09. August 2017, 20:23 Uhr

26 Blechbläser auf der Bühne

09. August 2017, 20:23 Uhr
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Von Georgia Lori
Die Musik der Brass Bands ist Anfang des 19. Jahrhunderts in Gebieten englischer Kohlebergwerke entstanden. Sie sollte Abwechslung von der harten Arbeit unter Tage bieten. (Foto: geo)

Jährlich im Sommer, präsentiert die Brass Band Hessen ihr neues Tour-Programm. Aufgrund der Programmauswahl, begeistern sich Jahr für Jahr mehr und mehr Anhänger für dieses Genre und die 2008 gegründete Band. Im Jugendstiltheater haben der Komponist und Leiter Hans-Reiner Schmidt und seine Band auf Einladung des Fördervereins für sinfonische Musik vielfältige musikalische Horizonte geöffnet.

Die 26 Blechbläser und vier Schlagzeuger haben Originalwerke für Brass Bands mit eigens von Schmidt für seine Band arrangierte Bearbeitungen verbunden. So führt der unter dem Kurztitel »Tour 17« aufgespannte Klanghorizont, von einem Trip zu den Sternen mit »Ad Astra« des dänischen Komponisten Jacob Vilhelm Larsen, über gewundene Wege zu »To boldly go« von Peter Graham, einer der Lieblingskomponisten der Band, und zeigt die ganze Faszination Brass Band mit »Fire in the blood« von Paul Lovatt-Cooper. Schmidt konfrontiert seine Musiker immer wieder mit neuen musikalischen Stilen. Auffällig bei dem Komponisten und Mitbegründer der »Frankfurter Jazz-Big-Band« ist darüber hinaus die Tatsache, dass er mit großer Gestik und Dynamik dirigiert. Die Zuhörer zeigten sich von der Spielfreude der Band begeistert und spendeten Applaus für die Hörerlebnisse mit ganz eigener Note.

Die Band präsentierte neue Bearbeitungen von der Ouvertüre zu »Die diebische Elster« von Gioachino Rossini, den »Grand Galop Chromatique« von Franz Liszt bis hin zu arabischen Klängen von »Caravans – Der Herr der Karawane« des Komponisten Mike Batt, einst verfilmt mit dem »Alexis Sorbas«-Schauspieler Anthony Quinn. So wie für Quinn schauspielerische Veränderungen bei seinem »Tanz durch das Leben« immer sehr wichtig waren, prägt auch Schmidt die Band nachhaltig, indem er seinem Leitbild einer eigenen Klangidee mit unverwechselbarer Brass-Band-Marke folgend, die Geschichte der Band vorantreibt.

Aus der Tradition der Heilsarmee

Mit dem Ergebnis dieser Arbeit begeistert die Brass Band die Besucher gleich mehrerer angesehener Musikfestivals in Hessen. Sie ist Gast bei den Burgfestspielen Bad Vilbel, den Limburger Meisterkonzerten, dem Nieder-Mooser Konzertsommer und dem großen HR 4-Weihnachtskonzert des Hessischen Rundfunks.

Immer wieder neu bei Konzerten, wird die Musik auf höchstem Niveau mit interessanten Details aus der Geschichte der Band ergänzt. »Das Repertoire für Brass Bands ist Anfang des 19. Jahrhunderts in Gebieten englischer Kohlebergwerke entstanden und ist mit der Vertonung von Chorälen auch Teil der Heilsarmee«, sagte Moderator Simon Dillmann, der Tenorhornist der Band ist. Die Musik habe Abwechslung von der harten Arbeit unter Tage geboten. Zu den Titeln, die aus der Tradition der Heilsarmee kommen, zählt »Shine as the light« von Graham. Das Stück arrangierte dieser im Jahr 2008 neu, für die International Staff Band.

Immer wieder spür- und erlebbar ist, dass die Brass Band beinahe spielerisch alle musikalischen Herausforderungen vom piano über forte bis hin zum präzisen Stakkato annimmt.

Dabei lehnt sie sich eng an die traditionelle englische Brass-Band-Besetzung und die Instrumentierung von Blechbläsern, mit den typischen Instrumenten wie Kornetts, Posaune, Tuba, Bariton-Hörner und dem großen Schlagwerk an.

Das nächste Konzert im Jugendstiltheater Bad Nauheim präsentiert der Förderverein für sinfonische Musik am Sonntag, 17. September, um 16.30 Uhr. Gegeben wird das Konzert für Violine und Orchester D-Dur opus 77 von Johannes Brahms und die Sinfonie Nummer vier von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky.



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