09. April 2019, 20:17 Uhr

Rewe-Logistikzentrum

Abstimmung über Rewe-Logistikzentrum bei Berstadt

Darf die Ackerfläche an der A45 zu einer gewerblichen Fläche werden? Darüber wird heute abgestimmt. Die Stimmen des Planungsausschuss sind positiv – Kritik äußerten »Bürger für Boden«.
09. April 2019, 20:17 Uhr
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Von Nici Merz
Platz für das Rewe-Logistikzentrum: Aus der Ackerfläche an der A 45 soll bald eine gewerbliche werden. (Foto: nic)

Wölfersheim (pm/sda). Heute wird die Verbandskammer des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main über das Rewe-Logistikzentrum abstimmen. Konkret geht es um die Änderung des regionalen Flächennutzungsplans, durch die genehmigt wird, dass aus der Ackerfläche an der A 45 eine gewerbliche wird. Bereits vor sechs Tagen hat der Planungsausschuss dazu beraten. Das Ergebnis: 14 Ja-Stimmen, eine Gegenstimme.

Angehängt sind dem Beschlussvorschlag zur Planänderung, über den die Verbandskammer-Mitglieder (Politiker aus dem gesamten Verbandsgebiet) abstimmen, rund 400 Seiten mit Stellungnahmen. Im Beschlussvorschlag heißt es jedoch: »Da die Verfahrensbeteiligung keine Stellungnahmen erbracht hat, die nach Abwägung aller gegenwärtig bekannten Gesichtspunkte eine Änderung der Planung erfordert hätten, kann die Flächennutzungsplanänderung abschließend beschlossen werden.«

Dieses Fazit sorgt für Kritik bei der Bürgerinitiative »Bürger für Boden«, die sie in einer Pressemitteilung äußert. Die BI verweist u. a. darauf, dass einzelne Fachbehörden (vom Wetteraukreis und vom Regierungspräsidium Darmstadt) Bedenken vorbringen. Zudem sind Einwendungen von anderen Institutionen und Privatpersonen eingegangen. Ein Argument, das u.a. als zentrale Kritik auftaucht: der Flächenverbrauch. Die BI geht in ihrer Pressemitteilung auch auf die Maßgabe des RP ein, landwirtschaftliche Belange möglichst wenig zu beeinträchtigen. Wie es in der Beschlussvorlage des Regionalverbands heißt, sei diese Maßgabe auch weitestgehend erfüllt: »Eine noch geringere Beeinträchtigung hätte nur ein Heranziehen der gesamten rechteckigen Fläche an die K 181 gebracht, wovon jedoch wegen der Abstände zu den vorhandenen landwirtschaftlichen Betrieben und zu der Geflügelzuchtanlage südwestlich der K 181 Abstand genommen wurde.«

BI-Sprecherin Christa Degkwitz sagt dazu: »Wir halten diese Begründung für fadenscheinig. Warum sollten sich die Puten in der Mastanlage an einer sechs Meter hohen Lärmschutzmauer entlang der K 181 stören? Die wahren Gründe dürften eher im höheren Gründungsaufwand und in den schwierigen Eigentumsverhältnissen zu suchen sein.«

Die Unterlagen zur Planänderung gibt es auf der Seite des Regionalverbands. Auf der BI-Homepage (www.buerger-fuer-boden.org) findet sich auch eine Verlinkung dorthin.



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