07. März 2012, 10:48 Uhr

Gutes Ergebnis trotz schlechter Voraussetzungen

Wetteraukreis (chh). Trotz Wirtschaftskrise ziehen die Verantwortlichen der Sparkasse Oberhessen ein positives Resumee für das Jahr 2011. »Wir werden nach dem heutigen Stand einen Bilanzgewinn von rund 10 Millionen Euro ausweisen«, sagte der Vorstandsvorsitzende Günter Sedlak am Dienstag bei einer Pressekonferenz.
07. März 2012, 10:48 Uhr
Freuen sich über ein positiven Jahr 2011 für die Sparkasse Oberhessen (v. l.): Vorstandsmitglied Thomas Falk, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Reinhold Wintermeyer und Sparkassenchef Günter Sedlak. (Foto: chh)

Die Bilanzsummer belaufe sich auf 4,53 Milliarden Euro. 2011 seien 7000 Kredite vergeben worden. Für 2012 werde ein schwächeres Ergebnis erwartet.

Der Bilanzgewinn von rund 10 Millionen Euro (2010: 10,6 Millionen Euro) solle dem Eigenkapital zugeführt werden, sagte Sparkassenchef Günter Sedlak. Das Jahr 2011 sei sehr anspruchsvoll gewesen, betonte Sedlak und wies vor allem auf die anhaltende Wirtschaftskrise hin: »Sie hat das Vertrauen der Unternehmen und Privatpersonen gegenüber Staaten, Politik und auch gegenüber Banken stark strapaziert.« Zudem seien die zunehmenden Regulierungsanforderungen vor allem für regionale Kreditinstitute ein ständig wachsender Aufwand. Dass trotz der schwierigen Vorzeichen ein positives Ergebnis erzielt werden konnte, habe an der guten Konjunktur gelegen. Positiv sei auch, dass sich die Sparquote der Deutschen bei 10,9 Prozent stabilisiert habe. »Das freut die Banken«, sagte Sedlak. Erfreulich sei auch die Zahl der vergebenen Kredite: »Wir haben 7000 neue Kredite in Höhe von 479 Millionen Euro vergeben«, berichtete der Sparkassenchef.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Reinhold Wintermeyer nannte Einzelheiten zur Kreditvergabe. Demnach habe 2011 besonders die eigene Immobilie hoch im Kurs gestanden. »Wir haben 2289 Immobilienprojekte mit 266 Millionen Euro finanziert.« Daneben sei der Trend zu kurzfristigen Geldanlagen ungebrochen. So führte die Sparkasse Ende im vergangenen Jahr 70 000 Tagesgeldkonten.

Das Kundenkreditvolumen liege bei 3,1 Milliarden Euro, das gewerbliche Kreditvolumen sei auf 1,13 Milliarden gestiegen. Das beweise, dass die Sparkasse »maßgeblich den wirtschaftlichen Aufschwung der Region unterstützt habe«, betonte Wintermeyer. Auch auf die zunehmende Bedeutung des Online-Banking nahm der stellvertretende Vorsitzende Stellung: Im vergangenen Jahr habe vor allem der Sicherheitsaspekt im Vordergrund gestanden. »Wir haben zum Beispiel das »ChipTAN-Verfahren« eingeführt und sind sehr zufrieden damit.« 2011 seien von 51 500 Internetkunden über 2,8 Millionen Überweisungen online getätigt worden.

Trotzdem erfreue sich das klassische Filialnetz immer noch großer Beliebtheit, ergänzte Vorstandsmitglied Thomas Falk. 2011 habe man an drei Standorten investiert. »Wir haben eine SB-Filiale in Alsfeld eröffnet, die Filiale in Bad Nauheim-Steinfurth renoviert und das »Kompetenzzentrum« in Mücke umgebaut«, berichtete Falk. Auch das bei der Bilanzpressekonferenz vor einem Jahr geäußerte Ziel, keine Zweigstelle zu schließen, hat die Sparkasse Oberhessen erreicht. »Für 2012 stehen auch keine Schließungen an«, versicherte Falk. Große Bedeutung habe auch das Thema Nachhaltigkeit gehabt. 2011 habe das Geldinstitut den Stromverbrauch um 20 Prozent reduziert, den Wasserverbrauch um 21 Prozent. Auch eine Charta des Umweltministeriums sei unterzeichnet worden, mit deren Unterschrift sich die Sparkasse verpflichtet, nachhaltig zu wirtschaften.

Nicht nur die Sparkasse, auch die Kunden hätten Wert auf erneuerbare Energien gelegt: »Ein wesentlicher Treiber im Kundengeschäft waren grüne Geldanlagen und Finanzierungen«, sagte Sedlak. Hier habe die Sparkasse mit ihrem Energie-Sparkassenbrief und den Photovoltaik-Darlehen punkten können.

Erfreut zeigte sich Sedlak auch darüber, dass die Anzahl der Girokonten um 2000 erhöht wurde. Passend zur Nachhaltigkeits-Initiative der Bank: »Für jedes abgeschlossene ›Giro-X-tra-Konto» werden wir einen Baum pflanzen«, versprach Wintermeyer.

Auch im vergangenen Jahr hat die Sparkasse Oberhessen diverse lokaler Projekte gefördert – 996 an der Zahl. Dafür investierte die Bank eine Gesamtsumme von 610 000 Euro.

Zum Jahresende habe die Bank 1048 Mitarbeiter beschäftigt, das seien 22 weniger als im Vorjahr. Wegen der Schulumstellung auf G8 und der daraus resultierenden doppelten Jahrgänge wolle die Bank in diesem Jahr statt 25 35 Auszubildende einstellen. »Wir haben noch 15 offene Stellen und suchen Bewerber«, betonte Sedlak.

Für 2012 zeigte sich der Sparkassenchef verhalten optimistisch. Jedoch: »In Anbetracht der steigenden Regulierungen und der anstehenden Tarifgespräche rechne ich mit einem etwas schwächeren Ergebnis.«

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