21. Februar 2013, 15:03 Uhr

Elvis-Presley-Platz: Neues Zuhause für die Linden

Friedberg (ütz). »Was machen die denn da?«, wollte ein Passant wissen. »Ei, die pflanzen doch die Bäume um«, klärte ihn ein anderer auf. Es war 10 Uhr am Dienstag, und die »Optimal 2500« war gerade erneut auf den Elvis-Presley-Platz gefahren, um eine zweite Linde auszugraben.
21. Februar 2013, 15:03 Uhr
Die »Optimal 2500« fährt die Linde huckepack weg. (Foto: Schütz)

Was da vor sich ging, war eine weitere vorbereitende Aktion zur Umgestaltung des Platzes, nachdem in der vergangenen Woche bereits fünf ältere und im »Abgangsstadium« befindliche Linden gefällt worden waren.

Die »Optimal 2500« ist eine der Baumpflanzmaschinen der Firma Wichmann Arbor aus Dreieich. Das europaweit agierende Unternehmen hat sich auf das Ein- und Umpflanzen von großen Bäumen spezialisiert und hatte gestern seinen Einsatz in Friedberg. Es ging darum, die sieben verbliebenen jüngeren Linden – sie sind nach Schätzung von Michael Leicht von der Grünabteilung des Stadtbauamts rund 15 Jahre alt – auf die Seewiese umzusiedeln.

Wie schon bei der Fällung der älteren Bäume am letzten Donnerstag hielt sich das Zuschauerinteresse in überschaubaren Grenzen. Während die »Optimal 2500« den Baum aus dem Boden hob, verfolgte gut ein Dutzend Zaungäste die Arbeiten auf dem vom Bauhof am Morgen mit Gittern abgesperrten Platz. Sie konnten sehen, wie der Fahrer vorsichtig rückwärts an die Linde heranfuhr, sich dann vier hydraulisch betriebene Spaten des Lkw der Reihe nach ins Erdreich drückten, den Wurzelballen des Baum umschlossen und das Gewächs aus dem Boden hoben. Es wurde dann huckepack aufgeladen und zur Seewiese gefahren. Dort fanden vier Linden an der Südseite der Eisteichfläche vorm Skiclubheim ihr neues Zuhause; drei weitere wurden östlich des Spielplatzes eingepflanzt.

Das Verfahren war ein Wechselspiel: Erst hatte das Gerät auf der Seewiese einen Erdballen ausgehoben und zum Elvis-Platz gefahren. Dort wurde dann der erste Baum ausgegraben und in das Loch auf der Seewiese wieder eingepflanzt. Der Erdballen von dort wurde zur passgenauen Verfüllung des nunmehr auf dem Platz entstandenen Lochs verwendet – und so ging es weiter.

Vor Ort war am Morgen auch Bürgermeister Michael Keller. Wie er sagte, sei die von der CDU unlängst beanstandete Umpflanzung (die WZ berichtete) eine »friedensstiftende Maßnahme«. Man habe auf die Bürger, die eine komplette Fällung des Baumbestands auf dem Elvis-Presley-Platz kritisiert hatten, gehört – und auf seinen Vorschlag hin im Magistrat entschieden, jene Bäume, die zu erhalten waren, zu erhalten und eben umzusetzen.

Wie Betriebsleiter Jens Hödicke von der Firma Wichmann erläuterte, werden die Linden nicht einfach auf der Seewiese ins Erdreich eingesetzt. Damit sie dort auch gedeihen, sei die richtige Nachsorge und Pflege notwendig. Unter anderem wird der Boden für sogenannte Reha-Zonen um die Bäume herum aufgegraben, eine Düngung ist dabei ebenso erforderlich wie eine Belüftung des Wurzelwerks. Ein Kronenschnitt ist ebenfalls vonnöten, wie auch eine regelmäßige Bewässerung oder eine sturmfeste Verankerung. Zwei Jahre lang, so Hödicke, seien diese Arbeiten nötig, dann seien die Bäume angewachsen und könnten sich selbst überlassen werden.

Die Aktion vom Dienstag stieß bei den Passanten nicht auf ungeteilte Zustimmung. »Da heißt es immer, die Stadt habe kein Geld, und dann wird so eine kostspielige Umpflanzung gemacht«, sagte eine Frau. Wie berichtet, hat die Stadt rund 15 000 Euro dafür veranschlagt. Eine Geschäftsfrau übte generelle Kritik an der Umgestaltung des Elvis-Platzes. Sie verzeichne jedes Mal, wenn die Parkplätze vorm Kaufhaus Joh gesperrt würden – wie gestern –, einen Umsatzrückgang von über 30 Prozent. Wenn nun im Rahmen der Umgestaltung die Parkplätze für immer wegfielen, könne dies für die »kleinen« Geschäfte an dieser Stelle durchaus das Aus bedeuten. Aber die Diskussion Umgestaltung ja oder nein ist ja schon längst geführt ...

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