Friedberg

Martinsumzüge und Caritas-Aktion vor der Stadtkirche

Friedberg (ini). In diesem Jahr war der Martinstag in Friedberg ein besonderes Ereignis. Die traditionellen Martinsumzüge wurden zusammen mit der Caritas-Aktion »Eine Million Sterne: Zeichen der Hoffnung für Menschen in Not« gefeiert und brachten Friedberg zum Leuchten.
12. November 2013, 17:58 Uhr
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1000 Lichter, im Logo der Caritas angeordnet, erhellen den Stadtkirchenplatz.

Gleichzeitig wurden Spenden für zwei Caritas-Projekte, Kinder in Russland und Mütter in der Wetterau, gesammelt. Die gesamte Aktion stand unter dem Motto Familie.

Auf dem Stadtkirchenplatz herrschte bei Anbruch der Dunkelheit dichtes Gedränge. Die Kinder von fünf Friedberger Kindertagesstätten waren sternförmig zu dem zentralen Platz in der Stadtmitte gekommen, zusammen mit Eltern, Großeltern, Geschwistern und Freunden. Nicht nur die Laternen der Kinder erhellten den Kirchenplatz: 1000 Kerzen waren entzündet worden als Zeichen der Solidarität und Hoffnung, wie in über 80 anderen Städten auch.

Wer war eigentlich dieser Sankt Martin? Diese Frage beantwortete Lea Dlouhy, die mit den evangelischen Pfadfinderinnen Szenen aus dem Leben des Heiligen einstudiert hatte. Da wurde gezeigt, wie der Soldat Martin seinen Mantel teilte, zum christlichen Glauben fand, Bischof wurde und Kranke heilte. Die gemeinsam gesungenen Martinslieder wurden von Schülern der Adolf-Reichwein-Schule auf Blasinstrumenten begleitet. Für die Kinder gab es zum Abschluss natürlich auch einen Martinsweck.

»Die Förderung von Familien ist eine wichtige politische Aufgabe auf allen Ebenen«, betonte Eva Hofmann, Direktorin des Caritasverbands Gießen. In diesem Jahr hat sich die katholische Hilfsorganisation vor allem die Unterstützung von Familien zum Ziel gesetzt. Unter dem Jahresmotto »Familie schaffen wir nur gemeinsam« wird auch der Erlös der Eine-Million-Sterne-Aktion an Familien gehen. Die Hälfte der Spendengelder wird in das Projekt der Kinderclubs in Russland von Caritas International investiert, die andere Hälfte kommt Müttern aus der Wetterau für Auftankwochenenden zugute.

Familie, was bedeutet das heute? Geborgenheit und Zusammengehörigkeit, Liebe und Vertrauen wurde in gefilmten Statements von Friedbergern unterschiedlichen Alters genannt. Die Situation vieler Familien in Russland sieht anders aus, hatte eine Klasse der Adolf-Reichwein-Schule herausgefunden. In ihrer Präsentation war zu lesen, dass viele Kinder in Armut aufwachsen. Hier setzen die Kinderclubs von Caritas International an, die nicht nur Kinder, sondern auch die überforderten Eltern unterstützen.

»In der Familie werden die Grundprinzipien menschlichen Zusammenlebens vermittelt. Es werden Vertrauen, Solidarität und Verantwortung gelebt und erlernt«, erklärte Stefan Kelm vom Caritasverband Gießen zum Jahresmotto. Dass Familie heute anders aussieht als früher und als in Werbespots dargestellt, weiß der für den Bereich Friedberg zuständige Kelm. Und auch, dass Familien in schwierigen Situationen Hilfe benötigen. Deshalb sehe es der Caritasverband als wichtige Aufgabe an, die Situation armer Familien zu verbessern, aber auch für bessere Rahmenbedingungen wie Mindestlohn und eine verbesserte Anerkennung von Erziehungsleistungen zu kämpfen.

Martina Krum und Stefan Kelm vom Caritasverband Gießen hatten ein breites Bündnis von Kirchen, Kindergärten und Schulen für die europaweite Aktion gewonnen. Neben der katholischen Kindertagesstätte beteiligten sich die evangelischen in der Kaiser- und Wintersteinstraße sowie die städtische »Räuberhöhle« und der »Tintenklecks« an der Aktion. Katholisches Dekanat West und katholische Pfarrgemeinde Friedberg, evangelische Gemeinde, Bund der Deutschen Katholischen Jugend sowie Adolf-Reichwein- und Lioba-Schüler gestalteten das Programm mit.

In Grußworten betonten Bürgermeister Michael Keller, Stefan Wanske, Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde, und sein evangelischer Kollege André Witte-Karp die Bedeutung von Familien für den Einzelnen und die Gesellschaft.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedberg/art555,86436

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