24. April 2012, 16:58 Uhr

Autobahnunfälle legen Berufsverkehr lahm

Friedberg/Bad Nauheim (jw). Dienstagmorgen, die WZ-Sekretärin stampft zur Tür rein. »Wenn der Tag schon so anfängt!«, schimpft sie. »Für acht Kilometer eineinhalb Stunden auf der B 3.« Im nächsten Moment läutet das Telefon. Eine Kollegin ist dran, sie sagt, sie komme später. »Ich steck im Stau.« Vielen Wetterauer ging es am Morgen so. Verkehrskollaps rund um Friedberg und Bad Nauheim.
24. April 2012, 16:58 Uhr
Domino-Effekt auf der Bundesstraße: Aufgrund der Unfälle auf der Autobahn müssen die Autos auf dei B 3 ausweichen, wo am frühen Dienstagmorgen zeitweise gar nichts mehr ging. (Foto: Nici Merz)

Schulkinder und Beschäftigte kamen zu spät, auch wer nur kurz einkaufen fahren wollte, steckte im Stau. Ursache waren zwei Unfälle auf den Autobahnen A 5 und A 45, der Verkehr wich auf die Nebenstrecken aus, wo nichts mehr ging.

Elf Kilometer Stau auf der A 5 zwischen Butzbach und Friedberg wurden Dienstagmorgen gemeldet: Um 4.48 Uhr stürzte in Höhe der Raststätte Wetterau ein Kühllaster um. Der Pkw eines 70-jährigen Grünbergers hatte den Lkw gerammt, dieser schleuderte über alle drei Fahrtstreifen und prallte gegen die Betonwand in der Mitte der Autobahn. Der Laster wurde regelrecht auseinandergerissen. Der Fahrer, ein 61-Jähriger aus Neumünster, wurde leicht verletzt in eine Bad Nauheimer Klinik eingeliefert. Der Grünberger blieb unverletzt. Ein weiterer Lkw eines 26–Jährigen aus Lüdinghausen konnte den Fahrzeugteilen auf der Fahrbahn nicht mehr ausweichen. Es entstand ein Sachschaden von etwa 50 000 Euro. Die A 5 war in südlicher Richtung für über zwei Stunden gesperrt, auch die Gegenfahrbahn, auf die der Laster nach dem Unfall ragte. Die Bad Nauheimer Feuerwehr war mit drei Einsatzfahrzeugen und elf Feuerwehrmännern vor Ort.

Auch auf der A 45 bei Dillenburg gab es einen schweren Unfall, dort mit einem Todesopfer und zwei Schwerverletzten. Um 3.23 Uhr war ein Lkw auf die Gegenfahrbahn geraten. Insassen mussten mit Rettungsscheren aus dem Fahrzeugwrack geborgen werden. Auch hier gab es eine mehrstündige Sperrung.

Wer nicht im Stau feststecken wollte, suchte sein Glück auf den Bundesstraßen, und dort trat eine Art Domino-Effekt ein. Auf der B 3 zwischen Nieder-Weisel und Friedberg und auf der B 455 zwischen Friedberg und dem Autobahnanschluss zur A 5 stauten sich die Autos kilometerlang, die Umleitung war völlig überlastet. Auf den Zufahrtsstraßen rund um Bad Nauheim stand der Verkehr still. Im Nordosten von Friedberg war’s nicht besser, und dies, obwohl die Einbahnregelung auf der B 455 bei Dorheim aufgehoben wurde. Viele Autofahrer suchten ihr Glück über die B 275 und die L 3351. Von dort aus Richtung Florstadt meldeten Leser »zeitweise Stillstand« in Richtung Friedberg.

»Die B 3 ist völlig zu«, hieß es aus dem Friedberger Ordnungsamt. Auch auf der Kaiserstraße wurde frühmorgens »deutlich mehr Verkehr als sonst« beobachtet. »Der Verkehr in und um Friedberg ist vollkommen zusammen gebrochen«, hieß es in der E-Mail. Die Staus zogen sich bis ins Industriegebiet Süd. »Die Pfingstweide ist seit gut eineinhalb Stunden fast zu einem großen Parkplatz geworden«, meldete ein Leser, der fragt: »Wie soll das die nächsten Tage weitergehen, wenn die Baustelle zwischen Wöllstadt und dem Ilbenstädter Kreuz noch zwei Wochen andauert?« Dort wird die Fahrbahndecke erneuert, die Umleitung läuft über das Friedberger Industriegebiet.

»Viele meiner Kollegen sind heute deutlich zu spät gekommen«, berichtet eine Leserin. »Grund ist nicht die Sperrung der Autobahn, nein, es ist die Vollsperrung der Straße Richtung Ilbenstadt und Wöllstadt. Deshalb wurde auch der Durchgang Bruchenbrücken zur Einbahnstraße. « Mehr als eine Stunde habe sie am Montag benötigt, um von der Pfingstweide nach Bruchenbrücken zu fahren. Sie vermisst die Flexibilität der Behörden, fordert, den Verkehr bei solchem Mehraufkommen manuell zu regeln.

Ursache für die Staus seien die Unfälle auf den Autobahnen gewesen, sagte Carmen Koch, Pressesprecherin der Verkehrsbehörde Hessen Mobil in Gelnhausen. »Dann quält sich alles über die Bundesstraßen.«

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