14. August 2019, 05:00 Uhr

Panne mit Briefen

Ärger mit Post-Service in Friedberg

Beim Postlagerservice wird während des Urlaubs die Post gesammelt; nach der Rückkehr bekommt man alles geliefert. Ein Ehepaar aus Friedberg schildert allerdings ein massives Problem.
14. August 2019, 05:00 Uhr
Während ihres Urlaubs haben Sybille Hartmann-Raffelsiefen und Johannes Hartmann den Postlagerservice für 9,90 Euro in Anspruch genommen, damit der Briefkasten leer bleibt und die Post nach dem Urlaub geliefert wird. (Foto: Nici Merz)

Es ist einfach ein Skandal«, sagt Sybille Hartmann-Raffelsiefen. Sie wohnt mit ihrem Mann Johannes Hartmann in der Schulstraße am Rande der Friedberger Altstadt. Dort, wo ihrer Ansicht nach die Postzustellung sowieso eine mittlere Katastrophe ist. Was die beiden aber in diesem Sommer erlebt haben, lässt sie befürchten, »dass dieses einst bestehende Postwesen gegen die Wand gefahren wird«.

Was war passiert? Vor ihrem Urlaub haben die Hartmanns, wie schon in den Jahren zuvor, den Postlagerservice bestellt. »Ihr Lagerauftrag für Urlaub, Geschäftsreise oder Kur: Ganz egal wohin Sie reisen, Ihre Post ist in guten Händen«, heißt es auf der Website. Das mit den guten Händen würde Sybille Hartmann-Raffelsiefen nicht mehr unterschreiben. Das Friedberger Ehepaar zahlte die Gebühr in Höhe von 9,90 Euro, verreiste, kam zurück und erwartete, dass die Post die gesammelten Briefe und Zeitschriften vorbeibringen würde. Doch nichts geschah. Vielleicht hat einfach niemand was an die beiden verschickt, könnte man vermuten. Unwahrscheinlich, denn »wir kriegen immer viel Post. Ich habe auf wirklich wichtige Sachen gewartet«, sagt Hartmann-Raffelsiefen.

Post-Panne in Friedberg: Dann steht ein Mann vor der Tür

Vier Tage lang habe sie bei einer Post-Hotline angerufen »und jeweils unterschiedliche Aussagen von jeweils unterschiedlichen Mitarbeitern zu hören bekommen«, wie es die Friedbergerin in einem Beschwerde-Schreiben an die Post formuliert. Danach sei sie zur Postbank gegangen. In dieser Filiale würden immer noch Post-Dienstleistungen erbracht, sagt Hartmann-Raffelsiefen. Dort verwies man sie auf die Hotline und teilte ihr mit, sie benötige einen Abholschein. Doch woher sollte sie den nehmen? Auch im Postzentrum im Gewerbegebiet hatte die Kundin kein Glück. Ein Mitarbeiter schaute aber wenigstens nach den Briefen - ohne Erfolg.

»Umso größer war meine Überraschung, als heute Nachmittag ein junger Mann an unserer Tür stand und mir eine große Papiertüte voller Briefe, Zeitschriften und Werbematerialien übergab«, schrieb die Friedbergerin an die Post. Hartmann-Raffelsiefen zufolge hatte all dies in einer roten Kiste gelegen, die sich wiederum in einem Geschäft in der Innenstadt befunden habe. Dort werde ab und an die Post für eine Arztpraxis entgegen genommen. Und so hätten auch Unterlagen für diese und eine weitere Praxis in der Kiste gelegen - und eben die für die Hartmanns. Der Mann habe dies mitbekommen und dem Ehepaar vorbeigebracht.

Mehr als 20 Briefsendungen und etwa ebenso vielen Zeitschriften fanden auf diese Weise noch ihr Ziel. Hartmann-Raffelsiefen: »Ich war sehr erfreut darüber, dass unsere Postsendungen jetzt nach einer Woche durch die verantwortungsvolle Initiative des jungen Mannes endlich hier angekommen waren. Es waren sehr wichtige Dokumente darunter. Wir sind aber mehr als verwundert über die Umstände.«

Nach dieser Odyssee liegt dem Ehepaar aus Friedberg nur am Rande die Rückerstattung der 9,90 Euro am Herzen. Vielmehr fordert es ein funktionierendes System bei der Zustellung, in dem nicht der Zufall darüber entscheidet, welcher Brief wann zu Hause ankommt.

Post-Panne in Friedberg: Das sagt die Post

»Kleine Ursache, große Wirkung«, sagte Post-Pressesprecher Alexander Böhm auf Anfrage der WZ zu dem Friedberger Fall. Böhm entschuldigte sich für den Fehler, der aufseiten der Post geschehen sei. Das Ehepaar werde informiert, bekomme die 9,90 Euro zurückerstattet und darüber hinaus eine kleine Aufmerksamkeit. Ein »Anfängerfehler« einer Aushilfskraft habe zu den Unannehmlichkeiten für die Hartmanns geführt: Der Zusteller hätte laut Böhm die Post für jeden einzelnen Lagerservice-Kunden getrennt aufbewahren müssen, stattdessen habe alles in einer Kiste gelegen.

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