15. November 2019, 14:00 Uhr

Fiese Masche

3000 Euro weg: Angebliche Microsoft-Mitarbeiter überlisten Bad Nauheim

Die Betrüger waren zu überzeugend: Ein Bad Nauheimer ist dieser Tage auf angebliche »Microsoft-Mitarbeiter« hereingefallen. 3000 Euro konnten sie ergaunern - wie, das berichtete nun die Polizei.
15. November 2019, 14:00 Uhr

Die Masche ist nicht neu, aber selbst für technikaffine Menschen nicht gleich zu durchschauen. Opfer sind laut Polizeisprecherin Sylvia Frech denn auch nicht etwa Senioren, sondern meist Menschen mittleren Alters, oft hochqualifizierte Berufstätige.

Der Bad Nauheimer hatte »Experten« am Telefon, die in englischer Sprache von schwerwiegenden Computerproblemen berichteten. Das ganze zog sich über Tage: Immer wieder meldeten sich die angeblichen Mitarbeiter des »Windows«-Herstellers bei dem Mann und erklärten ihm, Hacker hätten sich in sein System eingewählt.

Aus Angst um seine Daten lies sich der Bad Nauheimer überzeugen; er gewährte den Anrufern den Fernzugriff auf seinen PC. »Nun hatten die Täter ihn an der Angel. Immer mehr Fragen stellten sie, ließen sich Passwörter übermitteln und rechtfertigten dies mit dem notwendigen Vorgehen, um die Sicherheit auf dem PC wiederherzustellen«, berichtet Frech. Auch die Daten seines Handys gab der Mann weiter.

Damit nicht genug: Die Anrufer forderten schließlich noch Geld. Sie ließen sich die Codes von Geschenkkarten übermitteln, eine Summe von insgesamt 1500 Euro für die geleisteten Arbeiten und für die angebliche Neuaufspielung einer Sicherheitssoftware. Einen lebenslangen Schutz des Computers versprachen sie dafür im Gegenzug.

Der Bad Nauheimer habe selbst zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht geahnt, dass er Betrügern auf den Leim gegangen war, berichtet de Polizeisprecherin. »Zu überzeugend traten die Täter auf, zu sehr setzten sie ihn unter Druck mit immer neuen Anrufen über mehrere Tage hinweg und jagten ihm Angst um seine Daten ein.« Erst als er mehrere Abbuchungen auf seinem Konto festgestellt habe, sei der zur Polizei gegangen. Den Betrügern war es gelungen, auf sein Konto zuzugreifen. Noch einmal konnten die Täter so 1500 Euro abbuchen.

Frech betont, dass die Firma Microsoft keine PC-Nutzer anrufe; es handele sich in solchen Fällen immer um Betrüger. »Der beste Schutz, wenn Anrufer sich als Mitarbeiter dieser Firma ausgeben: Das Gespräch sofort beenden, keine unbekannten Programme auf dem PC installieren und niemals sensible Daten an fremde Anrufer übermitteln.«

Habe man ein schlechtes Gefühl, sollte man den Computer sofort vom Internet trennen. Auch sollte man gegebenenfalls die Kreditkarte bzw. das Konto sperren und Anzeige bei der Polizei erstatten.

Microsoft-Studio: Millennials als Opfer

Auf betrügerische Anrufe von vermeintlichen Service-Mitarbeitern fällt einer Studie von Microsoft ausgerechnet die jüngere Generation herein. Vor allem die Altersgruppe der Millennials (zwischen 24 und 37 Jahre) sei in Deutschland besonders betroffen. Dabei handele es sich um Leute, die sich eigentlich besonders gut mit digitalen Anwendungen auskennen und sich selbstbewusst im digitalen Raum bewegten, teilt Microsoft mit. Demnach sind 2018 insgesamt 52 Prozent der Onlinenutzer in Deutschland Opfer eines solchen zumindest versuchten Betrugsversuchs geworden. Von den Geschädigten, die auch einen finanziellen Schaden erlitten, waren 76 Prozent jünger als 38. Dabei sind die Nutzer in Deutschland leichtgläubiger geworden: 13 Prozent der Befragten ließen sich auf die Betrugsmasche ein - in einer vergleichbaren Studie 2016 waren es 7 Prozent. Microsoft erhalte monatlich tausende Beschwerden weltweit über entsprechende Betrugsversuche. Das Unternehmen geht nach eigenen Angaben mit einem internationalen Team aus 30 Ländern gegen entsprechende Betrugsmaschen vor.

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