10. März 2013, 17:13 Uhr

Markt: Wie man Osterhasen sägt und Eier bemalt

Friedberg (har). Einen ganzen Saal voller Ostereier und Kunsthandwerk findet man nicht alle Tage. Am Wochenende war dies in der Stadthalle wieder der Fall. Zum 21. Mal lud Jörg-Peter Albrecht (Wetzlar) zum »kreativen Ostereiermarkt«. 50 Aussteller zeigten nicht nur Ostereier in allen Größen und Formen, sondern auch Kunsthandwerk.
10. März 2013, 17:13 Uhr
Wichtig ist eine ruhige Hand: Martha Schwalm aus Bad Hersfeld zeigt die Kunst des Eier bemalens. (Foto: lod)

»Der Besuch ist viel besser als im letzten Jahr«, freute sich Albrecht. Er musste mit der Kasse ins Foyer ziehen, da der gesamte Saal mit Ständen besetzt war. Gleich hinter der Eingangstür hatte Elke Jüngling ihren Stand mit handgemachten Schmuck aus Süßwasserperlen, Muschelkern oder Halbedelsteinen aufgebaut. Die Frankfurterin gehörte zum halben Dutzend Anbietern, die erstmals nach Friedberg gekommen waren. Mit dem Umsatz war die Hobby-Bastlerin bereits am Samstagnachmittag sehr zufrieden. Auch der Karbener Leo Streukens, der seit mehreren Jahren seine Glaskunst anbietet, hatte schon einige Objekte verkauft. »Im letzten Jahr waren mehr Sehleute da, dieses Jahr sind es mehr Kaufleute«, meinte er lachend und meldete Copyright auf sein Wortspiel an.

Aus Karben kam auch Sonja T. Groefsma-Thöne. Sie hatte »fröhliche Keramik« mitgebracht, ihr Stand war ein echter Blickfang. Christel Feiler, längst Stammgast auf dem Ostereiermarkt, bot Blumendekoration, Keramikhühner und Frühlingsgestecke an. Den kürzesten Anreiseweg hatten Tatjana Radewaldt und Ehemann Jens Dörr-Radewaldt, die in der Friedberger Schirngasse ihr Geschäft »Natürlich Kunst« sowie die Kreativ-Werkstatt »Natürlich bunt« in der Haagstraße betreiben. Immer, wenn Zeit war, setzte sich Tatjana Radewaldt an ihr Spinnrad und führte die Kunst des Wollespinnens vor.

Bunte Stadtansichten

Die Künstlerin und Kunstpädagogin Ulyana Duhme aus Fauerbach war zum zweiten Mal dabei. Besonders die farbenprächtigen Öl- und Aquarellbilder mit bekannten Friedberger Motiven wurden von den Besuchern genau betrachtet. Stammgast ist Horst Emmelius aus Katzenfurt, der in seiner Werkstatt Holzspielzeug und österliche Motive herstellt. Er hatte seine Dekupiersäge mitgebracht, sägte damit Osterhasen aus dem Holz heraus. Emmelius und Radewaldt waren zwei von einer ganzen Reihe von Künstlern, die ihr Handwerk vorführten.

Dazu gehörte auch Janos Karoly mit seiner Tiffany-Kunst. Die Besucher konnten dem Limburger, der zum ersten Mal in der Kreisstadt zu Gast war, bei der Arbeit mit vorgeschliffenen Glasteilen zusehen. Ganz unterschiedlich waren die Motive an den Ständen der Eiermalerinnen, darunter solche aus Schlesien und Relief-Eier in einer Technik, die aus Rumänien stammt. Es gab auch Tiermotive auf Enten-, Straußen- und Emu-Eiern. Traditionelle oberhessische Spruch- und Brauchtums-Eier stellt Monika Schmidt aus Petersberg her. Sie bot die ganze Palette an Eiern vom Wachtel- über Tauben- bis zu großen Nandu- und Straußeneiern an. Ausgeblasene Puteneier, aber auch einen Puten-Eierlikör konnten die Besucher am Stand von Irene Müller vom Hofgut Utphe erwerben. Wie man Eier selbst bemalt, zeigte Martha Schwalm aus Bad Hersfeld, die nach gut 15 Jahren erstmals wieder nach Friedberg gekommen war.

So manche Rarität fand man an den Ständen: kunstvoll bemalte Keramikglocken, die Edeltraud Ledderhose aus Zierenberg anbot etwa, während der Stand von Renate Damm aus Steinbach im Taunus mit Seidentüchern ein einziges buntes Farbenmeer war. Die Besucher waren angetan, kaum jemand verließ ohne eine Tüte den Saal. »Natürlich sind wir nächstes Jahr wieder da«, meinte Jörg-Peter Albrecht. Der Termin steht auch schon fest: Am 29. und 30. März 2014 steigt die 22. Auflage des Ostereiermarkts in der Stadthalle.

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