Wetterau

100 Stimmen auf der Bühne

Es war ein ehrgeiziges Ziel, das sich die Verantwortlichen des Gesangvereins Eintracht zu Beginn ihres Jubiläumsjahrs gesetzt hatten. Unter dem Motto »100 Jahre – 100 Stimmen« wollte der Verein beim traditionellen Adventskonzert in der Jakobuskirche am ersten Adventssonntag 100 Sängerinnen und Sänger auf die Bühne bringen.
04. Dezember 2018, 20:32 Uhr
Harald Schuchardt
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Es war ein ehrgeiziges Ziel, das sich die Verantwortlichen des Gesangvereins Eintracht zu Beginn ihres Jubiläumsjahrs gesetzt hatten. Unter dem Motto »100 Jahre – 100 Stimmen« wollte der Verein beim traditionellen Adventskonzert in der Jakobuskirche am ersten Adventssonntag 100 Sängerinnen und Sänger auf die Bühne bringen.

»Wir haben es geschafft, dank der Kinder sind es sogar über 100 Aktive«, freute sich Jochen Albrecht kurz vor dem Konzert, das der gemischte Chor unter der Leitung von Martin Bauersfeld mit »O Heiland, reiß die Himmel auf« im Satz von Michael Aschauer festlich eröffnete.

Zusammen mit dem Hausherrn, Pfarrer Bernd Weckwerth, und dessen evangelischen Kollegen André Witte-Karp begrüßte Albrecht kurz die Besucher in der nahezu voll besetzten Kirche, darunter Bürgermeister Dirk Antkowiak, die Erste Stadträtin Marion Götz und Ortsvorsteher Günther Weil.

Glasklarer Sopran

Was über 90 Sängerinnen und Sänger unter einer hervorragenden Leitung leisten können, wurde schon beim anschließenden »Denn er hat seinen Engeln« deutlich. Unter dem souveränen Dirigat von Bauersfeld sangen der gemischte Chor und die Chorgruppe »Allegro« gemeinsam die diffizile, achtstimmige A-cappella-Motette aus dem Oratorium »Elias« von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Zum Klassiker »Ihr Kinderlein kommet« im Satz von Carsten Gerlitz kamen die 19 Kinder aus dem erst nach den Sommerferien ins Leben gerufenen Kinderchorprojekts vor den Altar. Begleitet von Bauersfeld am Klavier sang der Chornachwuchs bekannte moderne Kinderlieder wie »Winterkinder« oder »Ich wünsche mir« von Rolf Zuckowski und Peter Schindler. Nach langem Beifall gab es mit »Feliz Navidad« noch eine Zugabe.

Nicht enden wollte der Applaus für die beiden Solistinnen aus den Reihen der Eintracht. Zunächst war es Martina Brill, die mit glasklarem Sopran »Caro mi ben« von Guiseppe Giordani sang, gefolgt von Hildegard Wamser mit »Mariä Wiegenlied« von Max Reger.

Höhepunkt des Soloparts war das von den beiden Sängerinnen gemeinsam vorgetragene »Laudamus te« von Antonio Vivaldi. Bei allen Vorträgen wurden die beiden von Martin Bauersfeld sicher am Klavier begleitet. Der musikalische Leiter des Konzerts wechselte wenig später an die Orgel, um zusammen mit dem Streichquartett des Landesjugendsinfonieorchesters Hessen bei den vier Sätzen des »Concerto in F-Dur op. 4, Nr. 5« von Georg Friedrich Händel zu brillieren.

Das hervorragende Quartett mit Aki Endo, Sarika Kanse, Janko Welt und Noel Wilde überzeugte als sicherer Begleiter der großen Sängerschar bei »Domine ad adjuvandum« von Gottfried August Homilius sowie »Ehre und Preis« von Johann Sebastian Bach.

Mit dem ersten Satz aus dem Streichquartett Nr. 2 von Alexander Borodin, einer musikalischen Liebeserklärung des russischen Komponisten an dessen Ehefrau Ekatarina, zeigte das Quartett einmal mehr seinen hohen Leistungsstandard. Die Besucherschar quittierte dies mit nicht enden wollendem Beifall. Den gab es im Verlauf des Konzertes auch für die einzelnen Vorträge der beiden Chorgruppen sowie für Andrea Hartenfeller, die die Chöre mehrmals an der Orgel begleitete. Stimmungsvoll und noch einmal stimmgewaltig beendete die Sängerschar das Konzert mit »Jerusalem« von Stephen Adams und Fritz Ihlau sowie »Weihnachten« von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Stehende Ovationen waren der Dank an die über 100 Stimmen, die für ein besonderes Konzerterlebnis gesorgt hatten. Mit einer kurzen Zugabe verabschiedete sich schließlich die große Sängerschar.

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