14. Mai 2014, 17:58 Uhr

Ossenheimer feiern Richtfest ihrer Kindertagesstätte

Friedberg-Ossenheim (jw). Das Dach ist drauf, der Innenausbau ist als nächstes dran und Anfang 2015 soll sie eröffnet werden: die neue Kita in Ossenheim. Nun wurde Richtfest gefeiert, mit einem Rundgang durch das weiträumige und offene Haus hinter dem Bürgerhaus.
14. Mai 2014, 17:58 Uhr
Der Zimmermann spricht den Richtspruch und wirft sein Glas gen Boden. (Foto: Rainer Hoffmann)

Journalisten sollen vor Ort stets O-Töne sammeln. Was sagen die Betroffenen? Das sind in Ossenheim, wenn es um den Bau einer Kindertagesstätte geht, zuallererst die Kinder. Fragen wir doch mal eines. Ein Mädchen, keine drei Jahre alt, lockige Haare, verschmitztes Lächeln, baut während des Richtfests an einem Tisch mit Lego-Bausteinen ihre eigene Kita. Wie ihr denn die echte gefalle? Keine Antwort, verschmitztes Lächeln. Ob sie sich freut, wenn sie erst fertig ist? Auch keine Antwort, sie baut und lächelt. Dann nimmt sie ein Plastik-Zebra, stellt es dem Journalisten aufs Notizbuch, lächelt und sagt so etwas ähnliches wie »Humba!« Nehmen wir es als Zeichen der Zustimmung. Wie ja auch allen anderen Ossenheimern gefallen hat, was sie am Dienstagnachmittag zu sehen bekamen. Und darum: Ein »Humba!« auf die neue Kita.

Die Geschichte ist oft erzählt worden: Bei der Eingemeindung im Jahr 1971 verpflichtete sich Friedberg, Ossenheim einen Kindergarten zu bauen. Und die Stadt hält ihr Versprechen, wenn es auch etwas gedauert hat, bis zum Baubeginn im November 42 Jahre. Der Ortsbeirat hat nicht lockergelassen, eine BI hat mächtig Druck gemacht, im Januar 2015 soll die Kita nun eröffnet werden. Etwas mehr als 2 Millionen Euro kostet sie, eine Investition, die für den 1200 Einwohner großen Stadtteil enorm wichtig ist. Sie signalisiert: Ossenheim lebt und wächst.

Fast wäre das Richtfest ins Wasser gefallen. Eine halbe Stunde vorher schüttete es noch wie aus Kübeln. Doch kaum hatte Bürgermeister Michael Keller (»Wir haben groß gebaut für kleine Leute«) die Anwesenden im geräumigen Spielflur begrüßt und nach draußen zum Richtspruch gebeten, da rissen die Wolken auf und die Sonne bratzelte vom Himmel. Wenn das kein gutes Zeichen ist.

»Pädagogische« Treppen

Zimmermann Carlo Hofmann von der Firma Holzbau Schmidt erhob auf dem Dachfirst sein Glas: »Für den Schweiß, den wir hier ließen, möge nachher reichlich fließen...« – damit war, nachdem das Glas in tausend Scherben zersprang, Bier gemeint, aber es gab auch Limo und Wurstbrote für die mehr als 60 Anwesenden. Architekt Matthias Kölsch, Horst Brückner vom Stadtbauamt und Bettina Langer, derzeit Leiterin der Kita »Rappelkiste« in Dorheim und bald Chefin der neuen Einrichtung, führten anschließend durchs Gebäude.

»Wir haben schon beim letzten Kita-Bau eine Pädagogin in die Planungen einbezogen. Die hat einen anderen Blick auf die Dinge«, erläuterte Hauptamtsleiterin Cornelia Becker. Das hat sich ausgezahlt. Der knapp 680 Quadratmeter große eingeschossige Bau wirkt weit, offen und einladend. Hier gibt’s viel Platz zum Spielen und Toben der 40 Kinder, die in drei Gruppen betreut werden sollen, einschließlich sieben U 3-Plätzen. Zu den Nachbarhäusern hin liegen die Funktionsräume (Büro, Küche, Lager, Putzraum), die Gruppenräume, wo’s schon mal lauter werden kann, sind zur Wetter und dem dortigen Auenwäldchen ausgerichtet. Alle haben einen Schlafraum auf der Galerie unterm Dach, wohin Treppen führen. Die zählen gewissermaßen zum pädagogischen Inventar, wie der Bürgermeister erläuterte: »Treppensteigen muss man lernen, auch wenn man anfangs mal runterfällt.« Und dann hoffentlich von der Betreuerin aufgefangen wird.

Es gibt große Fenster zum Garten, wo auf rund 600 Quadratmetern ein Spielplatz angelegt wird, mit Erdhügeln, Palisaden, Klettergeräten, Schaukeln, Rundwegen, einem kleinen Amphitheater, Rasen, Bäumen und Büschen. Kind müsste man wieder sein.

Eine Bücherei soll es geben, auf eine Turnhalle wurde verzichtet. Zum Sport gehen die Kinder in die benachbarte Mehrzweckhalle. Ein »Trampelpfad« (natürlich mit wassergebundener Decke) wird angelegt. Der führt zum Parkplatz am Bürgerhaus, denn nur dort, sagte Keller, seien »Mama-Taxis« erwünscht, nicht in den angrenzenden Straßen.

Ende des Jahres sei die Kita fertig, versprach Architekt Kölsch. Dank des warmen Winters gab es auf der Baustelle keine Unterbrechung, alles liege im Zeitplan. Für Keller zeigt der Kita-Bau genauso wie die sanierte Bachgasse in Ockstadt oder bald die Wetteraustraße in Dorheim, dass die Stadt in ihre Stadtteile investiert. »Wir wollen gleiche Lebensverhältnisse herstellen.«

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