10. Juli 2014, 18:18 Uhr

FDP fordert Bestandsgarantie für das Burggymnasium

Friedberg (jw/pm). Die FDP fordert eine Bestandsgarantie für das Burggymnasium. Das hat FDP-Landtagsabgeordneter Jörg-Uwe Hahn zusammen mit weiteren Liberalen bei einem Besuch der Schule deutlich gemacht.
10. Juli 2014, 18:18 Uhr
Liberaler Besuch im Burggymnasiusm (v. l.): Silvia Elm-Gelsebach, Malu Schäfer-Salecker, Peter Heidt, Natascha Baumann, Sigi Köppl, Jörg-Uwe Hahn und Dr. Lothar Korger vor dem Neubau. Hier könnten noch mehr Schüler unterrichtet werden. (Foto: pv)

Ein Thema des Gesprächs war die geplante Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe an der Singbergschule in Wölfersheim. Hier gibt es unterschiedliche Sichtweisen in der FDP. Während Kreistagsabgeordneter Peter Heidt (Bad Nauheim) keine Gefährdung des Burggymnasium sieht, äußerte sich der FDP-Stadtverordnete Achim Güssgen anders: Nachdem der Wetterauer Schulentwicklungsplan im Kulturausschuss diskutiert wurde, kritisiert er das »wachsweiche Verhalten von SPD und Grünen«. Ihnen wirft er in einer Pressemitteilung vor, sie würden die Interessen des Burggymnasiums und der ebenfalls mit gymnasialer Oberstufe ausgestatteten Johann-Philipp-Reis-Schule (JPRS) nicht genügend vertreten.

Laut Schulleiter Dr. Lothar Korger gibt es in Hessen 22 gymnasiale Oberstufen. »Wir sind da schon ein Solitär, geschichtlich ist unsere Entwicklung nachvollziehbar, kommt aber immer wieder in die Diskussion.« Das Burggymnasium arbeite eng mit den Friedberger Gymnasien zusammen, mit Sport und Spanisch als zweite Fremdsprache gebe es ein eigenständiges Angebot. Aus Kapazitätsgründen habe man in diesem Jahr rund 100 Schülerbewerbungen ablehnen müssen.

Gegen Außenstelle der Burg

Große Bedeutung lege die Schule auf das Thema Migration. Die Burg nimmt an einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt teil, bei dem bei Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund das Interesse am Lehrerberuf geweckt werden soll. Für Jörg-Uwe Hahn, von 2009 bis Anfang dieses Jahres erster hessischer Integrationsminister, ist dies eine »Win-Win-Situation, wenn Jugendliche mit Migrationshintergrund in der Schulzeit bereits ihre Freude dafür erkennen, künftig als Lehrer tätig zu sein.«

Zum Thema Gymnasiale Oberstufe an der Singbergschule sagte Korger, sowohl Schul- wie Gesamtkonferenz hätten sich dagegen ausgesprochen, die Wölfersheimer Einrichtung als Außenstelle der Burg zu organisieren. Dieses hätte zu organisatorischen Problemen geführt. »Das Burggymnasium hat nichts gegen die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe generell«, betonte Korger. Die FDP-Stadtverordnete Silvia Elm-Gelsebach sagte, man wünsche sich keine mögliche Gefährdung des Burggymnasiums. Immerhin sei davon auszugehen, dass rund 100 Schüler aus Wölfersheim künftig nicht mehr ins Burggymnasium gehen. Peter Heidt, im Wetterauer Kreistag Mitglied der Koalition mit SPD und Grünen, sieht hingegen »keinerlei Gefährdung für das Burggymnasium« und betonte, man nehme den Beschluss der Schulkonferenz sehr ernst und diskutiere sogar eine Erhöhung der Kapazität von 650 auf 750 Schüler an der Burg.

Die gymnasiale Oberstufe in Wölfersheim sei »nur denkbar, wenn der Erhalt des derzeit vielfältigen Kursangebotes an den Friedberger Oberstufen garantiert wird und die Auslastung der Schulen auch im Hinblick auf den demographischen Wandel (Rückgang der Schülerzahlen) beibehalten werden kann.« So steht es in der Stellungnahme der Stadt Friedberg, die vom Magistrat und vom Kulturausschuss verabschiedet wurde und demnächst im Stadtparlament beraten wird.

Güssgen: »Lasche Formulierung«

Der FDP-Stadtverordnete Achim Güssgen zeigte sich darüber »einigermaßen fassungslos« und kritisierte SPD und Grüne. »Statt offensiv die Interessen des Burggymnasiums und der Johann- Philipp-Reis-Schule zu vertreten und die Pläne des Wetteraukreises zur Einrichtung einer Oberstufe an der Singbergschule abzulehnen, wie es im Ausschuss beantragt wurde, haben SPD und Grüne es bei der eher laschen Formulierung der Vorlage belassen.« Das sei aus Friedberger Sicht falsch. Beide Friedberger Schulen verfügten über ausreichende Kapazitäten, um Schüler der Singbergschule aufzunehmen.

Ob die Wölfersheimer Oberstufe genügend Schüler haben werde, sei »überhaupt nicht sicher«. Güssgen rechnet mit »einer Art gymnasialer Zwergschule«; die inhaltliche Breite, wie sie am Burggymnasium, an der JPRS oder der Gesamtschule Hungen geboten werde, könne die neue Oberstufe nicht bieten. Zudem gingen die Schülerzahlen zurück. Angesichts dessen müsse man sich auf den Bestand konzentrieren und dessen Qualität sichern. Hinzu kämen Baukosten in Millionenhöhe, welche der Kreis tragen müsse.

Güssgen: »Es wäre wichtig gewesen, dass der Ausschuss ein Zeichen setzt. In der Stadtverordnetenversammlung am 24. Juli können wir den Text natürlich verschärfen, der Kreistag wird aber bereits am 23. Juli über den Schulentwicklungsplan beschließen.« Die Friedberger Kreistagsabgeordneten der SPD, darunter Bürgermeister Michael Keller, fordert der Liberale auf, »dass sie bei ihrem Abstimmungsverhalten im Kreistag nicht Parteiinteressen in den Vordergrund stellen, sondern fachliche Argumente und die Sicherung eines bestehenden Schulstandortes, der Friedberg nun einmal ist.«

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