.«

Mit der von Schnur geschriebenen nachdenklich-kritischen Nikolausrede läutete Schuchardt das Finale des Abends ein, das mit Schnurs »Lustig, lustig tralllala« auf der Melodie »über den Wolken« endete.



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