14. August 2019, 08:00 Uhr

Einschulung in der Philipp-Dieffenbach-Schule

ABC-Schützen: Die ersten Stufen zum Erfolg sind erklommen

Der erste Tag in der Schule ist ein großer Tag - für die ABC-Schützen, aber auch für Eltern und Großeltern. Die WZ war bei der Einschulung in der Friedberger Philipp-Dieffenbach-Schule dabei.
14. August 2019, 08:00 Uhr

Willkommen im Schuleland«, singen über hundert Kinder der 2. und 3. Klassen, und nicht nur die Erstklässler strahlen über beide Backen. Mamas und Papas, Omas, Opas und Geschwister sind gekommen, um bei diesem großen Tag dabei zu sein. »Wir müssen jeden Tag hierher kommen, für vier Stunden, bis aufs Wochenende«, sagt Lukas aus der 1 b. »Sei froh, die in der zweiten Klasse müssen sechs Stunden am Tag schaffen«, entgegnet Tristan. Das kann ja heiter werden.

Auch auf die Gefahr hin, dass sich Tristan die Sache mit dem Schulbesuch noch einmal überlegt: Es werden noch mehr Stunden. Aber die 60 Kinder, die am Dienstag in der Sporthalle der Friedberger Philipp-Dieffenbach-Schule mit Schultüten unterm Arm und Ranzen auf dem Rücken ihre Klassenlehrerin und ihre Mitschüler kennenlernen, dürften sich auf das neue Kapitel in ihrem Leben freuen. Die Schulgemeinde hat sie mit viel Herzlichkeit und Humor begrüßt.

Nach dem Gottesdienst am Morgen sitzen die Erstklässler gespannt wie ein Flitzebogen da. Was passiert jetzt? Wann geht’s los? Mama, kannst du die Schultüte halten? Es herrscht Trubel in der Sporthalle, man versteht sein eigenes Wort kaum. Mitten drin steht Rektorin Dr. Christiane Willeke-Wetstein und strahlt, als ob sie sagen wollte: »Endlich wieder Leben in der Bude.« Das Begrüßungsprogramm ist kurzweilig. Musiklehrer Claus Krogmann hat extra ein Lied geschrieben, die Kinder singen »Wir nehmen euch an die Hand«. Die Klasse 3 b bringt das Publikum zum Lachen: »Siehst du die da sitzen?« »Alles Feiglinge!« »Die machen sich vor Angst in die Hose.« Gemeint sind freilich Eltern und Großeltern, nicht die neuen Mitschüler. Alle lachen sich schlapp.

Auch für Erwachsene aufregend

»Wenn ihr ein komisches Gefühl im Bauch habt: Uns Erwachsenen geht’s nicht besser«, verrät Willeke-Wetstein den Kindern, die nach einem weiteren Lied auf drei Klassen aufgeteilt werden und mit ihren Lehrerinnen zur ersten Schulstunde marschieren.

Einige Kinder müssen noch schnell aufs Klo, die anderen dürfen in der Zwischenzeit auf ein Spielgerät klettern. »Ich bin nicht gekommen um zu klettern, sondern für die ersten Schulstunde«, meldet Frederick Protest an. Sein Berufswunsch ist »Rocker«, die anderen sollten vielleicht auf ihn hören. Der Klassenraum der 1 b liegt im zweiten Stock, deshalb müssen alle Treppen steigen. Gut, dass der Ranzen noch leer ist. »Einmal ist ein Junge samt Ranzen die Treppe runtergepurzelt«, erzählt Klassenlehrerin Viktoria Brinkmann. »Er lag da und hat gezappelt wie ein Maikäfer.« Die 1 b bewältigt die Stufen ohne größere Vorkommnisse. Im Klassenzimmer wird ein Stuhlkreis gebildet, Vorstellungsrunde. Alle nennen ihren Namen, und weil ein Mädchen auch ihre Hausnummer nennt, machen das alle. »Ich kenne meine Hausnummer nicht«, sagt ein Junge. »Ich wohne aber im Riedweg 10.« Simon verrät sogar die Handynummer seines Vaters.

Griff in die Überraschungstruhe

Anina hat am Einschulungstag Geburtstag. Viktoria Brinkmann holt die Überraschungstruhe mit vielen kleinen Geschenken. Da darf Anina jetzt reingreifen. »Und ich habe morgen Geburtstag«, sagt Frederick und grinst. Danach dürfen alle ihr Namensschild ausmalen, und sie bekommen ihre erste Hausaufgabe auf: Schlangen- und Zickzack-Linien nachzeichnen. Nach 45 Minuten werden die Kinder dann zappelig. »Sind wir jetzt fertig?«, fragt ein Mädchen. »Mein Schulranzen geht nicht auf«, sagte eine andere. »Dürfen wir jetzt zu unseren Eltern?« Ja, das dürfen sie. Außerdem bekommen alle Erstklässler eine große Mürbeteig-Bretzel geschenkt. Und weil noch welche übrig sind, bekommt der Reporter auch eine. Ob man noch einmal ganz von vorne anfangen möchte, in der Grundschule?

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