19. Oktober 2017, 19:29 Uhr

66 Titel aus 66 Jahren

19. Oktober 2017, 19:29 Uhr
»Ich brech die Herzen der stolzesten Frau’n« singt Piano-Man Gerry Reutzel. (Foto: Lutz)

Die Honey Twins können auch auf Deutsch begeistern. Davon überzeugten sich 150 Gäste bei der Premiere von »66 Titel aus 66 Jahren« am Samstag im Kunst- und Kulturtempel Saalbau Lux. Renate Gantz-Bopp und Gerald Reutzel präsentierten einen schillernden Regenbogen mit Werken deutscher Künstler in deutscher Sprache und kamen den ganzen Abend über mit nur einer englischsprachigen Textzeile aus, die aber charakteristisch für das gesamte Konzert war: »We had joy, we had fun, we had seasons in the sun.«

Schon seit Längerem wuchs in beiden Künstlern der Gedanke zur Ausarbeitung eines musikalischen, muttersprachlichen Abends. Im vergangenen Jahr setzte man sich zusammen und durchforstete die Archive. »Wir sind beide in den 60er Jahren geboren. Also hatten wir den Anspruch aus jedem Jahr von 1960 bis 2016 die besten Titel auszuwählen«, erklärte Gantz-Bopp. Und Reutzel ergänzte: »Das wären dann 66 Titel, die in ihrer Fülle aber jedes Abendprogramm gesprengt hätten. Deshalb behalfen wir uns mit Medleys, in denen die Hits und Evergreens nur angespielt werden.« Wer genau mitzählte, kam sogar auf über 80 Songs, die alle für beste Stimmung sorgen.

Zum Thema Stimmung bedienten sich die Honey Twins eines probaten Hilfsmittels: Sie legten ein Faltblatt mit Liedtexten aus, das die meisten der textsicheren Gäste jedoch gar nicht benötigten. Der Funke sprang bereits in der Eingangssequenz über.

Tatkräftige instrumentale Verstärkung sicherten an diesem Abend im Saalbau Lux das Trio aus Chris Umbach am Bass, Achim Jankowski mit dem Saxofon und Gernot Hopp am Schlagzeug zu. Spezialgast war kein geringer als der Wetterauer Kulturpreisträger Martin Schnurn, der mit seinen Einlagen auf diversen Zupfinstrumenten zu gefallen wusste.

Schon zu Beginn hatte Renate Gantz-Bopp die Besucher der ersten Reihe mit Rosen bedacht, ehe sie den musikalischen Einstieg ins Programm mit »Für euch soll’s rote Rosen regnen« fand. Bei »Ich will keine Schokolade« wurde eben diese im Publikum verteilt. Später wehten »99 Luftballons« durch den Saal. Und dann war da noch das Dutzend Damen der »Swinging Tones«, dem Gospelchor von Renate Gantz-Bopp, die spontan als Background-Sänger agierten – wenn auch vor der Bühne.

Um ein Standbein reicher

Das »Wer ist wer« der deutschen Gesangswelt hielt an diesem Abend Einzug: Das Publikum begrüßte Ikonen wie Udo Jürgens und Udo Lindenberg, Rio Reiser und Nena, Freddy Quinn und Conny Froboess, Helene Fischer und Nicole, Hans Albers und Manuela sowie die Spider Murphy Gang, die Toten Hosen und Echt mit frenetischem Beifall.

Die Honey Twins, die bereits seit mehr als 25 Jahren auftreten, sind um ein weiteres, um ein deutschsprachiges Standbein reicher. Und sie wurden den Vorschusslorbeeren gerecht, die Bürgermeister Herbert Unger in seiner launigen Begrüßungsrede ausgeschüttet hatte. Der ehemalige Musiker erinnerte daran, wie er Gantz-Bopp vor zig Jahren in einem Probenraum in Staden, einem umgebauten ehemaligen Schweinestall, kennengelernt hatte. Unger: »Es ist beachtlich, wie du dich entwickelt hast. Für mich bist du DIE Gesangsstimme der Wetterau überhaupt.« Das Publikum sah es kaum anders.

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