26. Juli 2019, 17:00 Uhr

Bilanz für 2018

1155 neue Wohnungen in der Wetterau gebaut

Die IG BAU Gelnhausen-Friedberg nennt in Sachen Wohnungsbau in der Wetterau die Zahlen für 2018, sieht bei diesem Thema noch Luft nach oben - und kritisiert die Politik.
26. Juli 2019, 17:00 Uhr
Im Baugebiet Bad Nauheim Süd entstehen 400 Wohneinheiten für etwa 1000 Bürger.

Im vergangenen Jahr sind im Wetteraukreis insgesamt 1155 Wohnungen gebaut worden - darunter 490 in Ein- und Zweifamilienhäusern. Das sind 19 Prozent weniger als im Vorjahr. Hierbei investierten Bauherren 191 Millionen Euro, wie die Industriegewerkschaft Bauen - Agrar - Umwelt mitteilt. Die IG BAU Gelnhausen-Friedberg beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Bezirksvorsitzender Karl-Otto Waas sieht beim Neubau »deutlich Luft nach oben«. Entscheidend sei jedoch, was gebaut werde: »Die Wohnungen müssen zum Portemonnaie und zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen.« Dazu sei es dringend erforderlich, die steuerliche Abschreibung (AfA) im Mietwohnungsbau dauerhaft von derzeit zwei auf drei Prozent zu erhöhen. Darüber hinaus brauche der soziale Wohnungsbau eine Förderung von mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr durch Bund und Länder - und das kontinuierlich für die nächsten Jahre. In diesem Jahr unterstütze der Bund den Bau von Sozialmietwohnungen mit lediglich 1,5 Milliarden Euro, ab 2020 würden die Mittel sogar auf eine Milliarde abgesenkt. Zudem würden pro Jahr rund 80 000 Sozialwohnungen aus der befristeten Mietpreisbindung herausfallen - das sei deutlich mehr als in den letzten Jahren neu gebaut worden seien.

Kritik an Baukindergeld-Variante

»Der Bau braucht eine Perspektive. Und die bekommt er durch eine dauerhaft wirksame und verlässliche Förderung. Nur dann werden in der gesamten Prozesskette - von der Baustoffherstellung bis zur Verarbeitung auf dem Bau - die dringend notwendigen Kapazitäten ausgebaut. Und das bedeutet zusätzliche Fachkräfte und sichere Arbeitsplätze, zusätzliche Produktionsstraßen und Baumaschinen«, sagt Waas. Die Baubranche müsse die Gewissheit haben, dass alles, worin sie heute investiere, auch in fünf und zehn Jahren noch gebraucht werde.

Genau diese Signale fehlten allerdings in der aktuellen Wohnungsbaupolitik: So schaffe etwa das zeitlich begrenzte Baukindergeld keine nachhaltigen Impulse. Statt in den Neubau fließe die Förderung hier oft in den Kauf alter Gebäude.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind laut Pressemitteilung der IG BAU im vergangenen Jahr bundesweit rund 285 000 Wohnungen gebaut worden. In der Pressemitteilung heißt es dazu abschließend: »Damit hinkt die Große Koalition ihrem Ziel, pro Jahr 375 000 neue Wohnungen zu schaffen, deutlich hinterher.«

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