Friedberg

Keller: Wolfengasse soll kein Nirwana mehr sein

Friedberg (pwz). Den Vorschlag, die Wolfengasse in Zukunft für den Verkehr zu sperren, hat Bürgermeister Michael Keller schon mehrfach geäußert. Für das Friedberg-Forum ist dieses Vorhaben schwer zu begreifen. Die Mitglieder wollen, dass dort wenigstens eine Fahrspur zur Kaiserstraße führt.
08. März 2013, 18:43 Uhr
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Aus der Eins-B- soll eine Eins-A-Lage werden: Bürgermeister Keller hält an dem Plan, die Wolfengasse zur Fußgängerzone zu machen, fest. (Foto: nic)

Zu diesen Ideen äußerte sich der Bürgermeister in einem Gespräch mit der WZ. Er will den Einzelhändlern ausreichend Platz bieten.

Mehrere Gründe sprechen laut Friedberg-Forum gegen die Schließung der Straße. Andere Bereiche würden durch zusätzlichen Verkehr belastet. Die Fahrtwege auf die Kaiserstraße würden derart begrenzt, dass einige Kunden sich entscheiden könnten, lieber andernorts einzukaufen. Außerdem reiche der Öffentliche Personennahverkehr nicht aus, um fehlende Parkplätze zu kompensieren.

Doch Keller sieht in der Wolfengasse Potenzial: »Man muss die Kaiserstraße nicht als Solitär sehen, es gibt auch großartige Flächen rechts und links davon.« Man dürfe nicht nur ein Auge für die Kaiserstraße haben, sagt Keller. Als Bürgermeister müsse er an alle Menschen in der Stadt denken. »Wenn wir den Elvis-Presley-Platz machen, dann machen wir auch die Wolfengasse mit«, wurde im Vorfeld entschieden. In einem Brief an den Magistrat wollten die Mitglieder des Friedberg-Forums daraufhin anregen, keine Fußgängerzone zu schaffen, sondern nur den Bürgersteig breiter zu machen. Angrenzende Geschäfte könnten diesen dann nutzen.

Der Bürgermeister hat jedoch mit den Einzelhändlern gesprochen: »Wir sind jetzt in einer Eins-B-Lage. Wenn ihr uns eine Chance gebt, dann werden wir die auch nutzen«, hätten diese gesagt. Von sehr agilen Leuten spricht Keller. Die Besitzer von »Pepi« und »Novum«, aber auch von »Teehaus« und »Uhlenspiegel« würden sich bewegen und Leben in die Gasse bringen. Diese höhere Aufenthaltsqualität ist ein Anliegen des Bürgermeisters: »Die Wolfengasse ist eine Gasse in einem gewissen Nirwana – mit zwei Fahrspuren und einer Ladenzone«, doch daraus könne eine großartige Fläche vor der Stadtkirche werden. Für kommenden Montagabend haben die Händler der Wolfengasse ein Treffen geplant, um sich auf die kommenden Bauarbeiten und den zusätzlichen Platz vorzubereiten.

Ulf Berger von »Friedberg hat’s« habe ihn zuerst angesprochen und darauf hingewiesen, dass viele Käufer über die Wolfengasse kämen, erinnert sich Keller. Auch die Einwände des Friedberg-Forums, die Sprecher Friedrich-Wilhelm Durchdewald übermittelte, würden überprüft. Die Aussagen über die Befahrung der Straße seien bisher nur persönliche Einschätzungen der Beteiligten gewesen, sagt Keller. Jetzt sei ein Fachmann zurate gezogen worden. Die Stadt müsse nun die Ergebnisse des Verkehrsplaners abwarten. Mit einer Verkehrszählung soll überprüft werden, ob die Wolfengasse tatsächlich als Zufahrt zur Kaiserstraße oder nur als Abfahrt aus der Altstadt genutzt werde und wie viel Verkehr dort fließt. Der Planer werde sich umfassend mit den jetzigen und zukünftigen Verkehrsverhältnissen beschäftigen.

Zunächst würden Meinungen eingeholt, sagt Keller. Auch die Polizei wurde angeschrieben. Außerdem müsse der Fahrplan für die Buslinie geändert werden, die die Straße nutzt. Eine Einladung für das Friedberg-Forum werde um Ostern kommen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedberg/art555,79433

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