28. Dezember 2018, 19:41 Uhr

5000 Hennen verenden bei Großbrand

Ein Großbrand am 2. November schockt viele in der südlichen Wetterau. In einer Stallanlage zwischen Kloppenheim und Dortelweil verenden über 5000 Hennen.
28. Dezember 2018, 19:41 Uhr

Karl Wilhelm Kliem ist häufig unterwegs vom Margarethenhof im Ortskern von Kloppenheim bis zu den außerhalb an der B 3 gelegenen großen Hühnerställen. So auch am Vormittag des 2. November. Plötzlich entdeckt er Flammen aus einem der Ställe. Mit einem Mitarbeiter rennt er auf die andere Seite der Stallanlage, öffnet rasch die großen Tore. Die Hühner sollen flüchten können. Doch viele bleiben einfach sitzen, ahnen die Gefahr nicht, die von der angrenzenden Halle droht. Schließlich flüchten rund 500 Hennen ins Freie, aber zehnmal so viele Tiere kommen bei dem Brand um, ersticken und verbrennen. Denn die Rauchentwicklung ist gewaltig. Die schwarzen Qualmwolken sind sowohl in Karben als auch in Bad Vilbel weithin zu sehen. Die Feuerwehren aus den beiden Städten rücken mit über 100 Einsatzkräften an. Retten können sie aber nicht mehr viel. Zu schnell frisst sich das Feuer durch die großen Hallen.

Verkauf im Hofladen geht weiter

Die Familie Kliem, die seit Generationen Landwirtschaft betreibt, ist fassungslos. Herzzerreißend sei es gewesen, mit anzusehen, wie die Hühner verendet sind, sagt Kliem hinterher. Zu dem Schock kommen noch Gerüchte in der Stadt, das Hofgut selbst sei abgebrannt. »Zwei Tage sind erst mal kaum noch Leute gekommen«, sagt er hinterher. Denn der Hofladen in der Frankfurter Straße ist eines der Standbeine der Familie, von dem Feuer aber nicht betroffen. Bekannt ist der Hof für seine Eier. Wenn beide große Stallanlagen voll belegt sind, leben dort 40 000 Hühner. Dass am Tag des Großbrandes »nur« 5000 Hennen ihr Leben verloren, ist Glück im Unglück. Denn gerade der 20 000 Tiere fassende Stall, in dem der Brand ausgebrochen ist, war nicht voll belegt.

Rätselraten herrscht zunächst auch wegen der Brandursache. Es sei nicht viel brennbares Material verbaut. Die Solaranlage, in der zunächst ein technischer Defekt vermutet wird, ist es aber nicht gewesen. Hinterher stellt sich heraus, dass ein Schwelbrand an den Kabeln im Boden der Stallanlage das Unglück verursacht hat. Der materielle Schaden summiert sich auf annähernd 1,3 Millionen Euro.

Rund ein Drittel weniger Eier kommen nun vom Hofgut Kliem in die Rewe-Märkte und zu weiteren Abnehmern. Normalerweise werden rund 55 000 Eier von Kloppenheim in die Region geliefert.

Zum Jahresende sind die Ställe abgerissen worden. Im Frühjahr 2019 soll der Neuaufbau erfolgen, nach denselben Plänen wie die abgebrannten Ställe.

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