30. September 2019, 20:38 Uhr

89 Kilometer fest im Sattel

30. September 2019, 20:38 Uhr
Der Helm gehört dazu, das E-Bike nicht unbedingt. Lediglich zwei »Stromer« sind bei der Tour mitgefahren. Der Rest hat die Strecke ohne Unterstützung geschafft. (Foto: pv)

Die Radwander-Gruppe des RC Edelweiß ist zu ihrer inzwischen schon traditionellen Wochenendtour aufgebrochen. Diese führte entlang von Lahn, Salzböde und Dill und durch das Lahn-Dill-Bergland. Zum Abschluss wurde auch noch die nördliche Wetterau durchfahren.

15 Radlerinnen und Radler hatten sich zusammengefunden, um an diesem Erlebnis teilzunehmen. Zunächst ging es mit der Bahn von Nieder-Wöllstadt bis nach Lollar. Bei angenehmen Temperaturen rollte ein Teil der Gruppe zunächst ohne größere Herausforderungen und relativ gemütlich entlang der Lahn und durch das Salzbödetal bis nach Bad Endbach. Einige hatten sich bereit erklärt, auf einen Nachzügler zu warten, um dann mit ihm dorthin nachzukommen.

Auf einem kleinen Rastplatz wurde die für diese Radwandergruppe typische kleine Marschverpflegung eingenommen. Diese gehört seit einigen Jahren einfach dazu. Durch eine wirklich schöne und ruhige Landschaft auf meist glatten Wegen wurde dann Bad Endbach erreicht, um sich dort für die kommende Herausforderung zu stärken. Mit Hallo wurde hier auch der Rest der Gruppe in Empfang genommen.

Dann ging es zur Sache. Mehrere Kilometer mit zum Teil neun Prozent Steigung waren zu bewältigen, was bei dem einen oder anderen doch zu erhöhtem Pulsschlag geführt haben dürfte. Einige wenige besannen sich hier auch an den Titel der Gruppe - nämlich Rad-Wandern - und benutzten für kurze Zeit mal nicht ihr Rad.

Vorwärtskommen nicht leicht

Von dort ging es dann wieder schön bergab bis nach Bischoffen zum Aartalsee, der einmal umrundet wurde, um dann eine Kaffeepause einzulegen.

Danach strebte man das Tagesziel Herborn an. Nach 67 Kilometern und 504 erarbeiteten Höhenmetern bei - wie hieß es im Wetterbericht so beruhigend - sehr lebhaftem (Gegen)Wind dort angekommen, verblieb nur wenig Zeit zum Umziehen, denn eine Stadtführung stand auf dem Plan. Interessante Informationen über die Geschichte der Altstadt, erstmalig in Urkunden erwähnt im Jahr 1048, wurden uns durch die Führerin vermittelt.

Nach dem Abendessen ging es dann zurück zum Schloss-Hotel, in dem die Gruppe übernachtete.

Am nächsten Tag, hieß es dann, zurück in die Heimat. Zunächst auf schönen Radwegen entlang der Dill bis nach Wetzlar. Immer wieder boten sich schöne Blicke auf den Fluss und die umliegenden Berge. Es wurde warm. Also hieß es »Zeit für ein Eis«, wofür sich in der Altstadt von Wetzlar ein hübsches Plätzchen fand. Dann folgte man dem Lauf der Lahn. Hier war das Vorwärtskommen nicht so einfach. Denn eine Veranstaltung nach der anderen mit entsprechendem Zulauf durch Autos und Zuschauer zwangen zu erhöhter Vorsicht und entsprechender Temporeduzierung. Über Kleinlinden wurde Großen-Linden erreicht. Über Butzbach, Nieder-Weisel, Ober-Mörlen, Bad Nauheim und Friedberg führte der Rest der Strecke, die nach 89 Kilometern und wiederum etwas über 500 Höhenmetern in Wöllstadt endete.

Das Fazit: Das Glück des Tüchtigen war dem »Anführer« hold. Denn wegen seiner Planung - vor über einem halben Jahr - war nicht nur das Wetter, sondern auch die Streckenführung wieder ideal für solch eine Tour. Bis auf zwei Stromer fuhren alle anderen entgegen dem Trend mit konventionellem Radantrieb.

Auch Titel wurden während der Fahrt vergeben. Über »E-Mail-Verächter« und »Schranken-Tester« können sich zwei Mitfahrer freuen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass es eine gelungene Fahrt war und freuen sich schon jetzt auf die Planung für die nächste Wochenendtour im kommenden Jahr. Geplant und geführt wurde die Tour von Radwanderwart Franz Klöckl. Der Bericht wurde geschrieben von Christian Schneider.

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