09. Januar 2013, 10:23 Uhr

Auf Weihnachtseinkauf folgt Schnäppchenjagd

Friedberg/Bad Nauheim (cor). »Die Umsätze beim hessischen Weihnachtsgeschäft 2012 dürften zwei Prozent höher liegen als im Vorjahr«, sagt der Präsident des Landesverbandes des hessischen Einzelhandels, Friedrich Wagner. Bundesweit liegt der Einzelhandel bei einem Umsatzplus von 1,5 Prozent. Auch die Einzelhändler in Friedberg und Bad Nauheim sind zufrieden, wie eine Umfrage zeigt.
09. Januar 2013, 10:23 Uhr
Mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden: Andrew Baier und Adeba Tsegaye vom Ticket Shop Friedberg haben viele Gutscheine verkauft. (Fotos: Weigelt)

»Die Leute hatten Lust zum Einkaufen.« Und auch hier gibt es das, was bundesweit die Käufer in der Nachweihnachtszeit anlockt: Rabatte und Sonderangebote.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnete mit einem Weihnachtsumsatz von 80,4 Milliarden Euro; gezählt werden dabei auch die Tage nach Weihnachten. Wie das Geschäft für die Händler unterm Strich genau gelaufen ist, ist frühestens Ende Januar bekannt. Die Hessen seien zur Weihnachtszeit aber ausgabefreudiger als die restlichen Bundesbürger gewesen, meint Wagner. Gerade im Ballungsgebiet Rhein/Main seien gute Umsätze verbucht worden, dank hoher Beschäftigungsquoten und Gehaltserhöhungen: »Im Durchschnitt gibt der Bundesbürger 230 Euro für Weihnachten aus. Der Hesse liegt mit 256 Euro knapp darüber.«

Zu den beliebtesten Geschenken zählten Gutscheine. Zudem lassen Bargeld-Geschenke nach Weihnachten noch mal kräftig die Kassen klingeln. »Wir haben zum Vorjahr eine Umsatzsteigerung erzielt«, sagt Mara Männel von der Bad Nauheimer Buchhandlung am Park. Bücher zählen alljährlich zu den beliebtesten Weihnachtspräsenten. Ältere Kunden greifen gerne zu Bestsellern, jüngere zum Gutschein. »Im Vergleich zum restlichen Jahr hat sich die Zahl der verkauften Gutscheine an Weihnachten sogar verdoppelt.« Die ersten wurden direkt nach den Feiertagen eingelöst. Die Renner waren »Shades of Grey« von E. L. James und der Roman »Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand« von Jonas Jonasson.

Auch im Ticket-Shop in Friedberg wurde viele Gutscheine verkauft. Normale Ausfertigungen habe der Shop immer vorrätig, für das Weihnachtsgeschäft habe man sich aber etwas Besonderes einfallen lassen, erzählt Andrew Baier: Gutscheine passend zum Konzert oder zum Sportereignis. Viele Last-Minute-Shopper hätten hier zugeschlagen. »Wir hatten teilweise lange Kundenschlangen bis zur Eingangstür«, sagt Baier. Dabei sei das Weihnachtsgeschäft nur langsam in Schwung gekommen. Aber man sei mit den Umsätzen sehr zufrieden, erklärt Verkaufsberaterin Abeba Tsegaye. »Die Gutscheine sind unbegrenzt einlösbar, daher ist es wieder ruhiger geworden.« Vor Weihnachten kam sogar jemand, der noch einen D-Mark-Gutschein eingelöst hat.

»Angenehmes Arbeiten«

Bei den Textilien lohnt es sich hingegen, nicht so lange zu warten und Gutscheine im Januar einzulösen. Durch die milden Temperaturen gibt es in vielen Bekleidungsgeschäften Prozente. So auch bei Mode Ruths in Friedberg und Bad Nauheim, wo bis zu 75 Prozent Rabatt winken. »Das Weihnachtsgeschäft war eher verhalten«, sagt Jochen Ruths. Das Bekleidungsgeschäft habe direkt nach den Feiertagen mit einem Sonderverkauf gestartet. Bis zum 19. Januar werden noch jede Menge Schnäppchen angeboten.

Nicht alle Kunden denken beim Geschenkekauf nur an andere. »Viele haben auch sich selbst einfach mal etwas gegönnt und sich zum Jahresende belohnt«, erzählen Burkhard und Dennis Unger von Mam Jeans in Bad Nauheim. »Die Kunden hatten einfach Lust am Einkauf.« Entsprechend positiv sei auch die Stimmung im Geschäft gewesen. »Ein angenehmes Arbeiten«, sagt Burkhard Unger. Viele Kunden hätten eine persönliche Beratung einem anonymen Interneteinkauf vorgezogen. »Außerdem muss eine gute Jeans einfach passen.« Jeans und Sweatshirt gehen zu jeder Jahreszeit. Der Renner im Haus war in der Vorweihnachtszeit aber der I-Phone- Handschuh.

Zufrieden zeigt sich auch das Spielwarenfachgeschäft Feigenspan. »Das Weihnachtsgeschäft hat spät, aber gut eingesetzt«, sagt Stefan Feigenspan. »Wir haben damit quasi bis heute zu tun.« Beim Spielwarenverkauf kann man sich ohnehin keine Pause gönnen. »Wir müssen immer am Ball bleiben.« Nach Weihnachten steht bereits das Faschingsgeschäft vor der Tür, alles geht nahtlos ineinander über. Trotz allem beobachte wohl jeder Einzelhändler mit Schrecken die Entwicklung der Branchen, sagt Feigenspan. »Die Kosten steigen immer weiter, gerade was die Energie angeht. Wer weiß, wie es in zehn Jahren einmal beim Einzelhandel aussieht.«

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