17. Juli 2017, 20:09 Uhr

274 Frauen suchen Hilfe

17. Juli 2017, 20:09 Uhr

Der Frauen-Notruf Wetterau/Nidda hat dieser Tage seinen Jahresbericht 2016 vorgelegt. Wie die Fachstelle mitteilt, sei die Arbeit der einzigen Fachberatungsstelle zu Gewalt gegen Frauen im Ostkreis von großer Wichtigkeit. Dies würden die Zahlen belegen.

Demnach leben im Wetteraukreis etwa 155 000 Frauen, davon rund 14 000 schwerbehinderte Frauen. Jede zweite bis dritte Frau würde mindestens einmal im Leben Opfer von körperlicher und/oder sexueller Gewalt, heißt es. Frauen mit Behinderung seien doppelt so häufig von Gewalt betroffen.

Die Beratungs- und Interventionsstelle wurde 2016 von 274 Frauen aufgesucht. Das Angebot der Medizinischen Soforthilfe nach Vergewaltigung wurde 2016 laut den statistischen Daten mit und ohne polizeiliche Anzeige von 21 Frauen genutzt. Auffällig sei hier die hohe Anzahl an jungen Frauen.

Diese Zahlen zeigten, wie wichtig der Erhalt und die Sicherstellung der Beratung für alle Frauen und Mädchen ist. Und genau darin sehe der Verein Frauen-Notruf Wetterau, der bald sein 30-jähriges Bestehen feiert, seinen Arbeitsschwerpunkt: in der Beratung und Unterstützung von Frauen und Mädchen, die Gewalt erfahren haben.

Dabei sehe das Team des Frauen-Notrufs die Zusammenarbeit mit anderen Fachstellen sowie die bestehenden intensiven Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen mit anderen Fachkräften, Institutionen, Politikern und dem Wetteraukreis als ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Die Sensibilisierung zum Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Einsatz für gesellschaftliche Veränderung sei weiterhin von hoher Bedeutung.

Ein Ergebnis hätte nach langen Diskussionen und Forderungen der Frauenverbände, Frauennotrufe und Menschenrechtsorganisationen 2016 begrüßt werden können: Die Neuregelungen zur Reform des Sexualstrafrechts, die am 10. November in Kraft traten.

Im Besonderen beschäftigte das Team des Frauen-Notrufs 2016 die Öffnung von Zugangswegen der Beratungsstelle für alle Frauen und Mädchen. So führte der Verein zum Beispiel eine Informationsveranstaltung und Schulungen für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der Flüchtlingshilfe zu den Handlungsoptionen zum Schutz vor Gewalt gegen Frauen und Kinder durch. Diese wurden gemeinsam mit dem Arbeitskreis »Runder Tisch gegen Häusliche Gewalt im Wetteraukreis« organisiert.

Der Notruf hat seine Beratungsstelle in Nidda, Hinter dem Brauhaus 9, und ist täglich von 9 bis 13 Uhr sowie mittwochs von 15 bis 19 Uhr erreichbar. Die Beratung ist kostenfrei. Kontakt unter Tel. 0 60 43/44 71 oder E-Mail an info@frauennotruf-wetterau.de.

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