13. Juli 2010, 18:12 Uhr

Friedberger Tafel sucht dringend weitere Helfer

Friedberg (har). Dreimal in der Woche geben die ehrenamtlichen Helfer der Friedberger Tafel in der Kleinen Klostergasse Lebensmittel an bedürftige Personen aus. Vor vier Jahren wurde der Tafelladen eröffnet, und viele Helfer werden benötigt, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Aber: In letzter Zeit wurde es hin und wieder eng.
13. Juli 2010, 18:12 Uhr
Im »Bauchladen« bedienen Anita Bönsel (l.) und Moni Röhler. (Foto: Schuchardt)

»Wir brauchen dringend noch einige sozial engagierte Menschen, die uns helfen«, sagt Schatzmeister Manfred Witt, der mit seinem Vorstandskollegen Walter Krause fast täglich im Büro der Tafel arbeitet. Derzeit sind 40 Tafelmitglieder aktiv, darunter etliche schon von Anfang an. Doch da es sich meist um ältere Menschen handelt, die bereits aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, kommt es durch Krankheit immer wieder zu Ausfällen. Außerdem mussten etliche Helfer altersbedingt ihr Engagement beenden.

»Dabei steigt die Zahl der Kunden ebenso wie die täglich anfallende Arbeit«, berichtet Witt. Derzeit versorgt die Tafel 1560 Personen - darunter 530 Kinder - aus Friedberg, Bad Nauheim, Wöllstadt, Rosbach, Echzell, Wölfersheim und Florstadt. An einem Ausgabetag werden an die 3000 Kilo Lebensmittel bewegt, und die Arbeit beginnt schon am frühen Morgen.

Da starten die Mitarbeiter des Fahrdienstes zu ihren Touren, um bei Supermärkten, Großlieferanten, Bäckereien, aber auch Hofläden die Waren abzuholen, um sie in den Tafelladen zu bringen. Nicht nur an den Ausgabetagen werden Waren geholt. »Während des Argentinienspiels war ich bei einer Wurstfabrik in Frankfurt«, erzählt Oskar Bönsel, der im Vorstand für den Fahrdienst verantwortlich zeichnet.

»So 120 Stunden im Monat bin ich bestimmt hier«, rechnet Bönsel zusammen, der seit fast drei Jahren dabei ist. Auch Ehefrau Anita ist längst zwei- bis dreimal die Woche im Tafelladen zu finden. Meist steht sie im »Bauchladen«, dem Verkaufsbereich, in dem die Kunden zu den zugeteilten Lebensmitteln unter weiteren Waren auswählen dürfen.

Bevor die Waren an den Nachmittagen allerdings ausgegeben werden können, sind vormittags die Sortierer aktiv. Sie verteilen, bis auf die Kühl- und Gefrierwaren, die Lebensmittel in die mit den Namen der Abholer versehenen Kisten. »Wir haben eine Logistik wie in einem mittelständischen Betrieb«, stellt Witt fest, und Vorstandskollegin Moni Röhler ergänzt: »Es macht Spaß, auch wenn es manchmal stressig ist.«

So sind in den letzten Jahren zahlreiche Freundschaften entstanden, und viele Tafelhelfer treffen sich in ihrer Freizeit zu gemeinsamen Unternehmungen. Dass der Betrieb so reibungslos funktioniert, dafür sorgt auch die Hilfe durch Ein-Euro-Jobber. Und: In den letzten Monaten absolvierten fast 30 Schülerinnen und Schüler Gymnasien aus Friedberg und Bad Nauheim hier ein zweiwöchiges Praktikum. »Mit den jungen Leuten zu arbeiten, das macht richtig Spaß«, sagt Walter Krause.

Auch Auszubildende von Metro oder Rewe kommen im Rahmen ihrer Lehrzeit in den Tafelladen, doch »was wir brauchen, das sind weitere ehrenamtliche Helfer, die regelmäßig hier sind, wenn auch nur einmal die Woche«, so Witt.

Wer Interesse an einer Mitarbeit in den Bereichen Fahrdienst, Sortierung oder Ausgabe hat, sollte montags, mittwochs und freitags zwischen 10 bis 12 und 14 bis 17.30 Uhr in das Büro des Tafelladens in der Kleinen Klostergasse 11 kommen oder Tel. 0 60 31/684 46 24 anrufen. Mehr Informationen gibt es auch im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.friedberger-tafel.de" text="www.friedberger-tafel.de" class="more"%>.

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