18. April 2014, 14:48 Uhr

Flowtrail am Winterstein: Nicht querfeldein, aber in Wellen

Friedberg (pm). Flowtrails sind neue Wegetypen für Mountainbiker, die entweder direkt oder durch das Einbauen spielerischer Elemente in bestehenden Wege angelegt werden. In Wellen verlaufen sie durch den Wald, für Biker sind sie sportliche Herausforderung und bedeuten zugleich Spaß. Im Wintersteingebiet soll ein Flowtrail entstehen.
18. April 2014, 14:48 Uhr
Anregungen für eigene Flowtrails: Die Bürgermeister Michael Keller und Jörg Wetzstein (9. u. 10. v. l.) sowie weitere Vertreter aus Friedberg, Ober-Mörlen, Rosbach und Wehrheim sowie aus Forst, Naturschutz und Tourismus auf der Mountainbiker-Strecke in Stromberg. (Foto: pv)

Auf Initiative von Friedbergs Bürgermeister Michael Keller waren Vertreter aus Friedberg, Ober-Mörlen, Rosbach und Wehrheim sowie aus den Bereichen Forst, Naturschutz und Tourismus im Wald der 3200 Einwohner zählenden Kleinstadt Stromberg am südöstlichen Rand des Hunsrücks. Bürgermeister Keller, sein Amtskollege Jörg Wetzstein aus Ober-Mörlen und ihre Kollegen wollten sich ein Bild vom dortigen Flowtrail machen.

Vorausgegangen war dem Termin die Initiative des Naturparks Taunus sowie lokaler Mountainbike-Clubs, im Wintersteingebiet und auf den Zuführungen zum Winterstein Flowtrails auszuweisen. Ziel der Initiative ist es, Freizeitaktivitäten im Wald zu kanalisieren und empfindliche Waldbereiche zu schützen. Die Initiatoren des Flowtrails in Stromberg, Sascha Machert und Thomas Kleinjohann, zeigten die drei angelegten Abfahrtsstrecken, den Rundparcours und den Übungsparcours. Die Flowtrails umfassen in Stromberg insgesamt 10 Kilometer und eine Waldfläche von ungefähr vier Hektar. Die Strecken sind nach Schwierigkeitsgrad unterschiedlich beschildert und richten sich an vielfältige Zielgruppen.

»Unsere Besucher sind zwischen drei und 70 Jahren alt. Auch viele Familien nutzen das Angebot, gerade am Wochenende«, sagte Sascha Machert. Jährlich zählt ein Verein, der sich um Unterhaltung, Weiterentwicklung und Verkehrssicherheitspflicht kümmert, 6000 Besucher. Auch die Einrichtung der Strecken hat der Verein, der aus 70 Mitgliedern besteht, eigenständig vorgenommen. Die Stadt Stromberg unterstützte dies durch Material, Maschinen und eine Anschubfinanzierung von 6000 Euro. Außerdem initiierte die Stadt Gespräche mit Förstern, Jägern und Naturschutzbehörden.

Strombergs Bürgermeisterin Karin Hering berichtete über eine gut funktionierende Kooperation zwischen Stadt und Verein und über einen Zugewinn für den lokalen Tourismus. Ein weiterer positiver Aspekt sei die Belebung des lokalen Radsportes sowie die Eindämmung des Baus von illegalen Strecken. In Stromberg wurden überwiegend vorhandene Wegenetze genutzt; in abweichenden Fällen wurde die Nähe zu bestehenden Forstwegen gesucht.

Die Bürgermeister verständigten sich darauf, weiter im Austausch zu bleiben, ohne sich jedoch abschließend für oder gegen eine solche Nutzung der Waldflächen auszusprechen. In Rosbach hat sich bereits ein Mountainbike-Verein gegründet, der ein solches Freizeitangebot fordert. Aber auch die Risiken müssten beachtet und die Interessen aller Waldnutzer in Einklang gebracht werden.

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