16. März 2011, 10:40 Uhr

Spontane Mahnwache gegen Atomkraft

Friedberg/Bad Nauheim (ütz/pm). Eine spontane Mahnwache hat das Friedberger Aktionsbündnis gegen Atomkraft am Montagabend angesichts der Erdbebenkatastrophe in Japan und der immer dramatischer klingenden Meldungen von den japanischen Atomkraftwerken auf der Kleinen Freiheit organisiert.
16. März 2011, 10:40 Uhr
Die Mahnwache am Montag auf der Kleinen Freiheit in Friedberg. (Foto: pv)

Man wollte damit, so einer der Organisatoren, Grünen-Stadtverordneter Andrej Seuss, den Menschen Gelegenheit geben, ihre Betroffenheit über die atomare Katastrophe und das Leiden der Menschen zum Ausdruck bringen und sich über die Konsequenzen für Deutschland unterhalten zu können. Mehr als 130 Menschen nahmen laut Seuss unter einem Transparent der Anti-Atom-Bewegung teil. Einige Passanten schlossen sich an, andere kamen aus den Taunus-Gemeinden und dem Frankfurter Raum nach Friedberg. Im Gedenken an die Opfer wurden Kerzen entzündet, die Passanten trugen sich in auf »Atomfässern« liegende Listen ein, und eine Stelzenläuferin schwenkte eine Anti-Atom-Fahne. Wie Seuss berichtet, sei in vielen Gesprächen erklärt worden, die Ereignisse in und um Fukushima zeigten, dass die Atomenergie eine nicht zu beherrschende Technologie sei und in Deutschland ernst gemacht werden müsse mit dem Ausstieg. Auch die aktuelle Regierungserklärung der Bundesregierung zum Moratorium der Laufzeitverlängerung sei diskutiert worden. Die meisten Anwesenden, darunter der Bürgermeisterkandidat aus Bad Nauheim, Sinan Sert (SPD), der Wetterauer Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel (Grüne) und der Friedberger Stadtrat Markus Fenske (Grüne) sowie weitere Kommunalpolitiker, seien sich einig gewesen, dass es sich nur um eine zeitgewinnende Maßnahme handele, um im Hinblick auf die kommenden Wahlen zu zeigen, dass man »tabulos« reagiere. Der Druck der Anti-Atom-Bewegung müsse daher anhalten, um die Bundesregierung zu weitergehenden Ausstiegsbeschlüssen zu zwingen.

Wie der Sprecher des Wetterauer Bündnisses, Hans-Dieter Wagner, betonte, hätte die Anti-Atom-Bewegung einen Kurswechsel lieber mit Argumenten erreicht und nicht erst durch die schrecklichen Ereignisse in Japan. Pfarrerin Susanne Dominik teilte mit, dass der Friedberger Kirchenvorstand beschlossen habe, die bundesweit stattfindenden Mahnwachen durch das Kirchengeläut der Stadtkirche zu unterstützen. Sie lud die Anwesenden ein, sich nach der Mahnwache in der Kirche zu einem vom Dekanat Wetterau und der Evangelischen Kirchengemeinde Friedberg organisierten Gebet einzufinden und der Opfer in Japan zu gedenken.

Wie Seuss mitteilt, wird der Bevölkerung weiterhin die Gelegenheit gegeben, die aktuellen Ereignisse und Entwicklungen in Japan und Deutschland zu diskutieren - das Aktionsbündnis trifft sich auch am Montag, 21. März, um 17.30 Uhr zu einer Mahnwache auf der Kleinen Freiheit und um 18 Uhr mit einem »Montagsspaziergang« zu verbinden. Gleichzeitig mit der Mahnwache führe das Aktionsbündnis auch in Bad Nauheim eine Mahnwache durch. Treffpunkt dafür ist die Dankeskirche. Weitere Informationen unter www.querstellen-friedberg.de.

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